8 Dezember 2022

Die Nachrichtenlage um 20 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

BANKEN: Die Aktionäre der Credit Suisse haben im Rahmen des Bezugsrechtsangebots 98,2 Prozent der angebotenen neuen Aktien gezeichnet. Die restlichen neuen Aktien sollen am Markt zum Ausgabepreis oder darüber verkauft werden.

Insgesamt nimmt die Grossbank im Rahmen der Kapitalerhöhung wie geplant weitere 2,24 Milliarden Franken oder sogar noch etwas mehr ein, wie die Grossbank am Donnerstagabend mitteilte. Sie hat so in zwei Schritten ihr Kapital um rund 4 Milliarden Franken aufgestockt. (Zürich, 18:22)

NACHHALTIGKEIT: Bezogen auf die Bevölkerungszahl gibt es in keinem Land so viele Nachhaltigkeits-Startups wie in der Schweiz. Zu diesem Schluss eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung des Online-Newsportals Startupticker.ch und der Universität Lausanne.

Pro 100’000 Einwohner gibt es in der Schweiz 6,2 Startups im Bereich Nachhaltigkeit. Auf dem zweiten Platz liegt Israel (4,4 Startups) vor den Niederlanden mit 4,3 Startups. Die USA (2,3 Startups), Deutschland (0,9) und China (0,04) in diesem Vergleich ebenfalls klar hinter der Schweiz. (Zürich, 16:20)

POLITIK

USA: Der US-Kongress hat mit überparteilicher Mehrheit ein Gesetz zum Schutz gleichgeschlechtlicher Ehen verabschiedet. Das Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag mit 258 Stimmen für den Entwurf, der die gleichgeschlechtliche Ehe per Bundesgesetz schützen soll. 169 Abgeordnete stimmten dagegen – alle Gegenstimmen kamen von den Republikanern. Zuvor hatte der Senat zugestimmt. Nun muss US-Präsident Joe Biden den Text noch unterzeichnen. Für Biden und seine Demokraten ist das Gesetz ein grosser Erfolg. Es schützt auch die Ehe zwischen Menschen verschiedener Ethnien – also zum Beispiel zwischen Schwarzen und Weissen.

Gleichgeschlechtliche Ehen wurden in den USA durch eine Entscheidung des Obersten Gerichts 2015 legalisiert. Es erklärte ein Gesetz aus dem Jahr 1996 für verfassungswidrig, in dem Ehe als ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau festgeschrieben wurde. Allerdings kamen in diesem Jahr Sorgen auf, als die rechte Mehrheit im Obersten Gericht das aus den 70er Jahren stammende Urteil des Supreme Courts zum Recht auf Abtreibungen rückgängig machte. Einer der Richter, der erzkonservative Jurist Clarence Thomas, stellte die Entscheidung zu gleichgeschlechtlichen Ehen in eine Reihe von Urteilen, die das Gericht noch einmal auf den Prüfstand stellen müsse. (Washington, 18:09)

FAMILIEN: Eltern und Kantone sollen mehr Geld für die familienergänzende Kinderbetreuung erhalten als ursprünglich vorgesehen. Die Bildungskommission des Nationalrates (WBK-N) hat das geplante Gesetz nach Auswertung der Vernehmlassung entsprechend angepasst.

Die derzeit geltende Anstossfinanzierung für die familienergänzende Kinderbetreuung soll mit der Vorlage frühestens ab 2025 in eine Dauerlösung überführt werden.

Die WBK-N will Eltern gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag mehr als ursprünglich vorgesehen entlasten. Sie sollen 20 statt 10 Prozent an ihre durchschnittlichen Kosten erhalten. Das dürfte gemäss Schätzungen der Kommission jährlich mit über 700 Millionen Franken zu Buche schlagen. Zudem sollen die Kantone jährlich 60 Millionen Franken erhalten, um die Frühforderung der Kinder weiterzuentwickeln. (Bern, 17:39)

ITALIEN: Bei einem öffentlichen Gebet am Feiertag Mariä Empfängnis ist Papst Franziskus wegen des Ukraine-Krieges von seinen Gefühlen überwältigt worden. Das Oberhaupt der Katholiken weinte am Donnerstag in Rom vor der Säule der Unbefleckten Empfängnis auf der Piazza di Spagna, als er den Krieg in der Ukraine ansprach. Er habe der Gottesmutter Maria eigentlich den Dank des ukrainischen Volkes darbringen wollen für den Frieden, um den er Gott schon so lange bitte, sagte Franziskus zunächst, brach dann aber seinen Satz ab und weinte.

Der 85-Jährige hielt sich zitternd an seinem Sessel fest und schwieg mit gesenktem Kopf etwa eine halbe Minute lang. Die Gläubigen auf dem Platz, darunter neben ihm Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri, applaudierten spontan. (Rom, 17:28)

FINNLAND: Trotz der Blockadehaltung der Türkei rechnet US-Aussenminister Antony Blinken mit einem baldigen Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands. „Beide Länder haben bedeutende, konkrete Massnahmen ergriffen, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen – einschliesslich derjenigen im Zusammenhang mit den Sicherheitsbedenken seitens unseres Verbündeten Türkei“, sagte Blinken am Donnerstag in Washington nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen Pekka Haavisto aus Finnland und Tobias Billström aus Schweden. „Ich gehe davon aus, dass beide bald offiziell Mitglied werden.“

Die Türkei blockiert derzeit die Norderweiterung des Bündnisses wegen der angeblicher Unterstützung Finnlands und Schwedens von Gruppierungen, die die Türkei als terroristisch einstuft. Besonders von Schweden fordert Ankara zudem immer wieder Auslieferungen als Voraussetzung für die Zustimmung zum Beitritt. Zwei Männer, die auf der türkischen Wunschliste stehen sollen, will die schwedische Justiz einem Medienbericht zufolge nicht ausliefern. (Washington, 19:00)

VERMISCHTES

VERKEHRSUNFALL: Eine 88-jährige Frau ist am Mittwoch mit einem Auto in einen privaten Swimmingpool im waadtländischen Clarens gestürzt. Die Französin kam beim Unfall ums Leben.

Das Auto durchbrach eine Hecke, bevor es in das angrenzende Schwimmbad fiel, wie die Kantonspolizei Waadt am Donnerstag mitteilte. Die Lenkerin wurde in ihrem Fahrzeug unter Wasser gedrückt, bevor es einem Augenzeugen gelang, die Frau an die Oberfläche zu bringen.

Als die Rettungskräfte eintrafen, lag die Frau leblos am Rand des Schwimmbeckens. Sie wurde in kritischem Zustand ins Spital Riviera-Chablais gebracht, wo sie später an den Folgen ihrer Verletzungen verstarb. Die Waadtländer Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände des Unfalls zu ermitteln. (Clarens VD, 14:40)

KULTUR

DEUTSCHLAND: Der Künstler Gerhard Richter wird künftig von der New Yorker Galerie David Zwirner vertreten. Die erste Solo-Ausstellung mit Werken des 90-Jährigen solle im März 2023 in New York zu sehen sein, teilte die 1993 vom in Köln geborenen Zwirner gegründete Galerie mit. Es sei eine „immense Ehre und ein grosses Privileg“, mit Richter arbeiten zu können, wurde Zwirner zitiert.

Richter, der in Köln lebt, wird zu den bedeutendsten und erfolgreichsten zeitgenössischen Künstlern gezählt. „Ich bin glücklich, von David Zwirner vertreten zu werden“, wurde der 90-Jährige, der zuvor fast 40 Jahre lang bei der Galerie Marian Goodman war, zitiert. „Ich kenne David seit seiner Kindheit und habe in den 60er Jahren schon eng mit seinem Vater, Rudolf Zwirner, zusammengearbeitet. Es fühlt sich für mich wie eine wunderbare Kontinuität über Generationen an.“ (New York, 17:26)

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