29 Januar 2023

Die Nachrichtenlage um 19 Uhr

Die Schlagzeilen:

VERMISCHTES

BAHNSTÖRUNG: Wegen einer Fahrleitungsstörung zwischen Kilwangen-Spreitenbach und Dietikon ZH sind am Sonntagnachmittag zahlreiche IC-, IR- und S-Bahnzüge ausgefallen. Betroffen war unter anderem auch der Fanzug des FC St. Gallen, der auf dem Weg nach Zürich stecken blieb.

Die 600 bis 700 Fans würden nun mit einem Evakuationszug nach Zürich-Altstetten gebracht, sagte SBB-Sprecher Jürg Grob auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie gingen davon aus, dass die Fans um 17 Uhr in Zürich ankommen werden. Zur Zeit sei die Lage ruhig, obwohl das Spiel bereits um 16.30 Uhr angepfiffen wurde. (Spreitenbach ZH, 18:15)

GROSSBRITANNIEN: Hunderte Briten wollen bei der Krönung des britischen Königs Charles III. im Mai eine Rolle in dem seltenen Schauspiel übernehmen. Auf einen offiziellen Aufruf hin seien Hunderte Bewerbungen eingegangen, berichtete der Sender Sky News am Wochenende unter Berufung auf das britische Cabinet Office, das als zentrale Regierungsbehörde die Anträge koordiniert.

Bis zum 3. Februar können sich Interessierte noch melden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Antragsteller eine Verbindung mit einem früheren Träger dieser Aufgaben bei der Krönung von Elizabeth II. im Jahr 1953 nachweisen kann, beispielsweise als Nachfahre oder Nachfolger im Amt. (London, 14:22)

POLITIK

CHINA: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist zu einem Besuch in Südkorea eingetroffen, mit dem die Partnerschaft zwischen dem asiatischen Land und dem westlichen Militärbündnis gestärkt werden soll. „Unsere Sicherheit ist mehr denn je miteinander verbunden“, betonte der Norweger zum Auftakt seiner Reise am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Es gehe darum, die regelbasierte internationale Ordnung zu fördern.

Bei einem anschliessenden Treffen mit Aussenminister Park Jin nannte Stoltenberg Nordkoreas Atomwaffenprogramm und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als Beispiele für die wachsende Verbundenheit beider Seiten. Zum einen sei die Nato sehr besorgt wegen der „rücksichtlosen“ Raketentests und des Atomwaffenprogramms Nordkoreas. Zum anderen habe der Ukraine-Krieg Auswirkungen auf Ostasien. Die Nato wisse auch, dass Nordkorea Russland militärisch unterstütze, indem es Raketen liefere, sagte Stoltenberg. (Seoul, 18:13)

ÖSTERREICH: Österreichs rechte FPÖ hat bei der Landtagswahl in Niederösterreich mehr als ein Viertel der Stimmen erhalten. Bei der Wahl im grössten Bundesland, die auch als bundespolitischer Stimmungstest gilt, erreichte die Partei laut einer ersten Hochrechnung des Senders ORF ein Landes-Rekordergebnis von 25,4 Prozent. Mit einem Zugewinn von mehr als 10 Prozentpunkten wurde die FPÖ zur zweitstärksten politischen Kraft hinter der konservativen ÖVP von Ministerpräsidentin Johanna Mikl-Leitner, die einen herben Verlust einstecken musste.

Die Kanzlerpartei ÖVP büsste fast 10 Prozentpunkte ein und erhielt laut der Hochrechnung 39,7 Prozent der Stimmen. Mikl-Leitner muss künftig ohne absolute Mehrheit im Landesparlament regieren. Die sozialdemokratische SPÖ fiel demnach mit 20,7 Prozent hinter die FPÖ zurück. Die Ergebnisse für die Grünen lagen bei 7,3 Prozent, für die liberalen Neos bei 6,2 Prozent. (St. Pölten, 17:33)

INTERNATIONAL: Nach mehr als elf Monaten Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Sanktionen in Kraft gesetzt. Betroffen seien 185 Unternehmen und Personen, die Russland im Angriffskrieg gegen sein Land unterstützten, sagte Selenskyj am Samstagabend. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) setzt weiter auch auf Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin. Er warnte mit Blick auf Waffenlieferungen vor einem „Überbietungswettbewerb“. Unterdessen zieht die Ukraine einen Boykott der Olympischen Spiele 2024 in Paris in Betracht, falls dort Athleten aus Russland antreten dürfen.

In einer Videobotschaft kündigte Selenskyj Strafen gegen Firmen und Unternehmer an, die im Auftrag des „Aggressorstaates“ Personal und Militärtechnik per Bahn transportieren. Auch Firmen aus dem Nachbarland Belarus, die Russland bei Transporten unterstützen, stehen auf der Liste. Russland hat das Nachbarland am 24. Februar vergangenen Jahres überfallen. Seither ist Krieg. (Kiew/Moskau, 15:23)

USA: Aus Protest gegen den Tod eines Schwarzen bei einem brutalen Einsatz der Polizei sind in den USA Tausende auf die Strasse gegangen. Die Kundgebungen in Städten wie New York, Los Angeles und Memphis verliefen weitgehend friedlich. Drei Wochen nach dem Geschehen wurden am Wochenende auch erstmals Videos davon veröffentlicht. Zu sehen ist, wie der 29 Jahre alte Tyre Nichols in der Grossstadt Memphis im Bundesstaat Tennessee von mehreren Beamten brutal zusammengeschlagen wurde. Der Afroamerikaner starb drei Tage später im Krankenhaus.

Die Bilder heizten die Diskussion um Rassismus in den Reihen der US-Polizei und darüber hinaus wieder an. Die Anwälte von Nichols‘ Familie bezeichneten deren Vorgehen als „rassistisch“. Auch Präsident Joe Biden zeigte sich schockiert. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf beteiligte Beamte erhoben, auch wegen Mordes. Alle fünf sind selbst Afroamerikaner. Sie wurden entlassen und festgenommen. Die Sondereinheit, die für Nichols‘ Tod verantwortlich gemacht wird, wurde am Wochenende aufgelöst. (Washington, 15:01)

WIRTSCHAFT

GLÜCKSSPIEL: Die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner haben sich am Sonntag in einer Abstimmung deutlich gegen ein Verbot von Casinos ausgesprochen. Der Casino-Verband zeigte sich in einer Stellungnahme erleichtert.

Der Nein-Stimmen-Anteil betrug 73 Prozent, wie dem Abstimmungsportal der liechtensteinischen Regierung zu entnehmen ist. In keiner der elf Gemeinden reichte es der Casino-Verbots-Initiative demnach zu einer Mehrheit.

Man hoffe, „dass sich die Branche nun ohne weitere Gesetzesverschärfungen konsolidieren kann“, teilte der Casino-Verband nach Bekanntgabe des Ergebnisses mit. Seit Marktstart vor fünf Jahren seien die Casinos nämlich bereits rund 20 Gesetzes- und Verordnungsänderungen ausgesetzt gewesen. (Vaduz, 14:31)

KULTUR

FESTIVAL: Das Licht-Festival in Murten FR hat bei seiner siebten Ausgabe wegen des schlechten Wetters weniger Menschen angelockt. Die Veranstaltung, die am Sonntagabend zu Ende ging, wurde an zwölf Tagen von 51’000 Personen besucht.

Das Festival habe unter dem Wetter mit teilweise eisigen Temperaturen gelitten, dies habe sich auf die Besucherzahlen ausgewirkt, zogen die Organisatoren am Sonntag Bilanz. Letztes Jahr wurden noch 60’000 Besucherinnen und Besucher gezählt. (Murten FR, 18:05)

SPORT

SUPER LEAGUE: Die Young Boys eilen ihrem fünften Meistertitel in sechs Jahren entgegen. Die Berner besiegen im Wamkdorf Aufsteiger Winterthur 5:1 und erhöhen den Abstand zu verschiedenen Widersachern.

Nur Servette hält noch einigermassen mit. Nach dem 2:2 (nach 2:0-Führung) daheim im Rhone-Derby gegen Sion liegen die Genfer zwölf Verlustpunkte hinter den Bernern. Damit es bei diesen zwölf Punkten bleibt, wird die Mannschaft von Trainer Alain Geiger jedoch das Nachtragsspiel in Winterthur gewinnen müssen. (Fussball, 18:31)

BOB: Das Schweizer Zweierbob-Duo Michael Vogt/Sandro Michel gewinnt an der WM in St. Moritz hinter zwei deutschen Schlitten die Bronzemedaille.

Es ist die erste Schweizer WM-Medaille seit 2016, als Beat Hefti im Zweier und Rico Peter im Vierer ebenfalls Bronze geholt hatten.

Am Ende hätte es für den 25-jährigen Schwyzer Vogt und seinen Aargauer Anschieber sogar fast noch für Silber gereicht. Auf den 11-fachen Weltmeister und Seriensieger Francesco Friedrich verloren sie nur eine Hundertstel. (Bob, 15:43)

AUSTRALIAN OPEN: Novak Djokovic triumphiert am Australian Open und zieht mit seinem 22. Grand-Slam-Titel mit Rafael Nadal gleich. Im Final setzt er sich 6:3, 7:6 (7:4), 7:6 (7:5) gegen Stefanos Tsitsipas durch.

Novak Djokovic triumphiert am Australian Open und zieht mit seinem 22. Grand-Slam-Titel mit dem Rekordhalter Rafael Nadal gleich. Im Final setzt sich der 35-jährige Serbe 6:3, 7:6 (7:4), 7:6 (7:5) gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas durch.

Mit dem Erfolg löst Djokovic auch den in Melbourne verletzt fehlenden Spanier Carlos Alcaraz als Nummer 1 des ATP-Ranking ab. Im Fall eines Sieges hätte der elf Jahre jüngere Tsitsipas die Spitze der Weltrangliste übernommen. Nun verlor er aber auch seinen zweiten Major-Final nach dem French Open 2021 gegen Djokovic. (Tennis, 13:00)