27 Juni 2021

Offener Brief fordert Teilnahme der Schweiz an Horizon Europe

18 Drittstaaten k├Ânnen ohne Abkommen provisorisch am EU-Forschungsprogramm Horizon Europe teilnehmen – nicht aber die Schweiz. Rund 20 europ├Ąische Forschungsorganisationen und -netzwerke fordern in einem offenen Brief die Teilnahme der Schweiz am EU-Programm.

Mitte Juni hatte die EU-Kommission das Arbeitsprogramm f├╝r Horizon Europe f├╝r den Zeitraum von 2021 bis 2022 gutgeheissen – in der H├Âhe von 14,7 Milliarden Euro.

Da jedoch die Assoziierungsabkommen mit den Drittstaaten f├╝r ihre Teilnahme am EU-Forschungsprogramm noch nicht fertig ausgehandelt sind, gibt es ├ťbergangsabkommen, wie Br├╝ssel mitteilte.

Diese sollen gew├Ąhrleisten, dass die Forscherinnen und Forscher dieser L├Ąnder trotzdem schon am Programm teilnehmen k├Ânnen. Insgesamt 18 L├Ąnder profitieren von diesen ├ťbergangsabkommen. Darunter sind Albanien, T├╝rkei und das Vereinigte K├Ânigreich.

Aber nicht so die Schweiz, wie aus einem Dokument der EU-Kommission hervor geht. „Juristische Einheiten aus der Schweiz sind derzeit nicht durch ├ťbergangsabkommen gedeckt“, steht da geschrieben.

Knapp 20 europ├Ąische Forschungsorganisationen und -netzwerke wie zum Beispiel „Science Europe“ oder das „Aurora Universities Network“ unterzeichneten einen offenen Brief. Dieser fordert die volle Teilnahme der Schweiz an Horizon Europe.

Im Brief heisst es, es sei wichtig, „die seit langem etablierte und gegenseitig vorteilhafte Kooperation zwischen der EU und der Schweiz in Forschung und Innovation weiterzuf├╝hren.“ Die Schweiz habe in vielen Bereichen einen wichtigen Beitrag geleistet – etwa bei der Gesundheit, dem Klima und der Quantentechnologie.

Die Schweiz nun zu einem Drittstaat zu degradieren, w├╝rde verhindern, dass sie ihre volle Expertise ins EU-Forschungsprogramm einbringen k├Ânne. „Wir sind ├╝berzeugt, dass dies zu Verlusten f├╝r beide Seiten f├╝hren w├╝rde (…)“, heisst es weiter.

Ganz unerwartet d├╝rfte der Entscheid aus Br├╝ssel nicht gekommen sein. Es ist bekannt, dass die EU die Schweizer Teilnahme an Horizon Europe an ein institutionelles Rahmenabkommen und seit kurzem auch an die Auszahlung der Koh├Ąsionsmilliarde gekn├╝pft hat.

Die Schweiz strebe jedoch weiterhin eine Vollassoziierung an, schrieb das Staatssekretariat f├╝r Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Freitag. Um aktuelle Finanzierungsl├╝cken zu ├╝berbr├╝cken, springt nun der Bund ein.

Denn auch Forschende aus Drittstaaten, wie im Moment die Schweiz, k├Ânnen sich laut SBFI an bestimmten Programmen und Initiativen von Horizon Europe beteiligen. Sie erhielten dann aber in der Regel keine Finanzierung ihrer Projektkosten aus Br├╝ssel. Hier erfolge die Finanzierung dann durch den Bund.

(text:sda/bild:unsplash)