27 September 2022

Die Nachrichtenlage um 16 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

GAS: Nachdem in kurzer Zeit für die beiden Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 ein Druckabfall festgestellt wurde, sind mittlerweile drei Lecks ausgemacht. Es mehren sich die Zweifel an einem Unfall.

Nach der Beschädigung der Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee suchen Behörden in Deutschland und Dänemark weiter nach der Ursache. Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Sicherheitskreisen. Bislang sei die Ursache für die Vorfälle nicht geklärt. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen. (Berlin/Kopenhagen/Warschau, 15:40)

GAS: Der Preis für europäisches Erdgas ist am Dienstag deutlich gestiegen. Für Auftrieb sorgte, dass an den beiden Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 mehrere Lecks entdeckt wurden.

Am Vormittag stieg der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas bis auf rund 194 Euro je Megawattstunde. Das waren etwa 12 Prozent mehr als am Vortag. Zuletzt lag der Preis bei 190 Euro. Der TTF-Kontrakt gilt als Richtschnur für das Preisniveau am europäischen Erdgasmarkt. (Frankfurt/Main, 13:54)

LUFTVERKEHR: Die Piloten der Swiss haben das Schlichtungsangebot der Airline abgelehnt. Sie bezeichneten das Angebot ihres Arbeitgebers als „nicht zielführend“, wie der Pilotenverband Aeropers am Dienstag mitteilte.

Stattdessen wollen sie ein Treffen ihres Präsidenten mit dem Chef der Swiss erwirken. Die Swiss hatte ihren Piloten vergangene Woche eine aussergerichtliche Schlichtung vorgeschlagen. Auf diese wollen die Piloten nicht eingehen. „Wir zweifeln an der Ernsthaftigkeit der geäusserten Absicht, mit diesem Vorschlag den Weg zu einem neuen Piloten GAV zu ebnen“, wird Aeropers-Präsident Clemens Kopetz in der Mitteilung zitiert. Die Piloten kritisieren, dass die Swiss zweimal eine von Aeropers angebotene Mediation oder Schlichtung ausgeschlagen habe. (Zürich, 12:17)

POLITIK

PRÄMIEN 2023: Die Krankenkassenprämien steigen 2023 um durchschnittlich 6,6 Prozent. Die mittlere Monatsprämien wird sich damit auf 334,70 Franken belaufen. Zurückzuführen ist das auf die Covid-19-Pandemie und die Nachholeffekte etwa durch verschobene Eingriffe.

Die mittlere Prämie für Erwachsene steigt auf 397,20 Franken im Monat, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag an einer Medienkonferenz mit Bundesrat Alain Berset bekannt gab. Das entspricht einem Anstieg um 6,6 Prozent. (Bern, 14:00)

GRIECHENLAND: Betont ruhig hat der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis am Dienstag auf erneute verbale Angriffe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reagiert.

Man habe die griechische Position bereits vergangene Woche bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) deutlich gemacht: Es gebe eine tiefe Freundschaft zum türkischen Volk, jedoch rote Linien, was die Souveränität Athens über die griechischen Inseln in der östlichen Ägäis betreffe. Mehr gebe es nicht zu sagen, ausser, dass Athen ruhig bleibe und das Militär in Bereitschaft, sagte Mitsotakis. Auch sei man weiterhin jederzeit bereit zum Dialog mit der Türkei. (Athen, 13:48)

GRIECHENLAND: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Griechenland erneut für den Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer scharf kritisiert.

„Wir akzeptieren nicht, dass die Ägäis und das Mittelmeer mit menschlichem Blut, Tränen oder Feindseligkeit beschmutzt werden“, sagte der türkische Präsident am Dienstag nach Angaben des Präsidialpalastes. „Wir wollen von ganzem Herzen Frieden und Ruhe“, sagte er.

Erdogan hatte schon vergangenen Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York Griechenland wegen des Umgangs mit Flüchtlingen kritisiert und dem Land „rechtswidrige und dreiste Pushbacks“ vorgeworfen. (Istanbul, 15:36)

TRINKWASSER: Eingetrockneter Schmutz in einem neu verlegten Wasserrohr hat für die Trinkwasserverunreinigung in der Stadt Luzern im Sommer gesorgt. Das Leitungsstück war während drei Monaten und somit länger als üblich auf einer Baustelle gelagert worden.

Das Rohr sei im Juli 2022 neu eingebaut worden, teilte Energie Wasser Luzern (EWL) am Dienstag mit. Während der Lagerung hatten sich offenbar die Verschlusskappen, die die Rohre vor Verunreinigung schützten, vorübergehend gelöst. Das kantonale Labor habe pflanzliches Gewebe festgestellt, das von aussen in das Rohr gelangt war. (Luzern, 13:52)

VERMISCHTES

ÖSTERREICH: Im Prozess um den Missbrauch und den Tod einer 13-Jährigen in Wien hat einer der drei Angeklagten über seinen Verteidiger ein Geständnis angekündigt.

Zum Start der Verhandlung am Wiener Landgericht warf der Staatsanwalt den jungen Männern im Alter von 19, 20 und 23 Jahren am Dienstag vor, dem Mädchen an einem Juniabend im Vorjahr mehrere Tabletten Ecstasy verabreicht und es vergewaltigt zu haben. Das Kind war laut Staatsanwalt während des Missbrauchs „stark beeinträchtigt und völlig wehrlos“. Es starb demnach an einer Drogen-Überdosis und Erstickung. (Wien, 13:16)

GROSSBRITANNIEN: Die Bank of England will schon Ende dieses Jahres Geldscheine mit dem Porträt des neuen britischen Königs Charles III. vorstellen. Das teilte die Notenbank am Dienstag mit.

In Umlauf kommen sollen die neuen Banknoten aber erst ab Mitte 2024. Das Design werde sich nicht verändern, aber statt dem Kopf der kürzlich gestorbenen Elizabeth II. wird das Konterfei ihres 73 Jahre alten Sohnes darauf zu sehen sein, hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Banknoten mit der Queen bleiben gültig und werden nur nach und nach durch neue ersetzt. Bereits gedruckte Scheine mit ihrem Porträt sollen auf Wunsch des Palasts aus ökologischen und finanziellen Gründen weiterhin in Umlauf gebracht werden, teilte die Bank of England mit. (London, 14:45)

BRAND: Die Seilbahn ist beim Brand der Bergstation des Skigebiets Glacier 3000 in Les Diablerets VD in der vergangenen Woche nicht beschädigt worden. Dies haben Untersuchungen durch Experten ergeben. Die Wiedereröffnung ist am 12. November geplant.

Spezialisten für den Bau von Seilbahnen hätten bestätigt, dass die Anlage zu 100 Prozent funktionsfähig sei, teilte das Bergbahnunternehmen Glacier 3000 am Dienstag mit. In der Nacht auf den 19. September war im Restaurant Botta ein Feuer ausgebrochen. Die Brandursache ist noch unbekannt. Verletzt wurde niemand. (Les Diablerets VD, 10:33)

SPORT

FORMEL 1: Das Formel-1-Team Alfa Romeo hält mit Blick auf die nächste Saison an der aktuellen Fahrerpaarung fest. Der Zürcher Rennstall verlängert die Zusammenarbeit mit dem Chinesen Zhou Guanyu um ein Jahr.

Zhou, der als erster Fahrer seines Landes Teil des Grand-Prix-Zirkus ist, hat im Frühling sein Debüt in der Formel 1 gegeben. Nach 16 von 22 Rennen liegt er in der Gesamtwertung mit sechs Punkten auf Platz 17.

Zhous finnischer Teamkollege Valtteri Bottas, der ebenfalls auf die laufende WM hin zu Alfa Romeo gewechselt hat, besitzt mit der Equipe aus Hinwil einen Mehrjahresvertrag. (Automobil, 11:34)

BeO-News

28 Sep 2022

23:00

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