7 Mai 2021

Kein Corona-Ausbruch auf Mount Everest

Die nepalesische Regierung hat ein Team ins Basislager des Mount Everest entsandt, um herauszufinden, ob es dort einen Corona-Ausbruch gibt. Die Untersuchungen hÀtten ergeben, dass es kein Corona auf dem Everest gebe, sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums der Nachrichtenagentur DPA am Freitag.

Zuvor hatten mehrere Bergsteigerinnen und Bergsteiger auf sozialen Netzwerken und gegenĂŒber Medien berichtet, dass sie sich mit dem Virus infiziert hĂ€tten. Der polnische Bergsteiger Pawel Michalski etwa schrieb vergangene Woche auf Facebook, dass mehr als 30 Menschen in die Hauptstadt Kathmandu gebracht und spĂ€ter positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Auch eine Mitarbeiterin des CIWEC Hospital, Prativa Pandey, hatte der DPA vor zwei Wochen gesagt, dass mehrere positiv getestete Abenteurerinnen und Abenteurer behandelt wĂŒrden. Auf erneute Anfrage wollte sie sich nicht mehr dazu Ă€ussern.

Noch vor einem Jahr hatte die Regierung Nepals den Everest kurz vor Saisonbeginn dicht gemacht – wegen Corona. In der diesjĂ€hrigen FrĂŒhlingssaison stellte das Tourismusministerium des Himalaya-Landes einer Rekordzahl von auslĂ€ndischen Besuchern eine Genehmigung zur Besteigung aus – fĂŒr je 11 000 Dollar. Neben den auslĂ€ndischen Bergsteigern halten sich im Basislager noch Hunderte einheimische BergfĂŒhrer und TrĂ€ger auf. Als eines der nach UN-Angaben am wenigsten entwickelten LĂ€nder der Welt ist Nepal auf das Geld aus dem Ausland angewiesen.

Zurzeit steigen in dem Nachbarland Indiens jedoch die Corona-Zahlen immer schneller und die PositivitÀtsrate ist hoch. Am Donnerstag wurden 9070 Neuinfektionen bei 21 142 Tests erfasst. Besonders betroffen ist die Grenzregion zu Indien. Und wie in Indien gehen auch nepalesischen KrankenhÀusern die freien Betten aus. Zudem werden medizinischer Sauerstoff und Medikamente wie Remdesivir knapp, wie örtliche Medien berichteten.

Den Mount Everest können Bergsteiger nicht nur von Nepal, sondern auch von der chinesischen Norseite aus erklimmen. Als Vorsichtsmassnahme in der Pandemie erhielten dort in diesem Jahr allerdings nur 38 Bergsteiger eine Genehmigung fĂŒr die Klettersaison zwischen dem 31. MĂ€rz und dem 20. Mai, wie chinesische Staatsmedien am Freitag unter Hinweis auf das Sportamt Tibets berichteten. Vor zwei Jahren seien es noch 362 auf der Nordseite gewesen, von denen 241 den 8848,46 Metern hohen Berg erklommen hĂ€tten.

Umfassende Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen worden, um das Risiko von Infektionen zu minimieren, berichtete die „China Daily“. Es werde etwa hĂ€ufig Temperatur gemessen. Die Bergsteiger mĂŒssten beim Aufstieg vier Meter Abstand halten. Auch werde der Plan fĂŒr die Kletterer von der nepalesischen Seite genau beobachtet, um zu verhindern, dass sich Bergsteigerinnen und Bergsteiger begegneten.

Anders als Nepal hat China das Coronavirus im Griff. Seit drei Monaten hat das bevölkerungsreichste Land keine lokalen Infektionen mehr berichtet. Seit dem Sommer vergangenen Jahres gab es nur noch wenige AusbrĂŒche, auf die die Behörden immer mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung und QuarantĂ€ne reagierten. Auch herrschen strikte BeschrĂ€nkungen bei der Einreise, nach der mindestens zwei Wochen ZwangsquarantĂ€ne absolviert werden mĂŒssen, um importierte FĂ€lle von Covid-19 zu entdecken.

(text:sda/bild:pixabay)