14 Juni 2021

Parahotellerie kommt im Coronajahr mit blauem Auge davon

Die Schweizer Parahotellerie hat im Coronajahr 2020 einen R√ľckgang bei den Logiern√§chten hinnehmen m√ľssen. Eine h√∂here Nachfrage inl√§ndischer G√§ste kompensierte den starken Einbruch bei den ausl√§ndischen G√§sten immerhin teilweise. Und den Campingpl√§tzen lief es sogar richtig gut.

Insgesamt verzeichnete die Parahotellerie 2020 im Vergleich zum Vorjahr bei den Logiern√§chten ein Minus von rund 11 Prozent. Sie lagen somit bei noch 14,8 Millionen, wie das Bundesamt f√ľr Statistik (BfS) am Montag bekannt gab. Rechnet man die Zahlen der Hotellerie und der Parahotellerie zusammen, so ergibt sich die Gesamtbilanz f√ľr den Schweizer Tourismus 2020. Im Coronajahr wurden hierzulande 38,5 Millionen Logiern√§chte verzeichnet, gegen√ľber 2019 ist das ein Minus von 31,5 Prozent. Betrachtet man wiederum nur die Parahotellerie, so entfiel der gr√∂sste Anteil der √úbernachtungen auf kommerziell bewirtschaftete Ferienwohnungen (48,4%). Mit einem Total von 7,2 Millionen Logiern√§chten nahm die Nachfrage gegen√ľber 2019 hier nur um 1,3 Prozent ab. St√§rker vom Corona-Einbruch betroffen waren die sogenannten Kollektivunterk√ľnfte, beispielsweise Jugendherbergen. Hier brachen die Logiern√§chte 2020 um satte 39,0 Prozent auf 3,4 Millionen ein. Der R√ľckgang fiel sowohl bei Schweizern wie auch bei Ausl√§ndern drastisch aus. So sanken die √úbernachtungen bei den inl√§ndischen G√§sten um rund 34 Prozent auf 3,0 Millionen. Bei G√§sten aus dem Ausland betrug das Minus gar knapp 60 Prozent und belief sich auf noch 450’000 √úbernachtungen. Besser lief es hingegen bei den Campingpl√§tzen. Trotz der Corona-Schliessungen im Fr√ľhling gelang ihnen 2020 ein Plus. So registrierten sie rund 11 Prozent mehr Logiern√§chte als im Vorjahr. In den Monaten Juli bis Oktober verzeichneten sie gar einen deutlichen Anstieg von 33,1 Prozent. Dazu trugen vor allem Schweizerinnen und Schweizer bei. Ganzj√§hrig betrachtet gingen 3,4 Millionen Camping-Logiern√§chte auf das Konto von inl√§ndischen G√§sten (+33,9%). Besucher aus dem Ausland √ľbernachteten hingegen nur 760’000 mal auf Schweizer Campingpl√§tzen (-36,8%).

Die Parahotellerie kam 2020 jedoch nicht nur mit einem blauen Auge davon, auch die Aussichten f√ľr den Sommer 2021 pr√§sentieren sich gut. Wie die Branchenorganisation IG Parahotellerie bereits im Mai mitteilte, sind etwa die TCS-Campingpl√§tze, der Ferienwohnungsanbieter Interhome oder die Reka-Feriend√∂rfer auf Rekordjagd. Die Onlinebuchungen f√ľr die TCS-Campingpl√§tze l√§gen um gut 250 Prozent √ľber dem Vorjahr, hiess es. Interhome verzeichne einen Anstieg um 85 Prozent, bei den Reka-Feriend√∂rfern betrage das Buchungsplus 30 Prozent. Die sogenannte Parahotellerie ist ein Teil des Beherbergungsgewerbes. Darunter versteht man Unterk√ľnfte, die zwar √§hnliche Services wie Hotels anbieten, aber keine klassischen Hotels sind. Gemeint sind damit also beispielsweise Privatzimmer, Ferienwohnungen, Appartements, Chalets, Jugendherbergen, Campingpl√§tze oder Pensionen.

(text:sda/bild:unsplash)