1 Dezember 2021

Nur in Neuseeland fühlen sich Senioren gesünder als in der Schweiz

Der über 65-jährigen Wohnbevölkerung in der Schweiz geht es im internationalen Vergleich gut. Nur in Neuseeland fühlen sich Ältere subjektiv noch gesünder. Im Vergleich zu den beiden früheren Befragungen 2017 und 2014 haben sich die Werte der Schweizer Seniorinnen und Senioren stetig verbessert.

Gut acht von zehn Schweizer Befragten bezeichneten 2021 ihren Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet. Vor vier Jahren lag der Wert um 1,9 Prozentpunkte tiefer und weltweit nur an vierter Stelle. 2014 war der Anteil der älteren Schweizerinnen und Schweizer, die sich gut bis ausgezeichnet fühlten 3,2 Prozentpunkte tiefer als 2021 und weltweit auf Rang sechs.

Allerdings berichtet in der Schweiz fast ein Viertel von Einschränkungen in grundlegenden Aktivitäten des Alltags wie etwa aus dem Bett aufstehen. International ist das der zweithöchste Wert. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Commonwealth Fund in elf Ländern durchgeführt wurde und in der Schweiz unter der Leitung des BAG steht.

47,1 Prozent der Befragten in der Schweiz berichten über zwei oder mehr chronische Erkrankungen, vor allem Bluthochdruck und Arthritis. Bei der Anzahl chronischer Gebresten liegt die Schweiz demnach wie schon in den früheren Befragungen im Mittelfeld.

Allerdings haben die Seniorinnen und Senioren das mittlerweile besser im Griff: 64 Prozent berichteten 2021, sie hätten einen Behandlungsplan. 2017 war das noch nicht einmal bei der Hälfte der Fall.

Fast zwei Drittel der Befragten müssen mindestens zwei verschriebene Medikamente nehmen. Im internationalen Vergleich liegt das im Mittelfeld. In den USA schlucken drei Viertel der Befragten zwei oder mehr verschriebene Medikamente.

97 Prozent der Schweizer Auskunftspersonen hat einen Hausarzt und in neun von zehn Fällen erhalten die Befragten noch am selben Tag eine Antwort, wenn sie ihre Hausarztpraxis mit einem medizinischen Anliegen kontaktieren. Dagegen empfinden es die Hälfte der befragten Personen als schwierig, am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen medizinische Versorgung zu erhalten, ohne dabei einen Notfalldienst zu besuchen.

Schlecht ausgebaut scheint in der Schweiz die nicht-ärztliche medizinische Betreuung zu sein: Nur 7,2 Prozent der Befragten gaben an, zwischen Arztbesuchen eine Fachkraft zu haben, die mit ihnen Kontakt aufnimmt, um zu sehen, wie sie zurechtkommen. Nur in Frankreich ist dieser Wert ähnlich tief. In den USA bejahten 35,5 Prozent der Auskunftspersonen diese Frage, in Grossbritannien knapp 30 Prozent.

Trotzdem sind über 77 Prozent der Befragten in der Schweiz sehr oder vollständig zufrieden mit der Qualität der medizinischen Versorgung. Das sind zwar etwas weniger als 2017, aber international hat die Schweiz hier Plätze gut gemacht, da in Ländern wie Deutschland oder Kanada die Zufriedenheit der Betagten mit der Versorgung stark gesunken ist.

18,5 Prozent der älteren Bevölkerung fühlt sich isoliert – mehr als in früheren Befragungen zwar – aber im internationalen Vergleich ist das der niedrigste Wert vor Neuseeland.

Möglicherweise ist diese gute Inklusion der Älteren in der Schweiz der Grund dafür, dass sie moderne Kommunikationsmittel deutlich weniger nutzen als Senioren in andern Ländern. Während in Deutschland fast sechs von zehn Älteren mit elektronischen Mitteln Kontakt zu Verwandten und Freunden unterhalten, sind es in der Schweiz nur etwa halb so viele.

(text:sda/bild:unsplash)