1 Mai 2021

Mars-Helikopter „Ingenuity“ bekommt neuen Erkundungsauftrag

Der Mars-Helikopter „Ingenuity“ hat seinen vierten Flug ├╝ber den Roten Planeten erfolgreich absolviert und bekommt nun einen neuen Auftrag: K├╝nftig soll er das Landeger├Ąt „Perseverance“ bei dessen Suche nach Spuren von vergangenem mikrobiellen Leben auf dem Mars helfen und f├╝r den Rover aus der Luft das Gel├Ąnde erkunden.

Die Forscher der US-Raumfahrtbeh├Ârde Nasa erhoffen sich Erkenntnisse dar├╝ber, inwieweit Mini-Helikopter Erkundungsmissionen auf fremden Planeten unterst├╝tzen k├Ânnen.

Urspr├╝nglich sollte „Ingenuity“ nur einen Monat lang f├╝r mehrere Fl├╝ge im Einsatz sein, laut dem nun ge├Ąnderten Plan soll die Zeitspanne nun ausgedehnt werden. Die urspr├╝nglich auf rund 30 Tage angelegte Mission sei zun├Ąchst um 30 Tage verl├Ąngert worden, teilte die US-Raumfahrtbeh├Ârde Nasa am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. „Nach dieser 30-Tage-Periode werden wir uns anschauen, wo wir stehen“, sagte Nasa-Managerin Lori Glaze. „Es gibt die M├Âglichkeit, dar├╝ber hinaus zu gehen.“

Wie lange, h├Ąnge auch davon ab, wie gut Technik und Energieversorgung des Hubschraubers den extremen Bedingungen auf dem Mars standhalten k├Ânne. Die Temperaturen fallen auf dem Mars nachts bis auf minus 130 Grad Celsius. „Ingenuity“ h├Ąlt sich dann mit einem solarbetriebenen Heizger├Ąt warm, doch ist unsicher, „wieviele Zyklen von Gefrieren und Auftauen er durchh├Ąlt, bevor etwas kaputt geht“, sagte Nasa-Chefingenieur Bob Balaram.

Am 19. April war „Ingenuity“ (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben – und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach hatte er noch zwei weitere Fl├╝ge absolviert – weiter und schneller als zuvor.

Beim vierten Startversuch am Donnerstag war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter dann allerdings nicht wie geplant vom Boden abgehoben. Aus zun├Ąchst nicht eindeutig gekl├Ąrten Ursachen schaltete „Ingenuity“ nicht in den Flugmodus um, der f├╝r das Abheben eine Voraussetzung ist. Das Problem war den Nasa-Ingenieuren bereits von vorherigen Tests bekannt.

Bis auf dieses „Problemchen“, f├╝r das derzeit an mehreren m├Âglichen L├Âsungen und ├ťberbr├╝ckungen gearbeitet werde, funktioniere der Helikopter bislang aber einwandfrei, sagte Nasa-Ingenieur Bob Balaram. „“Ingenuity“ hat uns ├╝berrascht, es war alles so perfekt“, sagte Projektchefin MiMi Aung. Nasa-Manager Thomas Zurbuchen sprach von einem „durchschlagenden Erfolg“ der Mission.

Wegen der d├╝nnen Atmosph├Ąre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, m├╝ssen die Rotoren von „Ingenuity“ auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen – ein Vielfaches dessen, was Helikopter auf der Erde erreichen. Die Energie f├╝r diese Kraftanstrengung zieht „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers „Perseverance“ (auf Deutsch etwa: Durchhalteverm├Âgen) Ende Februar – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zur├╝ckgelegten Kilometern – mit einem riskanten Man├Âver in einem ausgetrockneten Mars-See namens „Jezero Crater“ aufgesetzt. Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren fr├╝heren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

(text:sda/bild:pixabay)