7 Mai 2022

Nato-Generalsekret├Ąr warnt Russland vor Einsatz von Atomwaffen

Nato-Generalsekret├Ąr Jens Stoltenberg hat Russland im Ukraine-Krieg vor dem Einsatz von Atomwaffen gewarnt. „Unsere Botschaft ist eindeutig: Nach einem Einsatz von Nuklearwaffen w├╝rde es auf allen Seiten nur Verlierer geben“, sagte Stoltenberg der „Welt am Sonntag“. „Einen Atomkrieg kann man nicht gewinnen, und er sollte nie gef├╝hrt werden, das gilt auch f├╝r Russland.“ Er verurteilte die nukleare Rhetorik Moskaus als „unverantwortlich und r├╝cksichtslos“. Die Allianz hat laut Stoltenberg aber keine Hinweise darauf, dass speziell die russischen Nuklearwaffen seit Beginn des Krieges am 24. Februar in eine h├Âhere Bereitschaftsstufe versetzt worden seien.

Russlands Aussenministerium hatte am Freitag Spekulationen ├╝ber einen m├Âglichen Atomwaffeneinsatz in der Ukraine zur├╝ckgewiesen. Russland hatte Ende Februar allgemein seine Abschreckungswaffen in Alarmbereitschaft versetzt, was weltweit als Drohung auch mit dem atomaren Arsenal verstanden worden war.

Stoltenberg lobte in der Zeitung die Rolle der Bundesregierung. „Deutschland spielt bei der Unterst├╝tzung der Ukraine und der Nato-L├Ąnder an der Ostflanke seit vielen Monate eine wichtige und sehr konstruktive Rolle.“ Berlin habe der Ukraine wirtschaftliche und milit├Ąrische Unterst├╝tzung zugesagt, die Ampel-Koalition trage die Sanktionen gegen Russland „in vollem Umfang“ mit und habe neben Flugzeugen, Schiffen und Flugabwehrsystemen auch zus├Ątzliche Truppen an die Nato-Ostflanke entsandt.

Der Krieg in der Ukraine wird nach Einsch├Ątzung Stoltenbergs nicht schnell enden. Vielmehr m├╝sse sich das Land auf einen „langen Krieg“ einstellen, der noch Monate oder gar Jahre dauern k├Ânnte. Stoltenberg erwartet f├╝r die kommenden Wochen eine weitere Versch├Ąrfung des Krieges. „Wir m├╝ssen uns auf russische Offensiven und noch mehr Brutalit├Ąt, eine noch gr├Âssere Not und noch mehr Zerst├Ârung von kritischer Infrastruktur und Wohngebieten einstellen.“ Allerdings litten die russischen Soldaten „unter schlechter F├╝hrung, niedriger Moral und viele wissen nicht, wof├╝r sie k├Ąmpfen“.

F├╝r den Fall eines Nato-Beitritts Finnlands und Schwedens stellte Stoltenberg den beiden Staaten f├╝r die ├ťbergangsphase bis zum endg├╝ltigen Beitritt Unterst├╝tzung in Aussicht: „Es k├Ânnte zum Beispiel eine Erkl├Ąrung der Nato geben oder mehr Nato-Pr├Ąsenz und ├ťbungen in den beiden Staaten.“ Russlands Angriffskrieg in der Ukraine hat daf├╝r gesorgt, dass in Schweden ebenso wie im benachbarten Finnland intensiv ├╝ber einen m├Âglichen Beitritt zur Nato diskutiert wird. Die beiden n├Ârdlichsten L├Ąnder der EU sind schon heute enge Nato-Partner, aber bislang keine Mitglieder.

(text:sda/bild:unsplash)