28 M├Ąrz 2021

Nach Ostern gibt es in Apotheken f├╝nf Selbsttests pro Monat gratis

F├╝r die Familienfeiern an Ostern reicht es nicht mehr: Aber zwei Tage danach, ab dem 7. April, k├Ânnen sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz in den Apotheken mit den ersten kostenlosen Corona-Selbsttests eindecken.

Die Test-Offensive des Bundesrates sieht vor, dass ab diesem Zeitpunkt jede Person in der Schweiz pro Monat f├╝nf solcher Selbsttests kostenlos beziehen kann. In einem ersten Schritt d├╝rften diese aber nur von den Apotheken abgegeben werden, hiess es beim Bundesamt f├╝r Gesundheit (BAG) am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es best├Ątigte damit einen Bericht der „NZZ am Sonntag“.

Dadurch werde sichergestellt, dass die Tests f├╝r alle Personen in der Schweiz zur Verf├╝gung st├╝nden und kostenlos abgegeben werden k├Ânnten. Ob und wann der Verkauf von Selbsttests auch im Detailhandel erlaubt werden k├Ânnte, konnte das BAG zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Alain Berset in der SRF-Samstagsrundschau d├╝rften aber auch so bereits ab dem 7. April „gute Mengen“ verf├╝gbar sein. In einer Pandemie gebe es immer Knappheiten, sagte Berset. Deswegen brauche es auch noch ein wenig Zeit, bis alles gut funktioniere. Aber das werde sehr rasch der Fall sein.

F├╝r den Pr├Ąsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Lukas Engelberger, haben diese Selbsttest das Potenzial, die Lage grundlegend zu ver├Ąndern. Denn wenn jeder und jede regelm├Ąssig am Morgen im Badezimmer schnell einen Selbsttest durchf├╝hren k├Ânnte, falle viel Last von den Apotheken und Testzentren ab, sagte Engelberger der „Sonntagszeitung“.

Er gehe davon aus, dass ab April pr├Ąventive Tests so verbreitet seien, dass von einer echten Test-Offensive gesprochen werden k├Ânne. Diese werde sich d├Ąmpfend auf die dritte Corona-Welle auswirken, auch wenn es langsamer gehe, als manche sich das w├╝nschten.

Seit Mitte M├Ąrz ├╝bernimmt der Bund die Kosten f├╝r alle Corona-Tests, unabh├Ąngig von der Symptomlage. Das Ziel des Bundes ist es, dass sich 40 Prozent der Bev├Âlkerung w├Âchentlich testen. Bis jetzt waren aber erst Schnell- und PCR-Tests zugelassen und diese mussten von Fachpersonen durchgef├╝hrt und in Labors analysiert werden.

Mit den Selbsttests hingegen k├Ânnen sich Patienten mittels eines einfachen Nasenst├Ąbchens zuhause selber auf das Coronavirus testen. Der Test verwendet Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasen-Rachen-Raum.

F├Ąllt das Ergebnis positiv aus, sind die Betroffenen aufgefordert, dieses durch einen sogenannten PCR-Test best├Ątigen zu lassen und bis dahin zu Hause zu bleiben. Denn ein positives Resultat l├Âse „zuerst nur den Verdacht aus“, dass sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert habe, schreibt das BAG auf seiner Webseite.

Auf der anderen Seite bedeute auch ein negatives Testergebnis lediglich, dass eine Person „mit grosser Wahrscheinlichkeit im Moment der Testung nicht ansteckend“ sei.

Am Mittwoch hatte BAG-Direktorin Anne L├ęvy gesagt, dass das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic momentan eine Ausnahmebewilligung f├╝r Selbsttests bearbeite. Der Pharmakonzern Roche best├Ątigte am Sonntag auf Anfrage einen Bericht der „NZZ am Sonntag“, wonach es sich dabei um ein Gesuch des Basler Unternehmens handelt.

Die BAG-Zulassung f├╝r den professionellen Gebrauch des Tests hatte Roche bereits am 12. M├Ąrz erhalten. Dieser wird von der s├╝dkoreanischen Firma SD-Biosensor hergestellt und von Roche – unter anderem auch in Deutschland – vertrieben.

Auch das deutsche Unternehmen Siemens Healtcare will nach eigenen Angaben beim Heilmittelinstitut Swissmedic ein Gesuch f├╝r den Einsatz ihrer Selbsttests einreichen, sobald ihr Schnelltest die Zulassung erhalten hat. In Deutschland sind beide Selbsttests bereits im Einsatz.

(text:sda / bild: archiv)