16 Dezember 2021

├ľsterreich erlaubt Beihilfe zum Suizid

In ├ľsterreich k├Ânnen schwer kranke Menschen vom neuen Jahr an Zugang zu t├Âdlichen Medikamenten erhalten. Das Parlament in Wien beschloss am Donnerstagabend mit grosser Mehrheit gesetzliche Regeln f├╝r die Beihilfe zum Suizid. Die M├Âglichkeit einer Sterbeverf├╝gung – ├Ąhnlich einer Patientenverf├╝gung – steht allerdings nur Menschen offen, die dauerhaft schwer krank sind, und unheilbar Kranken. Aktive Sterbehilfe bleibt verboten. Die Neuregelung wurde notwendig, nachdem der Verfassungsgerichtshof das Verbot des assistierten Suizids aufgehoben hatte. Aus Sicht der Richter verst├Âsst dies gegen das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung.

Dem neuen „Sterbeverf├╝gungsgesetz“ zufolge m├╝ssen vor einer Selbstt├Âtung mehrere Voraussetzungen erf├╝llt werden: ein Mindestalter von 18 Jahren, eine medizinische Diagnose, Aufkl├Ąrungsgespr├Ąche mit zwei ├ärzten sowie eine mehrw├Âchige Bedenkzeit. Erst dann d├╝rfen Kranke bei einem Notar oder Patientenanwalt ihre Verf├╝gung aufsetzen. Danach k├Ânnen sie in einer Apotheke ein t├Âdliches Medikament bekommen.

Die regierenden Konservativen (├ľVP) und Gr├╝nen unterst├╝tzten das Gesetz im Nationalrat ebenso wie die oppositionellen Sozialdemokraten und die liberalen Neos. Nur die rechte FP├ľ stimmte nicht zu. Justizministerin Alma Zadic (Gr├╝ne) verwies darauf, dass auch Massnahmen ergriffen w├╝rden, um Alternativen zum Suizid zu bieten. Ein Gesetz zum Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung sei in Arbeit. Die Regierung stelle auch mehr Geld zur Vorbeugung vor Suiziden zur Verf├╝gung.

(text:sda/bild:unsplash)