2 November 2022

Putin schliesst erneuten Ausstieg aus Getreideabkommen nicht aus

Kremlchef Wladimir Putin hat einen neuen Ausstieg aus dem Getreideabkommen mit der Ukraine nicht ausgeschlossen, sollte es aus russischer Sicht Verst├Âsse dagegen geben. „Russland beh├Ąlt sich das Recht vor, aus diesen Vereinbarungen auszusteigen f├╝r den Fall, dass die Garantien seitens der Ukraine verletzt werden“, sagte Putin am Mittwoch bei einer Videokonferenz mit dem nationalen Sicherheitsrat. Auch bei einem Ausstieg aus dem Abkommen sei Russland aber bereit, die f├╝r ├Ąrmere L├Ąnder bestimmten Getreidelieferungen durch den vereinbarten Korridor passieren zu lassen.

Russland hatte zuvor ├╝ber die Wiederaufnahme des Getreideabkommens informiert. Die Ukraine habe schriftliche Sicherheitsgarantien gegeben, die H├Ąfen und den humanit├Ąren Korridor im Schwarzen Meer f├╝r den Export von Lebensmitteln und nicht f├╝r Kampfhandlungen zu nutzen, hiess es. Am Samstag hatte Russland das Abkommen ausgesetzt, nachdem der St├╝tzpunkt der Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim mit Drohnen angegriffen worden war.

Putin lobte die Rolle des t├╝rkischen Pr├Ąsidenten Recep Tayyip Erdogan bei der Vermittlung und „insgesamt die Neutralit├Ąt der T├╝rkei in dem Konflikt“ mit der Ukraine. Das Abkommen sei nur geschlossen worden mit Blick auf die Ern├Ąhrungssicherheit in der Welt. F├╝r die Interessen der ├Ąrmeren L├Ąnder setze sich auch Erdogan ein, so Putin.

Russland arbeitet f├╝r die Kontrolle der Getreideschiffe seit dem Sommer gemeinsam mit Vertretern der Vereinten Nationen, der T├╝rkei und der Ukraine in einem Koordinierungszentrum in Istanbul. So will Moskau verhindern, dass Waffen oder Munition transportiert werden k├Ânnen, die die Ukraine f├╝r den Krieg nutzen k├Ânnte.

(text:sda/bild:unsplash)