27 November 2021

Mehrere Haftbefehle nach Grubenungl├╝ck mit mehr als 50 Toten

Nach dem schweren Ungl├╝ck mit mehr als 50 Toten in einem Kohlebergwerk in Russland haben die Justizbeh├Ârden mehrere Haftbefehle gegen die f├╝r die Sicherheit Verantwortlichen erwirkt. In Untersuchungshaft kamen am Samstag der Direktor des Kohleschachts „Listwjaschnaja“ im Westen Sibiriens, sein Stellvertreter und der Chef des betroffenen Schachtabschnitts sowie zwei leitende Mitarbeiter der staatlichen Aufsichtsbeh├Ârde. Das teilten ein Gericht und die Staatsanwaltschaft in Kemerowo mit. Den M├Ąnnern wird vorgeworfen, f├╝r Verst├Âsse gegen Sicherheitsvorschriften sowie f├╝r den Tod von Bergarbeitern und Rettungskr├Ąften verantwortlich zu sein.

In dem Bergwerk in dem Ort Belowo war es am Donnerstag zu einer Methangas-Explosion gekommen. Dabei starben 51 Menschen, darunter auch f├╝nf Rettungskr├Ąfte, die sich auf die Suche nach den Bergarbeitern begeben hatten.

Einsatzkr├Ąfte nahmen unterdessen die zeitweilig wegen Explosionsgefahr eingestellten Arbeiten zur Bergung der Toten wieder auf. Das teilte der Gouverneur von Kemerowo, Sergej Ziwiljow, am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. „Wir m├╝ssen alle herausholen“, sagte er. Das Zivilschutzministerium teilte am Abend mit, dass f├╝nf Leichen geborgen und an die Oberfl├Ąche gebracht worden seien. Die Suche nach Dutzenden weiteren Toten dauerte an.

Es handelt sich um das schwerste Grubenungl├╝ck in Russland seit mehr als zehn Jahren. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Sie werden in Krankenh├Ąusern versorgt. Laut Zivilschutzministerium wurden 239 Arbeiter aus dem Schacht gerettet. Das Bergwerk liegt rund 3000 Kilometer ├Âstlich der Hauptstadt Moskau.

Nach Angaben von Ermittlern hatte sich in dem Schacht des ber├╝hmten Kusnezker Kohlebeckens (Kusbass) bereits seit Mitte Juni Methan in der Luft angesammelt. Dadurch sei ein explosives Gemisch entstanden, hiess es. Das leicht entz├╝ndliche Grubengas Methan wird durch die Arbeiten im Bergbau freigesetzt und sammelt sich bei schlechter Bel├╝ftung in den Sch├Ąchten und Strecken unter Tage an. Die Arbeit in den russischen Kohlebergwerken, die auch Deutschland versorgen, gilt als lebensgef├Ąhrlich.

(text:sda/bild:unsplash)