15 November 2021

Merz als Kandidat f├╝r CDU-Vorsitz nominiert

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz kandidiert zum dritten Mal in Folge f├╝r den CDU-Vorsitz. Der Vorstand seines CDU-Kreisverbands Hochsauerland nominierte den 66-J├Ąhrigen am Montagabend in einer digitalen Sitzung einstimmig f├╝r die anstehende Mitgliederbefragung zum k├╝nftigen Parteivorsitzenden. Neben Merz haben der Aussenpolitiker Norbert R├Âttgen und der gesch├Ąftsf├╝hrende Kanzleramtschef Helge Braun ihre Kandidatur f├╝r die Nachfolge von Armin Laschet angek├╝ndigt. Der neue Vorsitzende soll nach einer im Dezember geplanten Mitgliederbefragung am 21. Januar von den 1001 Delegierten eines Parteitags in Hannover gew├Ąhlt werden.

Merz habe in der Sitzung seine Kandidatur erl├Ąutert, hiess es im Anschluss in einer Pressemitteilung. Er wurde mit den Worten zitiert: „Ich danke den Mitgliedern meines Kreisvorstandes f├╝r die Nominierung und bewerbe mich erneut f├╝r das Amt des Vorsitzenden der CDU Deutschlands.“ Sein Dank gelte „aber auch den vielen Mitgliedern sowie W├Ąhlerinnen und W├Ąhlern der Union, die mich zu dieser Kandidatur ermutigt haben“. An diesem Dienstagnachmittag werde er „meinen Teil des neuen F├╝hrungsteams der CDU, das sich mit mir bewirbt, in Berlin vorstellen“, sagte Merz.

CDU-Kreischef Matthias Kerkhoff erkl├Ąrte demnach: „Wir unterst├╝tzen aus voller ├ťberzeugung diese Bewerbung und werden Friedrich Merz auf seinem Weg unterst├╝tzen. Er kann sich auf seine CDU im Hochsauerlandkreis verlassen.“ Merz nimmt bereits zum dritten Mal Anlauf auf das Amt des Parteichefs, nachdem die jetzt nur noch gesch├Ąftsf├╝hrende Kanzlerin Angela Merkel 2018 ihren R├╝ckzug vom Vorsitz angek├╝ndigt hatte.

Die Bewerbungsfrist f├╝r weitere Kandidaten f├╝r die Nachfolge des nach nicht einmal einem Jahr gescheiterten Vorsitzenden Armin Laschet l├Ąuft noch bis diesen Mittwoch, 18.00 Uhr. Dann m├╝ssen Vorschl├Ąge schriftlich bei der CDU-Bundesgesch├Ąftsstelle eingereicht sein.

In der CDU laufen die Vorbereitungen f├╝r eine Vorstellungsrunde der Kandidaten f├╝r die Nachfolge von Armin Laschet als CDU-Chef auf Hochtouren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin soll es unter anderem mindestens ein Format geben, bei dem alle Bewerber sich den Mitgliedern vorstellen und das beispielsweise auch im Internet oder im Fernsehen ├╝bertragen wird. Der Bundesvorstand hatte Anfang November zudem beschlossen, dass sich m├Âgliche Kandidatinnen und Kandidaten etwa auf der CDU-Homepage zu der am 4. Dezember startenden Mitgliederbefragung pr├Ąsentieren sollen. Dort soll es ein einheitliches Format mit Foto und Kurzlebenslauf geben.

Da per Mitgliederbefragung nicht formell ├╝ber den Vorsitzenden entschieden werden kann, hatte die CDU-Spitze zudem beschlossen, dass die Kandidatin oder der Kandidat mit der absoluten Mehrheit dem Parteitag vom Vorstand vorgeschlagen werden soll. Der neue Vorsitzende soll dann am 21. Januar von den 1001 Delegierten eines Parteitags in Hannover gew├Ąhlt werden. Die Befragung der rund 400 000 Mitglieder ├╝ber den k├╝nftigen Parteichef startet am 4. Dezember.

Merz ist nicht nur f├╝r seine Anh├Ąnger in der Poleposition f├╝r die erste Runde der Mitgliederbefragung, die bis 16. Dezember dauern soll. Selbst Kritiker vermuten, dass er bei den im Schnitt mehr als 60 Jahre alten Mitgliedern vorne liegen d├╝rfte – auch wegen seines Bekanntheitsgrads. Merz d├╝rfte vor allem von jenen gew├Ąhlt werden, die sich nach den Merkel-Jahren der politischen Mitte nach einer R├╝ckbesinnung auf konservative Kernwerte der Partei sehnen. Unter den Frauen hatte er bei seinen fr├╝heren Bewerbungen meist nur wenige Anh├Ąnger. Viele Fans, ist in der CDU zu h├Âren, hat Merz bei den Konservativen und im Osten des Landes und auch beim Parteinachwuchs von der Jungen Union und im Wirtschaftsfl├╝gel.

Der Parteinachfolger des gescheiterten Kanzlerkandidaten Laschet muss schwierige Aufgaben gleichzeitig meistern: Einer v├Âllig verunsicherten CDU neues Selbstvertrauen geben und eine weitere Spaltung verhindern, das schwer besch├Ądigte Verh├Ąltnis zur kleinen bayerischen Schwester CSU kitten und eine neue inhaltliche Profilierung vorantreiben. Ausserdem braucht die Union einen kraftvollen Oppositionsf├╝hrer.

(text und bild:sda)