1 Juni 2021

Schweiz kann ohne Rahmenabkommen gut leben

Der Schweizer Industrielle Michael Pieper rechnet mit keinen wirtschaftlichen Nachteilen wegen des gescheiterten Rahmenabkommens mit der Europäischen Union. Die Schweiz habe sich immer dann am besten geschlagen, wenn sie unter Druck gestanden sei.

„Warum sollte es dieses Mal anders sein?“, sagte Pieper in Gespr√§chen mit der „Neuen Z√ľrcher Zeitung“ und den Zeitungen der CH Media. Die Schweiz geh√∂re technologisch zu den weltweit f√ľhrenden Nationen und punkte auch mit einem g√ľnstigen Steuerklima.

Mit dem Abbruch der Verhandlungen √ľber ein Rahmenabkommen Schweiz-EU schaffe der Bundesrat endlich Klarheit. „Man h√§tte die Absage vielleicht noch etwas eleganter hinkriegen k√∂nnen. Aber es ist gut, dass wir jetzt wissen, woran wir sind“, sagte der 75-j√§hrige Pieper.

Er selbst sei beim Streit um das Rahmenabkommen immer in der Mitte gestanden. Er habe keine Angst um die Schweiz. Und er sei sich sicher, das gute und innovative Produkte aus der Schweiz auch ohne das Abkommen Erfolg h√§tten. Das gelte auch f√ľr Medizinalprodukte.

Der ganze Prozess bei den Verhandlungen √ľber einen Rahmenvertrag habe mit sieben Jahren zu lange gedauert. Man h√§tte fr√ľher entweder eine Volksabstimmung machen oder das Abkommen beerdigen m√ľssen.

Pieper geh√∂rt dank seiner Beteiligungen im Industriesektor (unter anderem an Franke, Feintool und Autoneum) sowie seinem Immobilien-Portefeuille zu den verm√∂gendsten Schweizer Unternehmern. Die Engagements des Milliard√§rs sind in der Artemis Group geb√ľndelt.

Die Artemis Group erzielte im letzten Gesch√§ftsjahr einen Umsatz von 2,8 Milliarden Franken (-13 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr). Das Betriebsergebnis (EBIT) halbierte sich auf 74,7 Millionen Franken. Der Konzerngewinn sank um 37 Prozent auf 102,9 Millionen Franken.

(text:sda/bild:sda)