17 Juni 2021

Pfadi Winterthur zum zehnten Mal Schweizer Meister

Pfadi Winterthur ist zum erstem Mal seit 2004 und zum zehnten Mal insgesamt Schweizer Meister.

Das Team des scheidenden Trainers Adrian Br├╝ngger entschied mit 25:23 auch das dritte Spiel der Best-of-5-Finalserie gegen die Kadetten Schaffhausen zu seinen Gunsten.

Es war eine verr├╝ckte Partie. Nachdem die Kadetten in den ersten beiden Begegnungen weitgehend chancenlos gewesen waren, pr├Ąsentierten sie sich zu Beginn des Spiels wie ausgewechselt. Sie verwerteten die ersten elf Angriffe und f├╝hrten nach 14 Minuten 11:5. In der 27. Minute lagen die Schaffhauser immer noch mit sechs Toren vorne. Nach 30 Minuten stand es 17:13 f├╝r die G├Ąste.

Nach der Pause steigerten sich die Winterthurer in der Verteidigung. In der 40. Minute gingen sie mit 19:18 erstmals in F├╝hrung. Nach dem 23:23 (49.) gelang den Kadetten kein Treffer mehr; sechs seiner acht Paraden gelangen dem 22-j├Ąhrigen Winterthurer Goalie Yahav Shamir in den letzten 13 Minuten. In der ersten Halbzeit hatte er keinen Schuss abgewehrt. Auch Pfadi hatte nach dem 24:23 (53.) Ladehemmungen, das 25:23 fiel kurz vor der Schlusssirene.

Dass Kreisl├Ąufer Rastko Stojkovic f├╝r den Schlusspunkt verantwortlich zeichnete, entbehrte nicht einer gewissen Logik. Der bald 40-j├Ąhrige Serbe kann als entscheidendes Puzzleteil f├╝r den Meistertitel bezeichnet werden. In der finalen Partie steuerte er acht Tore zum Sieg bei, total brachte er es im Final auf 22 Treffer.

Stojkovic stiess im Januar zu Pfadi – als Freundschaftsdienst am Winterthurer Trainerassistenten und Sportchef Goran Cvetkovic. Zuvor hatte er nach der Saison 2019/20 nicht mehr auf h├Âherem Niveau gespielt. Mit seiner Routine – er gewann 2012 mit Serbien EM-Silber und wurde schon in seiner Heimat, Polen und Weissrussland Meister – machte er seine Mitspieler besser. Nach dem Engagement von Stojkovic siegte Pfadi in 18 von 19 Partien. In den Playoffs blieben die Winterthurer makellos. Im Viertelfinal liessen sie dem RTV Basel keine Chance, danach Suhr Aarau.

Von daher ist der Titel mehr als verdient. Pfadi war schon in der Qualifikation das beste Team. Noch spezieller macht den Erfolg, dass es f├╝r Br├╝ngger, der das Amt seit Anfang 2008 ununterbrochen innehatte, die letzte Saison als Trainer war. Bis am Donnerstagabend war er der Unvollendete. Zwar f├╝hrte er die Winterthurer zu drei Cupsiegen, die ersten f├╝nf Playoff-Finals verlor er jedoch allesamt – viermal gegen die Kadetten (jeweils 0:3). Nun hat er es doch noch geschafft. In der kommenden Saison ist Cvetkovic der Headcoach.

(text:sda/bild:unsplash)