13 Oktober 2022

Moskau zieht Verl├Ąngerung des Getreideabkommens in Zweifel

Die russische F├╝hrung erw├Ągt, das Abkommen ├╝ber die Ausfuhr ukrainischen Getreides nicht zu verl├Ąngern.

„Ich weiss es nicht, weil der zweite Teil der Vereinbarung nicht eingehalten wird“, antwortete der Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Donnerstag auf die Frage von Journalisten, ob der Getreidedeal in seiner jetzigen Form weitergef├╝hrt werde. Im Vertrag hat sich Russland zur Beendigung der Blockade ukrainischer Seeh├Ąfen f├╝r den Getreideexport verpflichtet, will aber im Gegenzug Erleichterungen f├╝r die eigene Ausfuhr von D├╝nge- und Lebensmitteln.

Uschakow klagte nun, dass rund 300 000 Tonnen russischer D├╝ngemittel in europ├Ąischen H├Ąfen lagerten, die niemand abholen k├Ânne. Russland habe angeboten, sie kostenlos an die ├Ąrmsten L├Ąnder abzugeben. „Aber bisher erh├Ąlt niemand Zugang zu diesen D├╝ngemitteln“, sagte Uschakow in Astana am Rande eines Gipfels ├╝ber die Zusammenarbeit in Asien. Putin hatte mit dem t├╝rkischen Pr├Ąsidenten Recep Tayyip Erdogan zuvor ├╝ber die Umsetzung des Getreideabkommens gesprochen.

Infolge des Ende Februar begonnenen russischen Angriffskriegs waren in der Ukraine monatelang tonnenweise Getreide in den H├Ąfen blockiert gewesen. Seit Juli sind nun drei ukrainische Seeh├Ąfen wieder f├╝r die Ausfuhr von Lebensmitteln ge├Âffnet, um die Lage auf den Weltm├Ąrkten zu entspannen. Die Schiffe werden durch einen Korridor im Schwarzen Meer geleitet. Vermittler des Abkommens ist die T├╝rkei. Allerdings hatte Putin schon Anfang September das Abkommen als „Abzocke“ kritisiert, da die Versprechungen zu einer Lockerung der Sanktionen gegen├╝ber Russlands nicht eingehalten worden seien.

Die Vereinten Nationen hatten einger├Ąumt, dass der Export russischer D├╝nger stocke, w├Ąhrend die Ausfuhr von Nahrungsmitteln aus der Ukraine deutlich an Fahrt aufgenommen habe. Eine UN-Beauftragte machte daf├╝r Unsicherheit in der Privatwirtschaft verantwortlich.

(text:sda/bild:unsplash)