20 Mai 2021

Kinder spielerisch fĂŒr Naturwissenschaften begeistern

Das «MINT Mobil» macht technische und naturwissenschaftliche PhĂ€nomene fĂŒr Schulkinder der 3.-6. Klasse erlebbar. Damit sollen die Begeisterung fĂŒr die MINT-FĂ€cher (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gestĂ€rkt und das Interesse an handwerklichen und technischen Berufen gesteigert werden. Das mobile Zelt mit Experimenten und Exponaten ist in den kommenden sechs Jahren im Kanton Bern unterwegs.

Der FachkrĂ€ftemangel bei handwerklichen und technischen Berufen beschĂ€ftigt den Kanton Bern nach wie vor. Zusammen mit der Wirtschaft will die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern deshalb die Begeisterung der Kinder vom 3.-6. Schuljahr fĂŒr technische PhĂ€nomene und die Neugierde fĂŒr das Entdecken entfachen und weitertragen. Diesen Sommer lanciert sie dazu das Projekt «MINT mobil», das Schulklassen eine spielerische Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften ermöglicht. Das Berner Projekt «MINT mobil» basiert auf dem Luzerner Projekt, das seit mehreren Jahren mit grossem Erfolg eingesetzt wird und im Rahmen eines Versuchs im Sommer 2019 auch in der Berner Gemeinde Melchnau gastierte. «MINT mobil», das in den kommenden sechs Jahren an verschiedenen Standorten im Kanton Bern zu Gast sein wird, prĂ€sentiert in einem Forschungszelt elf Grossexperimente und Exponate zu naturwissenschaftlichen PhĂ€nomenen. Daneben werden sogenannte MINT-Boxen zu ausgewĂ€hlten Themen fĂŒr eine vertiefende Auseinandersetzung und zum Experimentieren im Unterricht und in Workshops eingesetzt. So stellt unter anderem die École polytechnique fĂ©dĂ©rale de Lausanne (EPFL) ein Exponat zum Einsatz von Robotern auf dem Mars vor.

«Neugierde, Begeisterung, Entdeckungslust sind den kleinen Kindern eigen. Bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit erlöschen diese aber bei vielen», erklĂ€rt Christine HĂ€sler, RegierungsrĂ€tin und Bildungsdirektorin des Kantons Bern. Die MINT-FĂ€cher gelten bei vielen Jugendlichen als trocken, abstrakt und schwierig. «Der in diesem Bereich resultierende FachkrĂ€ftemangel betrifft viele Berufe und ist eine bildungspolitische Herausforderung», sagt HĂ€sler weiter. «Wir mĂŒssen die technischen und handwerklichen Berufe stĂ€rken», so HĂ€sler. Zudem mĂŒsse der digitale Wandel chancengerecht vorangetrieben werden. Im Bereich Informatik sind nur 10 Prozent der BerufsabschlĂŒsse von Frauen, bei Berufen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie nur gerade 5 Prozent der AbschlĂŒsse. Der wichtigste Faktor fĂŒr die spĂ€tere Berufswahl ist das Interesse. Mit 15 Jahren haben viele Jugendliche herausgefunden, was sie interessiert. Die entscheidenden beruflichen Weichen sind gestellt. Deshalb will das «MINT mobil» insbesondere Schulkinder der Primarstufe erreichen.

Um eine möglichst nachhaltige Wirkung von «MINT mobil» zu bewirken, besuchen die Lehrpersonen im Vorfeld der im Angebot stehenden MINT-Projektwoche eine Weiterbildung. WĂ€hrend der Projektwoche werden sie von Fachpersonen der PHBern unterstĂŒtzt. Zudem findet jeweils Ende Woche ein Elternanlass statt, an dem die Kinder ihre Erfahrungen ihren Eltern weitergeben können. Eltern spielen im Berufswahlprozess eine entscheidende Rolle. «MINT mobil» steht wĂ€hrend 22 bis 29 Wochen pro Schuljahr im Einsatz. FĂŒr jede angemeldete Schule sind fĂŒnf PrĂ€senztage vorgesehen. Dadurch sollen möglichst viele Schulklassen einer Gemeinde am Projekt teilnehmen und von diesem Angebot profitieren können. ErgĂ€nzend dazu bietet TecLab, das stationĂ€re Angebot das in Burgdorf entsteht, Lehrpersonen, Eltern und SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern in ErgĂ€nzung zum Schulunterricht einen spannenden und realitĂ€tsnahen Zugang zu MINT-Berufen und MINT-FĂ€chern, zum Beispiel im Bereich Robotik oder Natur. MINT mobil und TecLab arbeiten partnerschaftlich zusammen und ergĂ€nzen sich ideal.

FĂŒr die Investitionen und den Betrieb wĂ€hrend sechs Jahren fallen Kosten von rund 2,5 Millionen Franken an. Nur dank der engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dank unseren Sponsoren kann das Projekt realisiert werden. Die BKW, die Schöni Transporte AG, die Insel Gruppe Bern sowie Energie Wasser Bern, Huawei Schweiz und das Migros Kulturprozent engagieren sich als Haupt- beziehungsweise Goldsponsoren fĂŒr «MINT mobil» (weitere Sponsoren sind im Dossier im Anhang ausgewiesen).

FĂŒr Suzanne Thoma, CEO der BKW, ist klar: «Frauen und MĂ€nner aus dem MINT-Bereich entwickeln dank ihres Engagements und ihrer Forschung jene Lösungen, die es fĂŒr eine lebenswerte Zukunft braucht.»

Daniel Schöni, dem Patron der Schöni Transport AG, ist die Sensibilisierung der Jugend fĂŒr den «toten Winkel» im Spiegel des Lastwagens zu ihrer Sicherheit und die Ökologie in seiner Branche ein grosses Anliegen. Deshalb fahren Schöni Lastwagen neu auch mit Wasserstoff. Uwe Jocham, DirektionsprĂ€sident Insel Gruppe und PrĂ€sident «Die Berner Arbeitgeber», sagt: «Ich unterstĂŒtze das Projekt, weil unsere Gesellschaft auf den naturwissenschaftlichen Nachwuchs angewiesen ist. Eine praxis- und problemorientierte EinfĂŒhrung in die Welt der Technik und Innovation ist wichtig, damit die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein nachhaltiges Interesse an MINT-Fragestellungen entwickeln.» «MINT mobil» ist auch ein Angebot fĂŒr den französischsprachigen Kantonsteil («STIME en route»), dies ab dem Schuljahr 2023/24.

(text:pd/bild:huawei switzerland)