9 Dezember 2023

Die Nachrichtenlage um 18 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

ISRAEL: Im heftig bombardierten und umkämpften Gazastreifen wird die Not der palästinensischen Zivilbevölkerung immer schlimmer. Die Versorgung der Menschen steht nach Angaben von Hilfsorganisationen vor dem Kollaps. Die Verzweiflung sei gross, weil es nicht nur an Essen mangele, sondern auch an Platz. Zufluchtsräume seien überfüllt, schilderte der Vize-Direktor des Welternährungsprogramms (WFP), Carl Skau. Kritik richtete sich am Samstag zunehmend gegen die USA, die als wichtigster Verbündeter Israels trotz der verheerenden Lage im Gazastreifen im Weltsicherheitsrat ihr Veto gegen einen Resolutionsentwurf für einen sofortigen humanitären Waffenstillstand eingelegt hatten.

Die USA befürworten humanitäre Feuerpausen, derzeit aber keinen permanenten Waffenstillstand. Dieser würde aus Sicht der Regierung in Washington der islamistischen Hamas in die Hände spielen und ihr ermöglichen, sich neu aufzustellen für weitere Angriffe auf Israel. (Gaza, 17:09)

ISRAEL: Das Nasser-Krankenhaus in der umkämpften Stadt Chan Junis im Gazastreifen ist nach Darstellung seines Direktors wegen der vielen Kriegsopfer nicht mehr Herr der Lage. „Wir haben die Kontrolle verloren“, sagte Nahe Abu Taima der britischen BBC. „In der Notaufnahme kommen Hunderte Verletzte und Märtyrer (Tote) an“, fĂĽgte er hinzu. Aufgrund der Notlage sei das Krankenhauspersonal gezwungen, Verletzte auf den Gängen zu behandeln. Ausserdem fehle es an medizinischem Bedarf.

Die israelische Armee bezeichnete die seit Tagen umkämpfte Stadt im Süden des Gazastreifens als Hochburg der islamistischen Hamas. Nach palästinensischen Angaben leben Zehntausende Menschen als Binnenflüchtlinge in Zelten in den Strassen von Chan Junis. Mit Beginn seiner Bodenoffensive im Gazastreifen hatte das israelische Militär die Bevölkerung im nördlichen Teil des Küstengebietes zur Evakuierung aufgefordert. (Gaza, 17:26)

INTERNATIONAL: Jedes Jahr werden einem UN-Bericht zufolge weltweit fast sieben Billionen Dollar aus öffentlichen und privaten Mitteln in Massnahmen und Aktivitäten investiert, die einen unmittelbaren negativen Einfluss auf die Natur haben. Investitionen in sogenannte naturbasierte Lösungen dagegen beliefen sich im vergangenen Jahr lediglich auf 200 Milliarden Dollar, so der am Samstag auf der UN-Klimakonferenz COP28 vorgestellte Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP).

Um die Ziele der Umweltkonferenz von Rio zu erreichen, müssten die Investitionen in naturbasierte Lösungen nahezu verdreifacht werden. Naturbasierte Lösungen sind unter anderem Wiederaufforstung oder die Wiederherstellung von Marschland oder Mangrovensümpfen. (Nairobi/Dubai, 17:21)

ISRAEL: Der tĂĽrkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das Veto der USA im Weltsicherheitsrat gegen den Resolutionsentwurf fĂĽr einen sofortigen humanitären Waffenstillstand im Gaza-Krieg verurteilt. „Leider wurde die Waffenruhe abgelehnt (…) mit nur Amerikas Stimme dagegen“, sagte Erdogan am Samstag bei einer Versammlung in Istanbul. „Eine gerechte Welt ist möglich, aber nicht mit Amerika.“

Der Resolutionsentwurf, den die Vereinigten Arabischen Emirate eingebracht hatten, war am Freitag gescheitert. 13 der 15 Mitglieder des UN-Gremiums hatten in New York zwar dafĂĽr gestimmt, aber die USA als Israels VerbĂĽndeter hatten ihr Veto eingelegt. Grossbritannien – ebenfalls eine Vetomacht – enthielt sich. (Istanbul, 16:16)

VERMISCHTES

DROHUNG: Der nach einem Amokalarm in eine Schule in Cortaillod NE am Freitag festgenommene 25-jährige Mann bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Ermittlungen ergaben, dass er wegen Gewaltdelikten bei mehreren Polizeikorps in anderen Ländern bekannt ist.

Der Mann hatte sich am Freitagnachmittag auf dem Schulareal auffällig benommen und nach einem Kontakt mit einer Lehrerin und einem technischen Angestellten „Allah akbar“ geschrien, wie die Neuenburger Kantonspolizei am Samstag mitteilte. (Cortaillod NE, 14:13)

GEWÄSSERVERSCHMUTZUNG: Die Verschmutzung in mehreren Wasserläufen der Freiburger Broye ist eingedämmt. Die Feuerwehr war am Samstag noch im Einsatz und die schwimmenden Sperren blieben vorerst bestehen.

Die Verschmutzung sei auf die betroffenen Wasserläufe beschränkt, den Biberenkanal, den Grand Canal und den Broye-Kanal, hiess es am Samstag bei der Kantonspolizei Freiburg auf Anfrage.

Tausende Liter Heizöl waren am Freitag in den Biberenkanal geflossen, weil man beim Umfüllen des Brennstoffs in Ried bei Kerzers FR auf dem Gelände eines Unternehmens unachtsam gewesen war. (Ried bei Kerzers FR, 13:31)

KULTUR

TODESFALL: Der Schweizer Künstler Ted Scapa ist 92 jährig gestorben. Die Familie bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Newsportals blick.ch.

Scapa wurde 1931 in Amsterdam geboren. Einem breiten Publikum bekannt wurde der Illustrator durch die Kindersendung „Das Spielhaus“ im Schweizer Fernsehen in den 1960-er und 1970-er Jahren.

Als Cartoonist zeichnete Scapa jahrelang für die internationale Presse und veröffentlichte zahlreiche Kinderbücher und Cartoonsammlungen. Meistens kreiert Scapa zu einem Thema eine Reihe von Bildern. Scapa wohnte jahrelang in Vallamand VD am Murtensee. Seit Februar 2021 lebte der Künstler in einer Berner Altersresidenz. (Bern, 12:14)

SPORT

DEUTSCHLAND: Nach wettbewerbsĂĽbergreifend vier Niederlagen in Serie meldet sich Eintracht Frankfurt gegen Bayern MĂĽnchen eindrĂĽcklich zurĂĽck. Das Heimteam gewinnt 5:1.

Im Duell der Teams, die im Cup beide überraschend an Drittligist Saarbrücken gescheitert waren, erwischte der Gastgeber einen Traumstart. Die aufsässigen und konterstarken Frankfurter brachten die Defensive der Gäste wiederholt in Bedrängnis und gingen in der 36. Minute bereits mit 3:0 in Führung. Joshua Kimmich sorgte mit seinem Treffer kurz vor der Pause für etwas Hoffnung in den Reihen der Münchner, die zu Beginn der zweiten Halbzeit durch das zweite Tor von Junior Dina Ebimbe wieder erlosch. (Fussball, 17:36)

SKI ALPIN: Marco Odermatt gewinnt wie in den beiden Vorjahren den Riesenslalom in Val d’Isère. Der Nidwaldner siegt vor dem Ă–sterreicher Marco Schwarz und dem ĂĽberraschenden Andorraner Joan Verdu.

Sechs Wochen nach dem geplanten Saisonstart auf dem Rettenbach-Gletscher oberhalb von Sölden, wo der Riesenslalom während des ersten Laufs abgebrochen werden musste, und den ebenfalls dem Wetter zum Opfer gefallenen Speed-Rennen in Zermatt/Cervinia und Beaver Creek, Colorado, wurde den Fahrern auf der „Face de Bellevarde“ die gewohnt schwierige Aufgabe vorgesetzt. (Ski alpin, 16:29)

SKI ALPIN: Mikaela Shiffrin gewinnt die erste Weltcup-Abfahrt des Winters. Die Amerikanerin siegt in St. Moritz vor der Top-Favoritin Sofia Goggia. Bestklassierte Schweizerin in Michelle Gisin auf Platz 8.

Shiffrin entschied das Duell gegen Goggia, die tags zuvor im Super-G eine Klasse für sich war, mit 15 Hundertsteln Vorsprung für sich. Zwei Hundertstel hinter ihrer Landsfrau folgte Federica Brignone auf Platz 3 in einem Rennen, das nach 35 Fahrerinnen aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse im oberen Teil der Strecke abgebrochen wurde. (Ski alpin, 12:58)

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