26 August 2021

Pentagon bestÀtigt Explosion ausserhalb des Flughafens in Kabul

Bei einer Explosion ausserhalb des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es nach Angaben der USA mehrer Tote und dutzende Verletzte gegeben.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, schrieb am Donnerstag auf Twitter, das Pentagon könne bestĂ€tigen, dass die Explosion an einem der Flughafen-Tore „eine unbekannte Zahl von Opfern“ verursacht habe. CNN berichtete unter Berufung auf mehrere Beamte, dass auch US-Personal verletzt worden sei. Eine offizielle BestĂ€tigung gab es dafĂŒr zunĂ€chst nicht. Das tĂŒrkische Verteidigungsministerium berichtete ausserdem von einer zweiten Explosion ausserhalb des Flughafens. Bei dem Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben der militant-islamistischen Taliban mindestens 13 Menschen getötet worden. Mindestens 52 weitere seien verletzt worden, teilte der Sprecher des politischen BĂŒros der Taliban in Doha am Donnerstag mit.

Deutsche Soldaten waren von der Explosion einem Tweet des EinsatzfĂŒhrungskommandos zufolge nicht betroffen. „Nach bisherigen Erkenntnissen kam es heute Nachmittag gegen 15.20 Uhr MESZ zu einer Explosion im Aussenbereich des Flughafens Kabul“, teilte das EinsatzfĂŒhrungskommando am Donnerstag mit. NĂ€here Informationen lĂ€gen aber noch nicht vor.

Die Sicherheitslage rund um den Flughafen hatte sich in den vergangenen Stunden noch einmal deutlich zugespitzt. Die deutsche Botschaft in Afghanistan und andere Stellen hatten vor einer Terrorgefahr gewarnt. Die US-Botschaft hatte US-BĂŒrger, die sich am Abbey Gate, East Gate oder North Gate aufhielten, in der Nacht zu Donnerstag dazu aufgerufen, das Gebiet „sofort“ zu verlassen. Grossbritanniens StaatssekretĂ€r im Verteidigungsministerium, James Heappey, sprach noch am Donnerstagmorgen von der Drohung eines „ernsthaften, unmittelbaren, tödlichen Angriffs“ binnen Stunden auf den Flughafen oder die von westlichen Truppen genutzten Zentren.

Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan endet wegen des bevorstehenden Abzugs der US-StreitkrĂ€fte vom Flughafen und der Terrorgefahr in KĂŒrze. Am Donnerstagabend (Ortszeit) hoben die drei letzten Maschinen mit schutzbedĂŒrftigen Personen an Bord in Kabul ab. Die Bundeswehr hat damit am Donnerstag mit insgesamt vier Maschinen SchutzbedĂŒrftige und Soldaten dieses Einsatzes ausgeflogen.

Seit der MachtĂŒbernahme der militant-islamistischen Taliban versuchen Tausende Menschen, aus Afghanistan zu fliehen. Seit mehr als einer Woche versammeln sie sich rund um verschiedene EingĂ€nge des Flughafens, um auf einen Evakuierungsflug zu kommen. Dabei herrschten rund um den Flughafen dramatische ZustĂ€nde – mehrere Menschen sind ums Leben gekommen.

Die Bundeswehr hatte bereits am Dienstag berichtet, das zunehmend potenzielle SelbstmordattentĂ€ter der Terrororganisation Islamischer Staat in Kabul unterwegs seien. Ähnlich hatte sich US-PrĂ€sident Joe Biden geĂ€ussert. Praktisch tĂ€glich versuche ein örtlicher Ableger des IS, den Flughafen anzugreifen, hatte er erklĂ€rt. Die Terrormiliz sei auch ein „erklĂ€rter Feind“ der Taliban. Biden begrĂŒndete unter anderem mit dieser Terrorgefahr auch sein Festhalten an dem Plan, die US-Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen.

Einige internationale Partner hatten die USA zu einer VerlĂ€ngerung des Einsatzes aufgefordert, um noch mehr Zeit fĂŒr die Evakuierungen zu haben. Der MilitĂ€reinsatz ist von den US-Truppen abhĂ€ngig. Taliban-KĂ€mpfer sollen an ihren Kontrollstellen im Umfeld des Flughafens bereits mehrere AttentĂ€ter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) abgefangen und getötet haben, heisst es aus MilitĂ€rkreisen.

Die Taliban haben Mitte August die Macht in Afghanistan an sich gerissen.

(text:sda/bild:unsplash)