18 Juni 2021

Meiringen/Stansstad: Zentralbahn mit verlustreichem Geschäftsjahr

Die Zentralbahn blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2020 zurück. Nach mehreren Jahren des Wachstums, wurde die Geschäftstätigkeit aufgrund der COVID-19-Pandemie massiv gebremst. Die Personenverkehrserträge sanken um 19.5 Mio. CHF auf 23.2 Mio. CHF. Der Verlust unter Berücksichtigung einer Defizitdeckung durch die Besteller des regionalen Personenverkehrs betrug 12.1 Mio. CHF. Insgesamt hat die Zentralbahn 6.9 Mio. Gäste transportiert, wie sie an der Generalversammlung vom 18. Juni 2021 bekannt gab.

Die Phase des Wachstums der Zentralbahn wurde im Jahr 2020 abrupt unterbrochen. Um der anspruchsvollen finanziellen Lage Rechnung zu tragen, wurden einschneidende Einsparungen vorgenommen. Trotzdem müssen sämtliche Reserven im abgeltungsberechtigten regionalen Personenverkehr aufgelöst werden. Der Bund hat mit dem dringlichen Bundesgesetz über die Unterstützung des öffentlichen Verkehrs in der COVID-19-Krise die Grundlage für die finanzielle Unterstützung mittels Defizitdeckung 2020 erarbeitet und politisch zum Entscheid gebracht.
Im Jahr 2020 verzeichnete die Zentralbahn einen Rückgang bei den Personenkilometern von 47.2% auf 100.8 Millionen Kilometer. Der Verlust schlug mit 12.1 Mio. CHF zu Buche. Im Jahr 2020 beförderte die Zentralbahn 6.9 Millionen Gäste. Der Kostendeckungsgrad sank von 64.6% auf 38.8%. 98.3% der Reisenden erreichten ihr Ziel pünktlich (2019: 95.9%).

Die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr (Anzahl Fahrgäste in Klammern):
•    IR Luzern–Interlaken Ost – 45% (1.38 Mio.)
•    IR Luzern–Engelberg – 31% (1.09 Mio.)
•    S4 Luzern–Stans / Wolfenschiessen – 26% (1.87 Mio.)
•    S5 Luzern–Giswil – 26% (2.04 Mio.)
•    S44 Luzern–Stans – 28% (0.10 Mio.)
•    S55 Luzern–Sachseln – 39% (0.04 Mio.)
•    Regio Meiringen–Interlaken Ost – 30% (0.37 Mio.)

Zentralbahn wächst um Linie Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB)
Nach intensiven Übernahmeverhandlungen im Herbst 2020 wurde die Meiringen-Innertkirchen-Bahn (MIB) per 1. Januar 2021 übernommen. Für die Zentralbahn war dies ein historischer Moment, konnte doch das Streckennetz erstmals in ihrer Geschichte auf über 100 km ausgebaut werden.

Totalsperre Meiringen–Interlaken Ost und entsprechende Bauarbeiten, Investitionen
Nach sechswöchiger Totalsperre zwischen Meiringen und Interlaken Ost konnte die Strecke plangemäss Anfang Dezember freigegeben werden. In einer Zeit mit Quarantäne- und Isolationsbestimmungen darf diese Leistung als grossartig bezeichnet werde.

(text:pd/bild:beo)