22 April 2021

Die Nachrichtenlage um 11 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

LUXUS: Die Ausfuhren von Schweizer Uhren haben im März im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Sie haben damit das Vorkrisen-Niveau klar überschritten.

Insgesamt beliefen sich die Uhrenexporte auf 1,87 Milliarden Franken. Dies entspricht einem satten Plus von 37,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung und des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Somit ist der Vorjahresvergleich erstmals seit Beginn der Pandemie positiv. Bei diesem Vergleich muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Verkäufe im März vor einem Jahr wegen Corona bereits eingebrochen waren. Damals wurden Uhren im Wert von 1,36 Milliarden Franken ins Ausland verkauft, was einem Rückgang um gut ein Fünftel im Vorjahresvergleich entsprochen hatte. (Biel, 09:10)

AUSSENHANDEL: Die Schweizer Exportwirtschaft hat sich im März deutlich erholt. Im gesamten ersten Quartal resultierten nun Ausfuhren über dem Vor-Corona-Niveau.

Konkret nahmen die Exporte im März gegenĂĽber Februar saisonbereinigt um 5,4 Prozent auf 19,89 Milliarden Franken zu. Real – also preisbereinigt – resultierte eine Zunahme um 4,5 Prozent, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Im gesamten ersten Quartal nahmen die Ausfuhren nominal um 4,8 Prozent auf 58,11 Milliarden zu. Dank diesem dritten Quartalsplus in Folge hätten die Exporte wieder das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie überschritten, so die Zollverwaltung. (Zürich, 08:15)

NAHRUNGSMITTEL: Nestlé überrascht zum Jahresauftakt 2021 mit einer kräftigen Wachstumsbeschleunigung. Vor allem Kaffee, Milchprodukte und Tierfutter verkauften sich gut. Der Konzern bleibt damit auf Kurs, im Gesamtjahr das Wachstum des Vorjahres zu toppen.

Aus eigener Kraft wuchs der weltgrösste Lebensmittelhersteller im ersten Quartal 2021 um 7,7 Prozent, wie er am Donnerstag mitteilte. Das organische Wachstum setzt sich aus einer Mengensteigerung von 6,4 Prozent und Preiserhöhungen von 1,2 Prozent zusammen. (Vevey, 08:08)

POLITIK

CORONAVIRUS – SCHWEIZ: Der Bund hat die Schutzmasken im vergangenen Jahr mit grosser Wahrscheinlichkeit zum Marktpreis eingekauft. Zu diesem Schluss kommt ein interner PrĂĽfbericht des Eidgenössischen Departements fĂĽr Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Die Interne Revision VBS hat die Beschaffung der Schutzmasken in der Covid-19-Pandemie geprĂĽft. Die Revisoren halten in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht fest, dass „starke Anzeichen bestehen“, dass das VBS die Hygiene- und Atemschutzmasken im vergangenen Jahr nicht zu einem zu hohen Preis eingekauft hat. (Bern, 08:30)

INDONESIEN: Das mit 53 Seeleuten an Bord vermisste indonesische Militär-U-Boot liegt vermutlich 600 bis 700 Meter unter Wasser. Das teilte die Marine am Donnerstag mit. Der Leiter des Marine- Informationsdienstes, Julius Widjojono, fĂĽgte hinzu: „Es ist dafĂĽr ausgelegt, bis zu einer Tiefe von 250 bis 500 Metern zu tauchen. Jenseits davon ist es gefährlich.“ Der Treibstofftank des vor 40 Jahren in Deutschland gebauten KRI Nanggala-402 könnte durch Wasserdruck beschädigt worden sein.

Das knapp 60 Meter lange U-Boot hatte Behördenangaben zufolge den Kontakt am frĂĽhen Mittwochmorgen während einer Ăśbung etwa 95 Kilometer nördlich von Bali verloren. Das Verteidigungsministerium in Jakarta hatte am Mittwoch mitgeteilt, Helikopter hätten einen Ă–lfleck im Meer entdeckt – ungefähr an der Stelle, an dem es zuletzt Kontakt zu dem U-Boot gab. (Jakarta, 10:23)

GROSSBRITANNIEN: Nach dem Bekanntwerden direkter SMS-Kontakte zwischen dem britischen Premier Boris Johnson und dem Unternehmer James Dyson hat die Opposition eine „grĂĽndliche Untersuchung“ der Verbindungen gefordert.

Die Labour-Partei will den Premier dazu im sogenannten Liaison Committee, einem parlamentarischen Ausschuss, dazu befragen, wie mehrere Medien am Donnerstag berichteten.

Zuvor hatte die BBC einen Textnachrichten-Austausch von Johnson und Dyson aus dem vergangenen Jahr veröffentlicht, in denen sich beide über mögliche Steuererleichterungen für Dysons Unternehmen bei der Produktion von Beatmungsgeräten unterhalten. Johnson bekannte sich am Mittwoch im Parlament zu dem Austausch und verteidigte sein Vorgehen. Er werde sich dafür absolut nicht entschuldigen, es sei schliesslich darum gegangen, Leben zu retten, so der Premier. Er kündigte an, die Details zu veröffentlichen. Eine Untersuchung wies die Regierung jedoch zunächst zurück. (London, 10:03)

USA: US-Präsident Joe Biden kommt an diesem Donnerstag und Freitag mit 40 Staats- und Regierungschefs zu einem Online-Klimagipfel zusammen. Das Treffen soll die Dringlichkeit und den wirtschaftlichen Nutzen von stärkeren Klimaschutzmassnahmen auf dem Weg zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen im November in Glasgow unterstreichen. Es wird erwartet, dass Biden ein neues Ziel bei der Verringerung der Treibhausgase seines Landes für 2030 als Beitrag zum Pariser Klimaabkommen verkündet, in das er die USA nach dem Austritt durch seinen Vorgänger Donald Trump zurückgeführt hat.

Die neue US-Regierung will den Kampf gegen den Klimawandel ins Zentrum ihrer Aussen- und Sicherheitspolitik stellen und eine Vorreiterrolle spielen. Mit einer eigenen neuen Zielsetzung will Washington auch andere Länder zu ehrgeizigeren Absichten bewegen. Umweltverbände und Wirtschaftsvertreter haben die neue US-Regierung dazu aufgefordert, als neues Klimaziel für 2030 eine Verringerung der Treibhausgase um mindestens 50 Prozent des Niveaus von 2005 anzustreben. (Washington, 09:46)

VERMISCHTES

USA: Der Rover „Perseverance“ hat auf dem Mars erstmals Sauerstoff extrahiert. Mit einem wissenschaftlichen Gerät namens „Moxie“ (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment) von der Grösse eines Toasters habe der Roboter aus der ĂĽberwiegend aus Kohlendioxid bestehenden Atmosphäre des Planeten Sauerstoff gewonnen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch mit. Es sei das erste Mal, dass auf einem anderen Planeten Sauerstoff extrahiert worden sei. Nasa-Manager Jim Reuter sprach von einem „entscheidenden ersten Schritt“.

Insgesamt fĂĽnf Gramm Sauerstoff habe „Moxie“ bei seinem ersten solchen Einsatz extrahieren können – das lasse einen Astronauten ungefähr zehn Minuten lang atmen. Das Gerät soll kĂĽnftig aber bis zu zehn Gramm Sauerstoff pro Stunde generieren können. Sauerstoff könnte auf dem Mars in Zukunft möglicherweise nicht nur fĂĽr Astronauten zum Atmen gebraucht werden, sondern auch zum Raketenantrieb. (New York, 10:31)

ZOO: Der Zoo Zürich hat am Mittwoch das achtjährige Gorilla-Weibchen Mawimbi einschläfern müssen. Woran das Tier erkrankte, wird ist unklar. Es wird nun von Pathologen untersucht.

Die achtjährige Mawimbi war am Wochenende bereits ungewohnt schlapp und wollte nicht fressen. Am Montag und Dienstag habe sich der Gesundheitszustand dann drastisch verschlechtert, teilte der Zoo am Donnerstag mit. Die Tierärzte hätten sich deshalb für eine eingehende Untersuchung entschieden. Blutbild und Ultraschall zeigten jedoch keine Auffälligkeiten. (Zürich, 09:29)

KULTUR

MUSEUM: Im Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich erwacht das öffentliche Leben: Noch bevor die Kunst im grossen Stil einzieht, ist das Publikum eingeladen. Bis 24. Mai ist der Chipperfield-Bau offen für einen ersten Augenschein.

Eingeläutet im Wortsinn wird das neue Leben von einer Klanginstallation des Choreographen William Forsythe: Kirchenglocken und Triangeln in unterschiedlichen Grössen und damit Tonhöhen und Klangfarben sind über mehrere Räume verteilt und machen das Gebäude zu einem Klangkörper, wie Forsythe es gegenüber dem Kunsthaus selbst ausgedrückt hat. (Zürich, 10:00)

WISSENSCHAFT

PALÄONTOLOGIE: Im Frühjahr erwacht der Siebenschläfer aus seinem tiefen Winterschlaf. Die clevere Strategie, mit der die Tiere lebensfeindliche Zeiten überdauern, haben seine Artgenossen möglicherweise schon vor 34 Millionen Jahren genutzt.

Körperfunktionen drosseln statt ums Überleben kämpfen: Dass gewisse Nagetiere bereits vor 2,6 Millionen Jahren zu Beginn des Quartären Eiszeitalters einen Winterschlaf hielten, wusste man bereits aus Zahnfossilien, wie die Schweizer Nationalfonds (SNF) am Donnerstag mitteilte. (Freiburg, 08:17)

MEERESBIOLOGIE: Die Zahl der sogenannten Todeszonen in den Weltmeeren ist nach einem Bericht der Vereinten Nationen deutlich gestiegen. Dabei handelt es sich um sehr sauerstoffarme Gebiete im Meer, in denen kaum noch Leben möglich ist.

Die Zahl dieser Zonen sei von 2008 bis 2019 von mehr als 400 auf etwa 700 gestiegen, heisst es im zweiten „World Ocean Assessment“ der Uno zum Zustand der Meere, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde. Besonders betroffen sind demnach neben dem Golf von Mexiko und dem SĂĽdchinesischen Meer auch die Ost- und die Nordsee. (New York, 06:58)

SPORT

NATIONAL LEAGUE: Mark Barberio vom HC Lausanne erhält für den üblen Check gegen Sven Andrighetto von der Disziplinarkommission gleich sechs Spielsperren aufgebrummt.

Der Captain der Waadtländer muss zudem eine Busse von 8900 Franken berappen.

Barberio checkte seinen Freund und ehemaligen WG-Kumpel Andrighetto in der Schlussphase des 4. Spiels im Playoff-Viertelfinal gegen die ZSC Lions in die Bande. In der fĂĽnften Partie am Mittwoch, als Lausanne mit einem Sieg in der Serie gegen die ZĂĽrcher auf 2:3 verkĂĽrzte, war Barberio bereits gesperrt. (Eishockey, 10:39)

SUPER LEAGUE: Die Zeit drängt für den FC Sion. Die Walliser benötigen eine Siegesserie, um den ersten Abstieg seit 2002 zu verhindern. Am Donnerstag spielen sie bei Servette, während der FCZ YB empfängt.

Christian Constantin gibt sich keinen Illusionen hin. Der Präsident des FC Sion weiss, dass sein Klub der Relegation kaum mehr entgehen kann – ausser vieles läuft in den kommenden Wochen anders als in den Monaten zuvor. Die bisherige Bilanz ist miserabel. Nur gerade fĂĽnfmal konnten die Sittener gewinnen. Unter Marco Walker, der die Nachfolge von Fabio Grosso ĂĽbernommen hat, gab es in vier Partien nur zwei Punkte. (Fussball, 05:00)

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