27 September 2022

Die Nachrichtenlage um 18 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

RUSSLAND: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll an diesem Dienstag bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu den russischen Scheinreferenden in seinem Land sprechen.

Diplomatenkreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass Selenskyjs Ansprache von der ukrainischen UN-Vertretung beantragt wurde. Es werde erwartet, dass Russland die Videobotschaft mit einer Abstimmung verhindern wolle. In ähnlichen Situationen war Moskau damit zuletzt vor dem mächtigsten UN-Gremium gescheitert. Bei solchen sogenannten prozeduralen Abstimmungen haben ständige Mitglieder kein Vetorecht, sondern brauchen eine Mehrheit von 9 der 15 Stimmen der Ratsmitglieder. Die Sitzung ist für 21 Uhr (MEZ) geplant. In der Ukraine wird seit Freitag in den vier russisch besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt. UN-Generalsekretär António Guterres hatte eine mögliche Annexion der Gebiete zuletzt als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet. (New York, 16:47)

RUSSLAND: Die russischen Besatzer haben die Scheinreferenden in mehreren ukrainischen Gebieten für beendet erklärt und erste Ergebnisse der völkerrechtswidrigen Abstimmungen präsentiert.

Nach Auszählung erster Stimmzettel in Wahllokalen in Russland hätten jeweils mehr als 97 Prozent der aus den Gebieten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja stammenden Wähler für einen Beitritt ihrer Heimatregionen zu Russland gestimmt, meldeten russische Agenturen am Dienstag. (Donezk, 16:39)

CORONAVIRUS – SCHWEIZ: In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von sieben Tagen 16’826 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG sieben neue Todesfälle und 212 Spitaleinweisungen.

Vor einer Woche hatte das BAG noch Meldungen über 13’718 bestätigte Neuinfektionen, 154 Spitaleintritte und 6 Todesfälle erhalten. Damit sind die Fallzahlen innert Wochenfrist um 22,7 Prozent gestiegen. Die Spitaleinweisungen nahmen im Vergleich zur Vorwoche um 37,7 Prozent zu. (Bern, 15:44)

TRINKWASSER: Jetzt ist klar, was im Sommer in einem Luzerner Quartier das Trinkwasser verschmutzt hat: Ein neues Leitungsrohr hatte vor dem Einbau offen auf einer Baustelle gelegen, sodass darin winzige Ablagerungen von Pflanzen entstanden. Der Schaden beträgt 400’000 Franken.

Wegen der Trinkwasserverschmutzung mussten Ende Juli rund 3000 Personen im Stadtluzerner Quartier Langensand Matthof ihr Trinkwasser während rund zehn Tagen abkochen. Die Suche nach der Quelle der Verunreinigung gestaltete sich schwierig, mittlerweile ist sie gefunden. (Luzern, 16:22)

WIRTSCHAFT

GAS: Nachdem in kurzer Zeit für die beiden Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 ein Druckabfall festgestellt wurde, sind mittlerweile drei Lecks ausgemacht. Es mehren sich die Zweifel an einem Unfall.

Nach der Beschädigung der Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee suchen Behörden in Deutschland und Dänemark weiter nach der Ursache. Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Sicherheitskreisen. Bislang sei die Ursache für die Vorfälle nicht geklärt. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen. (Berlin/Kopenhagen/Warschau, 15:40)

GAS: Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag deutlich gestiegen. Für Auftrieb sorgte, dass an den beiden Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 mehrere Lecks entdeckt wurden.

Am Vormittag stieg der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas bis auf rund 194 Euro je Megawattstunde. Das waren etwa 12 Prozent mehr als am Vortag. Zuletzt lag der Preis bei 190 Euro. Der TTF-Kontrakt gilt als Richtschnur für das Preisniveau am europäischen Erdgasmarkt. (Frankfurt/Main, 13:54)

LUFTVERKEHR: Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot der Airline abgelehnt. Sie bezeichneten das Angebot ihres Arbeitgebers als „nicht zielführend“, wie der Pilotenverband Aeropers am Dienstag mitteilte.

Stattdessen wollen sie ein Treffen ihres Präsidenten mit dem Chef der Swiss erwirken. Die Swiss hatte ihren Piloten vergangene Woche eine aussergerichtliche Schlichtung vorgeschlagen. Auf diese wollen die Piloten nicht eingehen. „Wir zweifeln an der Ernsthaftigkeit der geäusserten Absicht, mit diesem Vorschlag den Weg zu einem neuen Piloten GAV zu ebnen“, wird Aeropers-Präsident Clemens Kopetz in der Mitteilung zitiert. Die Piloten kritisieren, dass die Swiss zweimal eine von Aeropers angebotene Mediation oder Schlichtung ausgeschlagen habe. (Zürich, 12:17)

VERMISCHTES

GROSSBRITANNIEN: Die Bank of England will schon Ende dieses Jahres Geldscheine mit dem Porträt des neuen britischen Königs Charles III. vorstellen. Das teilte die Notenbank am Dienstag mit.

In Umlauf kommen sollen die neuen Banknoten aber erst ab Mitte 2024. Das Design werde sich nicht verändern, aber statt dem Kopf der kürzlich gestorbenen Elizabeth II. wird das Konterfei ihres 73 Jahre alten Sohnes darauf zu sehen sein, hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Banknoten mit der Queen bleiben gültig und werden nur nach und nach durch neue ersetzt. Bereits gedruckte Scheine mit ihrem Porträt sollen auf Wunsch des Palasts aus ökologischen und finanziellen Gründen weiterhin in Umlauf gebracht werden, teilte die Bank of England mit. (London, 14:45)

ÖSTERREICH: Im Prozess um den Missbrauch und den Tod einer 13-Jährigen in Wien hat einer der drei Angeklagten über seinen Verteidiger ein Geständnis angekündigt.

Zum Start der Verhandlung am Wiener Landgericht warf der Staatsanwalt den jungen Männern im Alter von 19, 20 und 23 Jahren am Dienstag vor, dem Mädchen an einem Juniabend im Vorjahr mehrere Tabletten Ecstasy verabreicht und es vergewaltigt zu haben. Das Kind war laut Staatsanwalt während des Missbrauchs „stark beeinträchtigt und völlig wehrlos“. Es starb demnach an einer Drogen-Überdosis und Erstickung. (Wien, 13:16)

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