29 M├Ąrz 2021

Moutier sagt Ja zum Kantonswechsel

Moutier will eine jurassische Stadt werden. Die Stimmberechtigten haben sich am Sonntag mit 2114 Ja gegen 1740 Nein-Stimmen f├╝r den Kantonswechsel von Bern zum Jura entschieden.

Das Resultat des historischen Urnengangs wurde punkt 18.00 Uhr in Moutier verk├╝ndet. 374 Stimmen machten den Unterschied, deutlich mehr als beim ersten Urnengang von 2017.

Das sei ein erstaunlich klares Resultat, sagte Jean-Christophe Geiser vom Bundesamt f├╝r Justiz in einer ersten Reaktion. Das Ergebnis sei demnach demokratisch sicher einfacher zu akzeptieren.

Die Stimmung im projurassischen Lager war nach der Resultatverk├╝ndung entsprechend ausgelassen. Die Leute feierten, Knallpetarden wurden gez├╝ndet.

Bereits 2017 hatten sich die Stimmberechtigten knapp f├╝r einen Kantonswechsel ausgesprochen, doch wurde der Urnengang sp├Ąter von der Berner Justiz wegen Unregelm├Ąssigkeiten f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt.

F├╝r die Wiederholung der Abstimmung an diesem Sonntag wurde ein beispielloser Aufwand betrieben. Der Bund spielte dabei eine Schl├╝sselrolle. Er verschickte die f├Ąlschungssicheren Abstimmungsunterlagen und ├╝berwachte am Sonntag die Ausz├Ąhlung vor Ort.

Ob das Abstimmungsresultat diesmal Bestand haben wird, ist noch offen. Bis zuletzt gab es eine Polemik um das Stimmregister, nachdem bereits 2017 Vorw├╝rfe zu Abstimmungstourismus laut geworden waren.

Wegen Corona fand der Abstimmungskampf diesmal vor allem in den sozialen Medien statt. Die Argumente waren dieselben wie 2017: Die Separatisten warben f├╝r ein Ja zu Kantonswechsel, weil der Jura der Stadt die bessere Perspektive biete. Die Proberner warnten vor jahrelanger Unsicherheit wegen der n├Âtigen G├╝teraufteilung.

Die Pandemie pr├Ągte auch den Abstimmungssonntag in Moutier. Der Gemeinderat hatte Kundgebungen vorsorglich verboten und die Stadt in zwei Zonen eingeteilt, in denen sich Separatisten und Berntreue ├Ârtlich getrennt aufhielten. Die Polizei war mit einem gr├Âsseren Aufgebot pr├Ąsent.

Die Gewinner der Abstimmung durften nach der Verk├╝ndung des Resultats die Altstadt in Beschlag nehmen. Die Stadtbeh├Ârden hatten sie aber aufgerufen, die Maskenpflicht zu respektieren und in Gruppen von maximal 15 Personen zu feiern. Die Maskenpflicht wurde aber schon am Nachmittag nur m├Ąssig eingehalten.

(text:sda/bild:archiv)