17 April 2021

Boeing empfiehlt 16 Firmen zu grounden

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat bei seinem Flugzeugen des Typs 737 Max weitere MÀngel gefunden. Bereit vor einer Woche hatte Boeing wegen möglicher neuer Defekte Dutzende Flugzeuge ausser Betrieb genommen.

Boeings Problem mit der Elektrik des UnglĂŒcksflugzeuges 737 Max ist weitreichender als zunĂ€chst angenommen. Die ProduktionsmĂ€ngel betreffen Komponenten in mehreren Bereichen des Cockpits, wie Boeing am Freitag bestĂ€tigte. Boeing arbeite derzeit mit den betroffenen Fluggesellschaften an LösungsvorschlĂ€gen, um diese bei der US-Luftfahrtaufsicht FAA einzureichen.

Vor einer Woche hatte der Flugzeugbauer 16 Kunden vor einem potenziellen Defekt gewarnt und geraten, den Betrieb bestimmter Versionen der 737 Max auszusetzen, bis mögliche MĂ€ngel am Stromversorgungssystem ausgeschlossen werden können. US-Fluggesellschaften nahmen daraufhin vorsichtshalber Dutzende Maschinen aus dem Flugplan. Eine Lösung lĂ€sst aber bislang auf sich warten – wann die Jets wieder abheben können, bleibt vorerst unklar.

Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell und ein wichtiger Gewinnbringer. Die Baureihe war nach zwei AbstĂŒrzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und erst im November wieder in den USA zum Betrieb zugelassen worden. Als Grund fĂŒr die UnglĂŒcke galt eine defekte Steuerungssoftware. Die aktuellen Probleme stĂŒnden nicht im Zusammenhang damit, versichert Boeing. Angesichts der tragischen Vorgeschichte steht das Modell aber besonders im Fokus.

Dass die Probleme an der Elektrik zahlreicher 737-Max-Maschinen umfassender als anfangs gedacht sind, hatte am Freitag zunĂ€chst das Fachblatt „Aviation Week“ berichtet. Demzufolge sind rund 460 Jets betroffen, von denen aber erst 89 an Kunden ĂŒbergeben wurden. Boeing hat zahlreiche Maschinen auf Lager, die wĂ€hrend des Flugverbots produziert wurden, aber noch nicht ausgeliefert werden konnten. Die neuen MĂ€ngel könnten die Auslieferungen abermals bremsen.

(text:sda/bild:unsplash)