27 Oktober 2021

Nationalbank will Investments nicht nur nach Umweltkriterien

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lehnt Investitionen allein nach Umweltkriterien ab. Die SNB habe nicht das Ziel, die Welt grĂŒner zu machen, sagte Direktoriumsmitglied Andrea Maechler am Mittwoch an einer Veranstaltung in ZĂŒrich.

Das sei nicht das Mandat der Notenbank, die im Sinne ihrer geldpolitischen Ziele bei ihren Anlagen flexibel bleiben mĂŒsse. UmweltschĂŒtzer haben die SNB aufgefordert, mit ihren Investitionen Einfluss auf Konzerne zu nehmen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

Maechler erklÀrte, die SNB stelle ihr Aktienportfolio entsprechend der Gewichtung von Indizes zusammen. Dies beschrÀnke die Möglichkeiten, Einzelwerte nach ökologischen Kriterien auszuwÀhlen.

Die SNB kaufe aber keine Aktien von Unternehmen, die in erster Linie mit dem Kohlebergbau GeschĂ€fte machten, sagte Maechler weiter. Zudem habe die Zentralbank ihren Anteil an Investitionen in Energiekonzerne insgesamt in den vergangenen zehn Jahren auf drei von elf Prozent reduziert – in Folge von VerĂ€nderungen im Marktwert der Unternehmen.

Die SNB setzt seit langem nicht nur auf Negativzinsen, sondern auf FremdwĂ€hrungskĂ€ufe, um eine fĂŒr die exportabhĂ€ngige Wirtschaft des Landes schĂ€dliche Aufwertung des Franken zu bekĂ€mpfen. Damit ist die Notenbank zu einem internationalen Grossinvestor mit einem Vermögen an auslĂ€ndischen WĂ€hrungen im Gegenwert von knapp einer Billion Schweizer Franken geworden.

(text:sda/bild:unsplash)