4 Dezember 2022

Die Nachrichtenlage um 16 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

DEUTSCHLAND: Wenn es um Deutschland geht, wird Jaroslaw Kaczynski besonders boshaft. So auch im niederschlesischen Legnica, wo der mächtige Chef von Polens nationalkonservativer Regierungspartei PiS am Wochenende eine anderthalbstündige Rede hielt. Deutschland strebe die Vorherrschaft in Europa an, warnte Kaczynski sein Publikum. Und legte nach: Die Deutschen wollten heute mit friedlichen Mitteln das erreichen, was sie sich einst mit militärischen Mitteln vorgenommen hätten.

Die Anspielung auf Nazi-Deutschland ist typisch Kaczynski. Seit Monaten tourt er Wochenende für Wochenende durchs Land und wettert gegen Deutschland. Dahinter verbirgt sich vor allem ein innenpolitisches Kalkül: Die PiS ist in Umfragen im Sinkflug, und Kaczynski hofft, dass antideutsche Töne ihr Wähler bringen. (Warschau, 15:18)

RUSSLAND: Die russische Armee hat die Energieversorgung der Ukraine massiv beschädigt. Viele Haushalte sind bei eisigen Temperaturen zeitweise oder sogar komplett ohne Heizung, Strom und Wasser. Moskau rechtfertigt dies damit, dass die Infrastruktur vom ukrainischen Militär genutzt werde. Derweil steht der Winter vor der Tür. Wie werden sich Stromnotstand und Kälte auf die weitere Entwicklung auswirken? Ein Überblick.

Wie ist die Energiesituation zum Winterbeginn? (Kiew, 12:48)

FRANKREICH: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Kritik zurückgewiesen, seinem Land würden durch Lieferungen an die Ukraine Waffen fehlen. „Das ist zugleich falsch und gefährlich“, sagte Macron der Zeitung „Le Parisien“ am Sonntag. „Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte kann Ihnen versichern, dass immer, wenn wir etwas liefern, wir dies unter Bewahrung all unserer Verteidigungskapazitäten für unseren Boden, unsere kritischen Einrichtungen und unsere Staatsangehörigen tun.“

Die rechtsnationale französische Politikerin Marine Le Pen hatte zuvor im Sender CNews kritisiert, Frankreich könne nicht auf Kosten seiner eigenen Sicherheit Waffen an die Ukraine für deren Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg liefern. Alles Material, das an die Ukraine geschickt werde, fehle Frankreich – entweder für die Armee oder für andere Lieferverträge. Sie glaube, Paris solle keine weiteren Caesar-Haubitzen an Kiew geben. (Paris, 11:44)

UKRAINE: Im Kampf gegen Russland setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neben Waffen des Westens auf die Kraft des Wortes. Nun hat er besonders wichtige Reden für ein Buch ausgewählt. Das Buch erscheint am Montag auf deutsch.

Inmitten russischer Raketenangriffe setzt der 44-Jährige in seinem olivgrünen Outfit stets auch auf die Kraft des Wortes, um Solidarität mit seinem Land zu mobilisieren. 16 Reden hat der frühere Schauspieler, der schon vor seiner Wahl 2019 in seiner Rolle als Präsident in der Serie „Diener des Volkes“ berühmt wurde, für das Buch ausgewählt. (Kiew, 11:43)

VERMISCHTES

FELSSTURZ: Am Sonntagmorgen ist es zwischen der Abzweigung Castaneda und Buseno in Graubünden zu einem Felssturz gekommen. Die Kantonspolizei zeigte sich am Nachmittag überzeugt, dass niemand verschüttet wurde.

So seien etwa keine Personen als vermisst gemeldet worden, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Calancastrasse, die nach dem Felssturz komplett gesperrt worden war, war aber auch am Sonntagnachmittag noch nicht befahrbar. Laut dem Polizeisprecher ist davon auszugehen, dass sie mindestens während des gesamten Sonntags gesperrt bleiben wird. Eine Räumung der Strasse habe jedenfalls noch nicht stattgefunden. Dadurch blieben einzelne Dörfer mit insgesamt mehreren Hundert Einwohnerinnen und Einwohnern vorläufig abgeschnitten. (Buseno GR, 15:37)

ITALIEN: Gut eine Woche nach den heftigen Niederschlägen und Erdrutschen auf der Insel Ischia mit mindestens elf Toten ist der Süden Italiens am Wochenende erneut von Unwettern heimgesucht worden. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Auf Aufnahmen aus Gegenden wie der Provinz Crotone in Kalabrien war zu sehen, wie die Einsatzkräfte mit Schlauchbooten auf völlig überfluteten Strassen unterwegs waren. Menschen wurden in Sicherheit gebracht, die Unwetter richteten teils starke Sachschäden an. Verletzte wurden zunächst keine gemeldet.

Der Zivilschutz verfolgte die Entwicklung mit einem Krisenteam und twitterte am Sonntagmittag, dass es in Sizilien Erdrutsche und Schlammlawinen gab und Strassen versperrt seien. Aus Kalabrien und Apulien seien Überschwemmungen und Wirbelstürme gemeldet worden. Im Gebiet der Liparischen Inseln zwischen Sizilien und Kalabrien gab es am Morgen ein Erdbeben der Stärke 4,6, das keine Schäden anrichtete. (Rom, 15:35)

EL: Eine ganze Stadt wird abgeriegelt: Mit einem Grosseinsatz gehen Militär und Polizei in El Salvador derzeit gegen die mächtigen Jugendbanden in dem mittelamerikanischen Land vor. Tausenden Einsatzkräfte suchten am Wochenende die Stadt Soyapango nach Gangmitgliedern ab. 8500 Soldaten und 1500 Polizisten seien an der Operation im Grossraum der Hauptstadt San Salvador beteiligt, teilte Präsident Nayib Bukele mit.

„Die einfachen Bürger haben nichts zu befürchten und können ihr Leben normal fortführen“, schrieb der populistische Staatschef auf Twitter. „Das ist ein Einsatz gegen Kriminelle, nicht gegen ehrliche Bürger.“ (Soyapango, 14:30)

KULTUR

ÖSTERREICH: Der österreichische Schauspieler Karl Merkatz ist am Sonntag im Alter von 92 Jahren gestorben. Er sei zu Hause in Strasswalchen im Land Salzburg friedlich eingeschlafen, bestätigte die Familie der Deutschen Presse-Agentur.

Im Laufe seiner Karriere war Merkatz in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Bekannt wurde er unter anderem für seine Rollen in der TV-Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ (1975-1979) und der Filmreihe „Der Bockerer“. In seinen über 150 Bühnenrollen spielte Merkatz vor allem Nestroy-, Raimund- und Shakespeare-Figuren. (Salzburg, 12:07)

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