6 Mai 2022

Live-Ticker: Krieg in der Ukraine

Freitag, 6.Mai 2022

05:00 – Die Nacht auf Freitag im Ăśberblick

In der schwer zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol könnten am Freitag weitere Zivilisten aus dem umkämpften Werk Azovstal evakuiert werden. Das teilten sowohl UN-Generalsekretär AntĂłnio Guterres als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend mit. Einzelheiten wurden nicht genannt. „Es ist unsere Politik, nicht ĂĽber die Details zu sprechen, bevor sie abgeschlossen ist, um einen möglichen Erfolg nicht zu untergraben“, sagte Guterres. Nach ukrainischer Darstellung wurden bereits Busse in Richtung Mariupol in Marsch gesetzt.

In dem Stahlwerk, der letzten Bastion der Verteidiger von Mariupol, warten nach ukrainischen Angaben noch rund 200 Zivilisten auf eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Bei zwei vorherigen Evakuierungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden etwa 500 Menschen aus Mariupol und Umgebung auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet nach Saporischschja geholt. Russland will nach Einschätzung der ukrainischen Regierung das belagerte Stahlwerk bis Montag erobern.

Geheimdienstinformationen der USA haben nach Medienberichten dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, den Raketenkreuzer „Moskwa“ zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis ĂĽber die Pläne der Ukraine gehabt, berichteten mehrere US-Medien wie die „Washington Post“ oder die „New York Times“ am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Die russische Armee hat in ihrem Krieg gegen die Ukraine nach den Worten von Präsident Selenskyj bisher 2014 Raketen gegen diverse Ziele eingesetzt. Darüber hinaus seien seit Beginn der Invasion der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar bereits 2682 Luftangriffe registriert worden.

Donnerstag, 5. Mai 2022

20.15 – Bundesrätin Viola Amherd von Ukraine Krieg nicht ĂĽberrascht

Der Ukraine-Krieg habe das Verteidigungsministerium und die Armee „keineswegs ĂĽberrascht“, auch wenn das teilweise behauptet werde. Das sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd an einem SVP-Anlass in Holziken AG.

Ihr Departement habe bereits im Sicherheitspolitischen Bericht im vergangenen November darauf hingewiesen, dass Russland „zunehmend konfrontativ“ auftrete „und auch einen bewaffneten Konflikt in Europa provozieren könnte“, sagte Bundesrätin Amherd in ihrer Rede am Donnerstagabend. In diesem Bericht stehe auch, dass Russland militärische Fakten schaffen könnte, die zu einer Eskalation fĂĽhren.

Aber „praktisch niemand hat diese Feststellung zur Kenntnis genommen“, sagte Amherd. Leider hätten sich die Kernaussagen im Bericht bereits nach kurzer Zeit als zutreffend erwiesen. Das Departement fĂĽr Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie die Armee hingegen hätten die aktuelle Bedrohungslage in ihren Planungen der letzten Jahre „durchgehend berĂĽcksichtigt.

18:05 – Deutscher Bundeskanzler Scholz kĂĽndet Baerbock Besuch in Ukraine an

Nach wochenlanger Verstimmung zwischen Berlin und Kiew soll Aussenministerin Annalena Baerbock (GrĂĽne) „demnächst“ in die Ukraine reisen. Das kĂĽndigte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Petr Fiala in Berlin an. Wenige Stunden zuvor hatte der zunächst in Kiew unerwĂĽnschte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Das sei eine „gute Sache“, sagte Scholz, der sich zunächst aber nicht zu eventuellen eigenen Reiseplänen äusserte.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hatte unterdessen für Sonntag ebenfalls eine Reise in die Ukraine angekündigt. Sie wäre als Parlamentspräsidentin die bislang höchste Repräsentantin Deutschlands in Kiew seit Ausbruch des Krieges.

Der Bundeskanzler war seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar nicht mehr in Kiew gewesen und für seine Zurückhaltung teils scharf kritisiert worden. Weitere Irritationen entstanden, nachdem die ukrainische Seite Mitte April einen Besuch Steinmeiers in Kiew abgelehnt hatte. Wegen dieses Affronts hatte Scholz mehrfach erklärt, vorerst nicht in die Ukraine reisen zu wollen.

10:49 – Russisches Militär meldet Angriffe auf Kirowohrad und Mykolajiw

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben strategisch wichtige Ziele in ukrainischen Grossstädten beschossen. «Mit Hochpräzisionsraketen wurde auf dem Militärflughafen Kanatowo nahe Kirowohrad Flugzeugtechnik und in der Stadt Mykolajiw ein riesiges Munitionsdepot vernichtet», sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in seinem täglichen Lagebericht am Donnerstag. Darüber hinaus sei im Kreis Schowtnewe, das ebenfalls zum Gebiet Mykolajiw zählt, ein Treibstofflager für die ukrainische Armee zerstört worden.

Die taktische Luftwaffe und Heeresflieger hätten in der Nacht 93 Militärobjekte beschossen, die Artillerie insgesamt mehr als 500 Ziele. Allein durch den Artilleriebeschuss seien mehr als 600 gegnerische Soldaten und 61 Kampffahrzeuge vernichtet worden, sagte Konaschenkow.

Die Luftabwehr habe zur gleichen Zeit drei Kampfflugzeuge, eine Su-24 über der Schlangeninsel, eine Su-25 über dem Gebiet Dnipropetrowsk und eine Su-27 über dem Gebiet Cherson, abgeschossen. Darüber hinaus berichtete der russische Generalmajor über den Abschuss von 14 ukrainischen Drohnen, darunter eine Bayraktar. Von unabhängiger Seite liessen sich diese Angaben nicht überprüfen.

09:05 – Tote und Verletzte nach Raketenbeschuss von Städten im Donbass

Nach dem massiven Beschuss mehrerer ukrainischer Städte im Donbass melden die örtlichen Behörden viele Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

«Nach einem Raketeneinschlag in Kramatorsk gibt es 25 Verletzte, beschädigt wurden 9 Wohnhäuser, die Schule und Objekte der zivilen Infrastruktur», teilte der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Nach Kyrylenkos Angaben wurden auch Tschasiw Jar, Marjinka und Awdijiwka beschossen. Dabei habe es in Tschasiw Jar mindestens einen Toten gegeben.

Der Gouverneur der ebenfalls schwer umkämpften Region Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von mindestens fünf Toten durch den Beschuss der Städte Sjewjerodonezk, Lyssytschansk, Hirske und Popasna. Über die Anzahl der Verletzten machte er keine Angaben. Auch hier seien Wohnhäuser und Infrastruktur schwer beschädigt worden, teilte Hajdaj mit.

07:45 – Ukraine meldet neue Angriffe auf Azovstal in Mariupol

Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben die russischen Truppen erneut versucht, das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol zu erstürmen. «Mit Unterstützung der Luftwaffe hat der Gegner seinen Angriff mit dem Ziel erneuert, das Fabrikgelände unter seine Kontrolle zu bringen», teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstagmorgen in seinem Lagebericht mit.

In dem Stahlwerk haben neben den ukrainischen Kämpfern Schätzungen zufolge auch noch bis zu 200 Zivilisten Zuflucht gesucht. Für die nächsten Tage hat Russland eine tägliche, auf mehrere Stunden begrenzte Feuerpause angekündigt, damit diese Menschen sich in Sicherheit bringen können.

Gespannt bleibt die Lage auch an anderen Frontabschnitten im Donbass. Demnach stehen die ukrainischen Truppen vor Donezk unter schwerem Beschuss von Artillerie und Luftwaffe. Das russische Militär versucht, weiter Angriffe auf die Städte Liman, Popasna und Sjewjerodonezk zu initiieren. Eigenen Angaben nach konnten die Ukrainer die Angriffe abwehren.

Einen Erfolg meldete der Generalstab von der Südfront: Demnach sei es dort gelungen, dem Gegner die Kontrolle über mehrere Ortschaften an der Grenze zwischen den Gebieten Cherson und Mykolajiw zu entreissen. Details und Ortsnamen nannte die Kiewer Militärführung dabei nicht. Von unabhängiger Seite liessen sich die Angaben nicht überprüfen.

05.10 – Russische Streitkräfte simulieren in Kaliningrad einen Atomangriff

Die russischen Streitkräfte in Kaliningrad haben nach Angaben aus Moskau inmitten der Offensive in der Ukraine Angriffe mit nuklearwaffenfähigen Raketen simuliert.

Im Rahmen einer Übung hätten rund 100 Soldaten den elektronischen Start von mobilen ballistischen Raketensystemen mit Atomwaffen vom Typ Iskander simuliert, erklärte das Verteidigungsministerium am Mittwoch. Die Streitkräfte übten Angriffe auf militärische Ziele eines imaginären Feinds sowie die Reaktion auf einen Gegenschlag.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seit Beginn der Militäroperation in der Ukraine angedeutet, dass er bereit sei, Russlands taktische Atomwaffen einzusetzen. Ende Februar versetzte Russland seine Atomstreitkräfte in höhere Alarmbereitschaft. Der Kremlchef warnte zudem vor einer «blitzschnellen» Vergeltung, falls der Westen direkt in den Ukraine-Konflikt eingreifen sollte.

Kaliningrad ist eine russische Enklave an der Ostsee zwischen den beiden EU- und Nato-Mitgliedern Polen und Litauen.

01.06 – Russische Raketenangriffe stören ukrainischen Zugverkehr

Die wiederholten russischen Raketenangriffe auf Eisenbahnanlagen in der Ukraine haben den Zugverkehr empfindlich gestört. Nach einem Überblick der staatlichen Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja vom späten Mittwochabend waren etwa 20 Fernzüge mit Verspätungen von bis zu zwölf Stunden unterwegs.

«Russland versucht, unsere Logistik zu ruinieren, weil sie uns im Felde nicht besiegen können», schrieb der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, auf Telegram. Er bestätigte den Angriff auf ein Objekt der Eisenbahn mitten in der Stadt Dnipro.

Nicht verifizierte Videos im Internet liessen vermuten, dass dort eine Eisenbahnbrücke über den breiten Strom Dnipro getroffen worden war. Der Zugverkehr an der Stelle sei eingestellt worden, teilten örtliche Behörden mit. Russland versucht mit den Angriffen auf die Bahn, den Nachschub an westlichen Waffen für die Ukraine zu unterbrechen.

Angesichts der anfliegenden russischen Raketen herrschte fast in allen Teilen der Ukraine am Mittwochabend Luftalarm. Explosionen wurden aus den Gebieten Mykolajiw, Kiew, Tscherkassy und Saporischschja gemeldet.

Mittwoch, 4. Mai 2022

18:00 Selenskyj lehnt Gebietsabtretungen an Russland ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat russischen Forderungen nach Gebietsabtretungen ein weiteres Mal eine klare Absage erteilt. „Das Ziel eines jeden Ukrainers ist die Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit in den internationalen Grenzen“, sagte Selenskyj bei einer Veranstaltung des „Wall Street Journals“ laut einer Mitteilung vom Mittwoch. „Wir werden nicht auf einen eingefrorenen Konflikt eingehen“, betonte er. Die russischen Truppen mĂĽssten sich zurĂĽckziehen. Ausserdem mĂĽsse Kremlchef Wladimir Putin einer Waffenruhe zustimmen. „Und das, wenn möglich, öffentlich“, forderte Selenskyj. Das wiederum sei die Voraussetzung fĂĽr ein Friedensabkommen.

Zugleich gestand der 44-Jährige ein, dass die Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit insbesondere mit Blick auf die seit 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim „schwierig“ werde. Moskau hatte Ende Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen und fordert unter anderem die Anerkennung der Krim als russisch sowie die Unabhängigkeit der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk.

17:30 – Ungarn lehnt EU-Vorschlag fĂĽr Ă–l-Embargo „in dieser Form“ ab

Ungarn lehnt den jĂĽngsten Vorschlag der EU-Kommission fĂĽr ein Ă–l-Embargo gegen Russland in seiner gegenwärtigen Form ab. „Dieses Sanktionspaket wĂĽrde die Energieversorgung Ungarns völlig unmöglich machen“, erklärte Aussenminister Peter Szijjarto in einem Video auf seiner Facebook-Seite.

Sein Land verlange deshalb, dass russische Erdöl-Importe, die über Pipelines erfolgen, von den Sanktionen grundsätzlich ausgenommen werden. In der gegenwärtigen Form könne Ungarn dem EU-Sanktionsvorschlag nicht zustimmen, führte Szijjarto weiter aus.

Die fĂĽr das Funktionieren seiner Wirtschaft nötige Energie könne das Land in ausreichendem Masse nur aus Russland importieren. „Das ist keine Frage mangelnden politischen Willens, keine Frage von Absichten oder Fristen, sondern ganz einfach eine physische, geografische und infrastrukturelle Realität.“

09:43 – FlĂĽchtlingshilfsorganisation Pro Asyl prangert Verschleppungen an

Die FlĂĽchtlingshilfsorganisation Pro Asyl hat Verschleppungen von Ukrainern nach Russland angeprangert: „Wenn man Menschen, die fliehen wollen, an der Flucht hindert und in einen anderen Staat bringt, dann ist das eine Verschleppung und damit eine krasse Menschenrechtsverletzung“, sagte ihr GeschäftsfĂĽhrer GĂĽnter Burkhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
„Das reiht sich ein in eine Kette verbrecherischer Handlungen, die das Putin-Regime begeht. Allerdings sind die Handlungsmöglichkeiten anderer Staaten in einem eskalierenden Krieg begrenzt.“

05:55 – EU strebt Boykott von russischem Ă–l an 

Angesichts des Moskauer Angriffskrieges auf die Ukraine strebt die Europäische Union einen Importstopp für russisches Öl an. Das sieht der Vorschlag der EU-Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes für ein neues Paket mit Russland-Sanktionen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel in der Nacht zum Mittwoch erfuhr. Um den Ländern Zeit für die Umstellung geben, soll es Übergangsfristen geben. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die Pläne am Mittwoch in Strassburg offiziell vorstellen.

05:06 – Russische Raketen gegen ukrainische Eisenbahn

Mit massivem Raketenbeschuss auf ukrainische Eisenbahnanlagen versucht Russland den Nachschub an westlichen Waffen zu stoppen. Sechs Bahnhöfe im Westen und in der Mitte der Ukraine seien am Dienstag getroffen worden, teilte die staatliche Bahngesellschaft mit. Opfer unter den Angestellten und Passagieren habe es nicht gegeben. 14 Personenzüge seien zeitweise verspätet gewesen. Die Raketen trafen auch drei Umspannwerke im westukrainischen Gebiet Lwiw und eins in den Transkarpaten an der Grenze zu Ungarn. Auch dabei ging es angeblich darum, die Stromversorgung der Bahn zu treffen.

 

ZUSAMMENFASSUNG (bisheriges im Ăśberblick)

Russland dringt am 24. Februar in die Ukraine ein

Am 24. Februar dringt die russische Armee mit Panzern und Fluzeugen in die Ukraine ein. Kremelchef Wladimir Putin hat die Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk anerkannt und eine Entsendung 150’000 russischer Soldaten angeordnet. Es kommt zu Bombardierungen, Raketenangriffen und zu Cyberattaken. Der Kremlchef plant zum zweiten Mal nach 2014 einen Einmarsch in die Ukraine. Der Westen wirft Putin vor, gegen Völkerrecht zu verstossen.

NATO verlegt Spezial-Einsatztruppe nach Osteuropa

Zur Verstärkung der Ostflanke und zur Abschreckung Russlands verlegt die Nato Kräfte der schnellen Einsatztruppe NRF in das ukrainische Nachbarland Rumänien. Später werden die NATO-Truppen in Polen, Estland, Lettland und weiteren Ländern aufgestockt.

Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt daher ebenfalls die Verstärkung seiner Truppen an den Grenzen zum Westen. Die Nato-Mitglieder Polen und die drei baltischen Staaten haben eine gemeinsame Grenze mit Russland. Die Ukraine grenzt an mehrere andere Nato-Staaten: Ungarn, Rumänien und die Slowakei.

EU und USA verhängen Sanktionen gegen Russland

Die EU verhängt Sanktionen gegen Russland und gegen den belarusischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Unter anderem friert die EU Vermögen russischer Oligarchen ein und sperrt den Luftraum für russische Flugzeuge. Der Ausschluss russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift ist dabei eine drastische Sanktion. China lehnt den Einsatz von Sanktionen gegen Russland ab.

Russland setzt Atomwaffen in Alarmbereitschaft

Russland versetzt seine sogenannten Abschreckunsgkräfte in Alarmbereitschaft. Das sagt Russlands Präsident Wladimir Putin am Sonntag in einem Gespräch mit der russischen Militärführung, welche im Fernsehen übetragen wurde. Diese Abschreckungskräfte können auch Atomwaffen umfassen. Die Vereinten Nationen haben sich äusserst besorgt über den russischen Schritt geäussert, die Abschreckungswaffen der Atommacht in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Friedensverhandlungen bisher erfolglos

Mehrere Friedensverhandlungen sind der beiden Parteien sind bisher gescheitert. – Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Bedingungen fĂĽr eine Beendigung der „Militär-Operation“ in der Ukraine nach Kremlangaben bekräftigt. Die Ukraine mĂĽsse die „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität ĂĽber die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen, teilte der Kreml am Dienstagabend in Moskau mit. Zudem mĂĽsse die Ukraine entmilitarisiert und in einen neutralen Status ĂĽberfĂĽhrt werden.

Erste Grossstadt am 3. März unter russischer Kontrolle

Das russische Militär hat eigenen Angaben zufolge am 3. März die volle Kontrolle ĂĽber die seit Tagen umkämpfte sĂĽdukrainische Grossstadt Cherson erlangt. Es ist die erste ukrainische Gebietshauptstadt, die russische Truppen seit Ausbruch des Krieges unter ihre Kontrolle gebracht haben. – Die russische Armee erhöht den Druck auf die ukrainischen Grossstädte und steht vor den Toren Kyjiws. In der Nacht vom 9. März gab es in Kyjiw einen Luftalarm. Trotz des Vormarschs russischer Truppen will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bis zum Kriegsende in der Hauptstadt Kyjiw bleiben. Selenskyj äusserte sich vor dem Hintergrund ständiger Spekulationen ĂĽber einen Gang der ukrainischen Regierung ins Exil.

Nato will Eskalation verhindern

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Enttäuschung auf die Absage der Nato reagiert, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Der Nato-Generalsekretär hatte nach Beratungen der Aussenminister der Mitgliedstaaten in Brüssel erklärt, die Alliierten seien sich einig, dass Nato-Flugzeuge nicht im ukrainischen Luftraum operieren sollten. Man habe die Verantwortung, eine Eskalation des Krieges über die Ukraine hinaus zu verhindern.

Katastrophale humanitäre Lage

Viele Tage, so der Bürgermeister der Hafenstadt Mariupol, leide die Stadt bereits unter «unerbittlichen Angriffen» von russischer Seite. Von Bewohnern hiess es zuvor, dass sie praktisch weder Wasser, noch Strom, noch Gas hätten. Der Krieg verursacht auch in anderen von Russland bombardierten ukrainischen Städten grosses Leid und Not in der Zivilbvölkerung.

EU rechnet mit bis zu fĂĽnf Millionen FlĂĽchtlingen

Die EU rechnet wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit bis zu fĂĽnf Millionen KriegsflĂĽchtlingen. Angesichts des schnellen Anstiegs sei stark zu befĂĽrchten, dass man die Zahl von fĂĽnf Millionen Personen erreichen könnte. „Das ist eine vernĂĽnftige Schätzung“, erklärte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell. „Eine so grosse FlĂĽchtlingsbewegung haben wir seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr erlebt.“

Ă–lpreis auf historischem Rekord

Wegen der zunehmenden Angst vor den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die weltweite Energieversorgung schnellt der Ölpreis weiter in die Höhe. Der historische Rekordpreis für ein Barrel Brent steigt praktisch täglich.

AKW Tschernobyl und nukleares Forschungszentrum Charkiw beschossen

Das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl ist nach der Einnahme durch russische Einheiten von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch Beschuss seien Stromleitungen beschädigt worden, teilte der ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho mit. Kampfhandlungen nördlich von Kyjiw verhinderten Reparaturarbeiten.

In der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine wurde ein nukleares Forschungszentrum beschossen. Am Institut fĂĽr Physik und Technologie befindet sich ein Forschungsreaktor, der mit schwach angereichertem Uran betrieben wird.

Lawrow und Kuleba verhandeln erstmals seit Kriegsbeginn – Fortschritte werden keine erzielt

Zwei Wochen nach Kriegsausbruch haben sich Russlands Aussenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba in der Türkei getroffen. Das Treffen der Aussenminister von Russland und der Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Ministers Dmytro Kuleba keine entscheidenden Fortschritte gebracht. So gelang es auch nicht, humanitäre Korridore für die Stadt Mariupol am Asowschen Meer zu vereinbaren.

Krieg erreicht am 13. März die westukrainische Stadt Lwiw

Der russische Krieg in der Ukraine hat die westukrainische Metropole Lwiw erreicht, in der sich viele Flüchtlinge sammeln. Die Stadt wurde am 18. Tag der Invasion von Explosionen erschüttert. Südwestlich von Lwiw liegt ein Flughafen. Ausserdem gibt es an der Grenze zu Polen eine ukrainische Militärbasis. Am Morgen des 18. März gab es erneut zahlreiche Angriffe auf in der Region Lwiw, die bis anhin eher glimpflich davongekommen war.

Prekäre Situation in der belagerten Hafenstadt Mariupol

Die Hafenstadt Mariupol mit ihren rund 400.000 Einwohnern liegt strategisch wichtig gelegen zwischen den pro-russischen Separatistengebieten Donetzk und Luhansk und der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Die Stadt gilt als eine der am heftigsten umkämpften Städte des Krieges. Nahrungsmittel und Wasser sind aufgrund der Belagerung knapp, der ist Strom ausgefallen und Hilfslieferungen in die und Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung aus der Stadt sind immer wieder gescheitert.

Bereits am 17. März meldeten die Stadtbehörden, dass rund 80 Prozent der Häuser in Mariupol durch russische Angriffe zerstört worden seien. In der Nacht auf den 20. März wurde eine Kunstschule bombardiert, in der rund 400 Menschen Schutz gesucht hätten.

Mehrere Explosionen im Westen von Kyjiw – Mehrere Tote

Beim Beschuss von mehreren Gebäuden im Westen der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind am späten Sonntagabend (27. März) mindestens vier Menschen getötet worden. Das teilte der örtliche Zivilschutz auf seiner Facebook-Seite am Montagmorgen mit. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden bei dem Angriff mehrere Wohnhäuser im Stadtteil Podil beschädigt und in Brand gesetzt.

Russland will den Donbass «befreien»

Die russische Armee will sich nach offiziellen Angaben bei ihrem Vorgehen in der Ukraine künftig auf die «Befreiung» der Donbass-Region im Osten des Landes konzentrieren.

Friedensverhandlungen – ein winziger Hoffnungsschimmer

Nach neuen Friedensgesprächen mit der Ukraine hat Russland zugesagt, seine Kampfhandlungen an der nördlichen Front bei Kyjiw und Tschernihiw deutlich zurückzufahren. Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin sagte nach dem Treffen am Dienstag in Istanbul, seine Regierung wolle so Vertrauen aufbauen und weitere Verhandlungen ermöglichen. Moskaus Delegationsleiter Wladimir Medinski lobte die mehrstündigen Gespräche als konstruktiv. Russland sei daher bereit, Schritte zur Deeskalation zu gehen.

Russen greiffen vermehrt Ostukraine an

Das russische Militär konzentriert seine Angriffe nach ukrainischen Angaben auf die östlich gelegenen Gebiete der Ukraine. Es gebe Luftangriffe auf die Städte Mariupol, Charkiw und Tschernihiw, sagte der Präsidentenberater Olexij Arestowytsch am Samstag im ukrainischen Fernsehen.

Kyjiw wieder unter ukrainischer Kontrolle – Gräueltaten in Butscha

Gut fünf Wochen nach dem russischen Einmarsch hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben wieder die volle militärische Kontrolle über die Region um die Hauptstadt Kyjiw erlangt. 

Ukrainische Truppen entdeckten in der zurückeroberten Stadt Butscha nordwestlich von Kyjiw Dutzende tote Zivilisten. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden, twitterte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak.

EU-Staaten weisen zahlreiche russische Diplomaten aus

Wie der litauische Aussenminister Gabrielius Landsbergis heute mitteilte, fährt Litauen aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Enthüllungen schwerer Kriegsverbrechen seine diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland Russland zurück. Der litauische Botschafter in Moskau wir zurückgerufen, der russische Botschafter in Vilnius wurde angewiesen, Litauen zu verlassen.

Deutschland hat derweil 40 russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt, was einer Ausweisung gleichkommt. Auch Frankreich weist zahlreiche russische Diplomaten aus. Estland und Österreich haben die jeweiligen russischen Botschafter einbestellt.

Russische Mitgliedschaft im UNO-Menschenrechtsrat ausgesetzt

Als Reaktion auf Berichte über russische Menschenrechtsverletzungen im Ukraine-Krieg hat die UN-Vollversammlung die Mitgliedschaft Russlands im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ausgesetzt. Eine unter anderem vom Vereinigten Königreich und den USA eingebrachte entsprechende Resolution wurde am Donnerstag in New York von der Vollversammlung verabschiedet. 93 Mitglieder stimmten dafür, 58 Mitglieder enthielten sich. 24 Mitglieder stimmten dagegen, darunter neben Russland unter anderem noch Algerien, Bolivien, China, Kuba, Nordkorea, Eritrea, Äthiopien, der Iran und Syrien. Insgesamt kam so die notwendige Zweidrittelmehrheit zusammen, für die Enthaltungen nicht gezählt wurden.

Russisches Kriegsschiff „Moskwa“ beschädigt – Streit um Ursache

Russland muss in seinem Krieg gegen die Ukraine kĂĽnftig auf seinen wichtigsten Raketenkreuzer im Schwarzen Meer verzichten. Um 1:05 Uhr Ortszeit in der Nacht zum Donnerstag morst das Kriegsschiff „Moskwa“ der Schwarzmeerflotte SOS: Das Schiff sei nach einer Explosion im Munitionslager schwer beschädigt, die Crew evakuiert, heisst es im Funkspruch. Die Ursachen wĂĽrden untersucht.

Die Schlacht um den Donbass hat begonnen 

In der Ukraine hat die russische Armee nach Angaben aus Kyjiw den erwarteten Grossangriff im Osten gestartet. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Montagabend in einer Videobotschaft: „Wir können jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereitet haben.“ Der Leiter des PräsidentenbĂĽros, Andrij Jermak, teilte mit: „Donbass: Es hat die zweite Phase des Krieges begonnen, doch sage ich euch, glaubt an die Streitkräfte der Ukraine.“ Auch der Generalstab in Kyjiw hatte von „Anzeichen“ einer Offensive berichtet. Von russischer Seite gab es dafĂĽr zunächst keine Bestätigung.

Ukrainische Truppen in Mariupol bitten um Evakuierung in Drittstaat

In einem dramatischen Appell hat der ukrainische Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol um eine Evakuierung in einen Drittstaat gebeten. „Der Feind ist uns 10 zu 1 ĂĽberlegen“, sagte Serhij Wolyna, Kommandeur der ukrainischen 36. Marineinfanteriebrigade, in einer am frĂĽhen Mittwochmorgen auf Facebook veröffentlichten einminĂĽtigen Videobotschaft. „Wir appellieren an alle fĂĽhrenden Politiker der Welt, uns zu helfen.“

Mehr als 1000 Tote Zivilisten in Region Kiew gefunden

Seit dem Abzug russischer Truppen vor mehr als drei Wochen sind im Gebiet Kiew nach Polizeiangaben bisher mehr als 1000 Leichen gefunden worden. «Gerade beträgt die Zahl der Toten 1084, die von Ermittlern untersucht und zur Gerichtsmedizin gebracht wurden», sagte der Polizeichef der Region um die Hauptstadt Kiew, Andrij Njebytow, am Freitag im ukrainischen Fernsehen. Es handele sich um Zivilisten, die in keiner Beziehung zur Gebietsverteidigung oder anderen militärischen Verbindungen gestanden hätten.

Fluchtkorridor für Mariupol bestätigt

Die ukrainischen Behörden haben das Zustandekommen eines Fluchtkorridors fĂĽr die vom Krieg zerstörte Hafenstadt Mariupol bestätigt. „Die Evakuierung aus dem okkupierten Mariupol beginnt um 11.00 Uhr vom Einkaufszentrum „Port-City“ aus“, teilte der ukrainische Stadtrat von Mariupol am Samstag auf seinem Telegram-Kanal mit. Die Busse in die von der Ukraine kontrollierte Grossstadt Saporischschja seien fĂĽr Frauen, Kinder und Alte gedacht, teilte die Behörde weiter mit.

Schweiz verhindert deutsche Waffenlieferung

Deutschland kann Schweizer Munition wegen eines Vetos aus Bern nicht an die Ukraine liefern. Das hat das Schweizer Wirtschaftsdepartement (Seco) laut einem Bericht der Sonntagszeitung bestätigt. Zwei Anfragen zur Weitergabe von Munition seien beim Seco eingetroffen.

Gazprom bestätigt Lieferstopp für Polen und Bulgarien

Der russische Energiekonzern Gazprom hat bestätigt, kein Gas mehr nach Polen und Bulgarien zu liefern und mit weiteren Lieferkürzungen gedroht, sollten sich beide Länder am Transitgas bedienen. Gazprom habe die Lieferungen eingestellt, weil die Gasunternehmen nicht rechtzeitig in Rubel gezahlt hätten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Russische Agenturen melden 25 evakuierte Zivilisten aus Mariupoler Stahlwerk

Aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind Berichten russischer Nachrichtenagenturen zufolge 25 Zivilisten evakuiert worden. Unter den Geretteten seien sechs Kinder, meldeten Tass und Ria Nowosti am Samstag ĂĽbereinstimmend unter Berufung auf ihre jeweiligen Korrespondenten.

(text:sda&beo/bild:keystone)