2 MĂ€rz 2021

Mitholz: Spuren von Sprengstoff im Wasser – auch Blausee gefĂ€hrdet

Im Mai 2020 fĂŒhrte das Eidgenössische Departement fĂŒr Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS hydrologische Versuche mit MarkierflĂŒssigkeiten durch. Nun liegen die Resultate dieser Proben sowie weiterer Untersuchungen vor. Sie zeigen, dass es eine Verbindung zwischen den Eingabestellen im ehemaligen Munitionslager Mitholz und dem grundwassergesĂ€ttigten Bereich gibt, die aber aufgrund der Messresultate nur schwach ist. Weiterhin unklar bleibt jedoch unter anderem, wohin dieses Grundwasser strömt und wo die Hauptmenge des Markierstoffs verblieben ist.

Nebst den Resultaten der Markierversuche veröffentlicht das VBS auch die Ergebnisse des Grundwassermonitorings, das seit 2018 in Mitholz intensiviert wurde. Im StÀgebach, in der Kander sowie in verschiedenen Probeentnahmestellen konnten Spuren von TNT und dessen Abbauprodukte nachgewiesen werden. Die Konzentrationen befinden sich im Mikrospurenbereich und somit weit unterhalb der massgeblichen Grenzwerte. Seit 2018 wusste das VBS also von den TNT Spuren im Wasser, machte es aber nicht publik.

Basierend auf den Resultaten des Grundwassermonitorings kommen aber sowohl das Bundesamt fĂŒr Umwelt BAFU wie auch das VBS zum Schluss, dass von den MunitionsrĂŒckstĂ€nden aktuell keine schĂ€dlichen oder lĂ€stigen Einwirkungen auf die Umwelt ausgehen.

Dass die Sprengstoffspuren auch in den Blausee gelangen könnten, sei sehr wahrscheinlich, erklĂ€rt Geologe Hansrudolf Keusen gegenĂŒber Radio BeO, nicht zuletzt weil das Munitionslager stromaufwĂ€rts liege. Als das VBS einen FĂ€rbungsversuch um Mitholz durchfĂŒhrte, habe sich der Blausee grĂŒn gefĂ€rbt. Er selber habe das aber nur auf Bildern gesehen. Falls sich eine Verbindung des Munitionslagers via Grundwasser in den Blausee bestĂ€tigen wĂŒrde, hĂ€tte das laut Keusen auch Auswirkungen auf die RĂ€umung des Lagers: Es mĂŒsste dann sichergestellt werden, dass möglichst wenige Schadstoffe in das Grundwasser und folglich in den Blausee gelangen können.

 

(red/pd)