3 März 2021

Deutschland verlängert Lockdown

Der Lockdown zur Bek√§mpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektionszahlen grunds√§tzlich bis zum 28. M√§rz verl√§ngert. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele √Ėffnungsm√∂glichkeiten geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die L√§nder-Ministerpr√§sidenten am Mittwoch in Berlin in stundenlangen Verhandlungen beschlossen. Vereinbart wurde eine stufenweise √Ėffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: F√ľhren einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Schon vom kommenden Montag an sollen demnach die stark beschr√§nkten privaten Kontaktm√∂glichkeiten gelockert werden. Dann werden wieder private Zusammenk√ľnfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt m√∂glich sein, jedoch beschr√§nkt auf maximal f√ľnf Personen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 neuen Infektionen pro Woche k√∂nnen es auch Treffen des eigenen Haushalts mit zwei weiteren Haushalten mit zusammen maximal zehn Personen sein. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon jeweils ausgenommen. Bisher darf sich ein Hausstand mit maximal einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

Nach den schon vorgenommenen ersten √Ėffnungen bei Schulen und Friseuren sollen nun in einem zweiten Schritt Buchhandlungen, Blumengesch√§fte und Gartenm√§rkte folgen. In einzelnen L√§ndern sind diese bereits offen, jetzt sollen sie nach dem Beschluss der Bund-L√§nder-Runde bundesweit einheitlich dem Einzelhandel des t√§glichen Bedarfs zugerechnet werden. Voraussetzung ist, dass Hygienekonzepte und eine Kundenbegrenzung eingehalten werden. Auch Fahr- und Flugschulen k√∂nnen den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen.

Weitere eingeschr√§nkte √Ėffnungen kann es schon in Regionen geben, in denen lediglich die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner unterschritten wird. Neben Terminshopping-Angeboten im Einzelhandel k√∂nnen dann Museen, Galerien, Zoos, botanische G√§rten und Gedenkst√§tten f√ľr Besucher mit Terminbuchung √∂ffnen. Erlaubt sein soll dann auch Individualsport alleine oder zu zweit sowie Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Aussenbereich. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 fallen die Auflagen weg oder werden abgeschw√§cht. Dann soll auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Freien wieder m√∂glich sein.

Die n√§chsten √Ėffnungsschritte werden dem Beschluss zufolge davon abh√§ngig gemacht, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung der Sieben-Tage-Inzidenz gef√ľhrt hat. Dann geht es zun√§chst um die √Ėffnung der Aussengastronomie, von Kinos, Theatern, Konzert- und Opernh√§usern sowie um kontaktfreien Sport im Innenbereich und um Kontaktsport im Aussenbereich. Im n√§chsten Schritt sind weitere Sportm√∂glichkeiten und Freizeitveranstaltungen dran. Auch hier gilt: Bis zu einer 100er Inzidenz soll es h√∂here Auflagen wie tagesaktuelle Tests oder einen Buchungszwang geben, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 50 Neuinfektionen wegfallen.

Wichtige Elemente f√ľr weitere √Ėffnungen sollen Impfen und Testen sein. Vereinbart wurde, dass Ende M√§rz/Anfang April die haus- und fach√§rztlichen Praxen umfassend in die Impfkampagne eingebunden werden, um diese zu beschleunigen. Kostenlose Corona-Schnelltests f√ľr alle B√ľrger sollen voraussichtlich von n√§chster Woche an m√∂glich werden. Der Bund will ab dann die Kosten daf√ľr √ľbernehmen. Pro Woche soll mindestens ein Schnelltest m√∂glich sein, den geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt.