12 Oktober 2022

Preise fĂŒr Wohneigentum in der Schweiz steigen weiter

Bisher zeigt sich der Schweizer Immobilienmarkt noch weitgehend immun gegenĂŒber den steigenden Zinsen. Die Preise fĂŒr Wohneigentum sind im dritten Quartal erneut gestiegen. Doch mehren sich laut Experten die Zeichen, dass der Immobilienboom bald zu Ende gehen könnte.

Trotz höherer Finanzierungskosten sind die Preise fĂŒr Wohneigentum im 3. Quartal 2022 um 1,4 Prozent gestiegen, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten „SWX Iazi Private Real Estate Price Index “ hervorgeht. GemĂ€ss Auswertung der aktuellsten Markttransaktionen hat die Zahlungsbereitschaft fĂŒr EinfamilienhĂ€user um 2,0 Prozent und fĂŒr Eigentumswohnungen um 0,7 Prozent zugenommen. Damit ergibt sich fĂŒr die vergangenen zwölf Monate eine kumulierte Preissteigerung von 5,5 Prozent. Dies liegt laut Iazi weit ĂŒber dem langjĂ€hrigen Durchschnitt.

Auch die Transaktionspreise fĂŒr Renditeliegenschaften sind im 3. Quartal 2022 stark gestiegen, nĂ€mlich um 1,9 Prozent. Dies ergibt eine Preisentwicklung auf Jahresbasis von 6 Prozent.

Diese Entwicklung zeige, dass die Hypothekarkonditionen die Nachfrage bis anhin noch kaum beeinflussten, sagt Iazi-Chef Donato Scognamiglio gemĂ€ss Mitteilung. Gerade in Zeiten erhöhter Geldentwertung und Unsicherheit an den MĂ€rkten steige die Nachfrage nach Sachwerten wie Immobilien. Zudem stĂŒtzten die rĂŒcklĂ€ufige BautĂ€tigkeit und die Angebotsverknappung die Preise.

Ähnlich tönte es bei dem Anfangs Oktober von der SMG Swiss Marketplace Group und Iazi veröffentlichten „Swiss Real Estate Offer Index“. Demnach zeigten die Zinserhöhungen der Schweizerischen Nationalbank am Eigenheimmarkt bisher praktisch keinen Einfluss. GrĂŒnde dafĂŒr sahen die Autoren ebenfalls in der robusten Wohnraumnachfrage und dem knappen Angebot.

Allerdings reagiere der Schweizer Eigenheimmarkt eher trÀge auf VerÀnderungen. Vom Kaufentscheid bis zur Unterschrift beim Notar könnten gut und gerne ein paar Monate verstreichen. Ein Abflachen der Wachstumskurve im nÀchsten Quartal sei deshalb denkbar.

Die Zeichen verdichten sich laut Iazi, dass der jahrelange Immobilien-Boom zu einem vorlÀufigen Ende komme, so Iazi. Die Renditedifferenzen von Immobilienfonds, Immobilienaktien sowie Direktanlagen zu Schweizer Bundesobligationen seien bereits stark gesunken. Und jeder weitere Zinsschritt reduziere die relative AttraktivitÀt von Immobilien.

Solange die Notenbanken die rekordhohe Inflation nicht unter Kontrolle brĂ€chten, seien weitere Anhebungen der Leitzinsen fast unvermeidlich. Zudem dĂŒrften bis Ende Jahr einige institutionelle Investoren wegen der Verluste an der Börse ihre Portfolios neu ausbalancieren. Daher könnte es zu vermehrten VerkĂ€ufen von Renditeobjekten kommen, was den Korrekturdruck auf die Preise von Immobilienanlagen weiter steigen liesse.

(text:sda/bild:unsplash)