13 M├Ąrz 2021

Ragettli und Gremaud auf dem Podest

Die Schweizer Freeskier Mathilde Gremaud und Andri Ragettli trotzen in Aspen den schwierigen Bedigungen und holen sich ihre ersten WM-Medaillen. Die Freiburgerin Gremaud fliegt bei den Frauen zu Silber, Ragettli k├╝rt sich zum Weltmeister.

Die Wolkendecke in Aspen ├Âffnete sich am Samstag aus Schweizer Sicht im richitgen Moment einen Spalt. Mit etwas Sonne im R├╝cken und leicht verbesserten Sichtverh├Ąltnissen griff der B├╝ndner Andri Ragettli in Aspen ein drittes und letztes Mal nach WM-Gold im Slopestyle – und wurde von der Jury f├╝r seinen Wagemut belohnt. Der 22-j├Ąhrige B├╝ndner versuchte sich trotz der noch immer nicht einfachen Verh├Ąltnisse mit Wind an einem technisch enorm anspruchsvollen Lauf, brachte diesen ohne Fehler durch den Parcours und setzte sich mit 90,65 Punkten an die Spitze des Feldes.

Einzig Alexander Hall, der beste der Qualifikation, h├Ątte Ragettli noch abfangen k├Ânnen. Der 22-j├Ąhrige Amerikaner, dessen Eltern an der Universit├Ąt Z├╝rich lehrten, blieb mit 86,01 Punkten allerdings hinter dem Schweizer zur├╝ck und musste sich mit Bronze begn├╝gen. Silber ging an Halls Landsmann Colby Stevensen. Kim Gubser, der zweite Schweizer, der sich f├╝r den Final qualifiziert hatte, erzielte einen ├╝berzeugenden 5. Platz.

F├╝r Ragettli, der im Weltcup in einer beeindruckenden Regelm├Ąssigkeit Spitzenresultate abliefert und es bei 39 Starts 20 Mal aufs Podium schaffte, ging es endlich auch an einem Grossanlass auf. An den Olympischen Spielen in Pyeongchang wurde er entt├Ąuschender Siebter, f├╝r die letzten Weltmeisterschaften in Park City vor zwei Jahren hatte er verletzt Forfait geben m├╝ssen. „Es ist ein grosser Tag f├╝r mich“, sagte Ragettli im Ziel.

Die erste WM-Medaille sicherte sich bei den Frauen auch Mathilde Gremaud, die allerdings weniger Wettergl├╝ck hatte als Ragettli. Letztlich reichte der 21-J├Ąhrigen Freibugerin ein auf Sicherheit bedachter Run zu Silber hinter der Chinesin Eileen Gu, die am Freitag bereits Gold in der Halfpipe gewonnen hat. W├Ąhrend die 17-j├Ąhrige Weltmeisterin Gu bei ihrem ersten Versuch von guten Verh├Ąltnissen profitiert hatte, sah sich Gremaud in jedem ihrer L├Ąufe mit Wind und Nebel konfrontiert.

Dass sie ihren zweiten Versuch wohl temperiert in den Parcours brachte, zeugt von der Erfahrung, die die Olympia-Zweite von Pyeongchang bereits besitzt. Nach einem Trainingssturz gar nicht zur Qualifikation angetreten war Gremauds Teamkollegin und Olympiasiegerin Sarah H├Âfflin. Wahrscheinlich d├╝rfte die 30-j├Ąhrige Genferin am Montag in der Qualifikation zum Big-Air-Final aber wie Gremaud wieder am Start stehen.
(text:sda/bild:pixabay)