5 Juni 2022

Kiew: Mehrere Raketenangriffe auf Hauptstadt und Vorort

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs am Morgen die Hauptstadt Kiew und einen Vorort mit Raketen beschossen. Es seien militĂ€rische und zivile Infrastruktur getroffen worden, teilte die MilitĂ€rfĂŒhrung in Kiew am Sonntag mit. Auch Kiews BĂŒrgermeister Vitali Klitschko berichtete in seinen Telegram-Kanal von RaketenschlĂ€gen. Betroffen waren demnach die Stadtbezirke Darnyzja im SĂŒdosten und Dnipro im Westen der Millionenmetropole. Es gebe nach bisherigem Stand einen Verletzten, der im Krankenhaus behandelt werde, aber keine Toten, sagte Klitschko.

EinsatzkrÀfte waren demnach vor Ort. Auch der bereits mehrfach beschossene Vorort Browary wurde Behörden zufolge von Raketen getroffen. Das genaue Ausmass der SchÀden war zunÀchst unklar. In der Region des Kiewer Vororts Obuchiw wurde den MilitÀrangaben zufolge eine russische Rakete abgeschossen. Es gebe keine Zerstörungen oder Verletzten.

In sozialen Netzwerken veröffentlichten Menschen Bilder und Videos von BrĂ€nden und Rauchwolken. Auch GerĂ€usche von EinschlĂ€gen waren zu hören. Am Morgen hatte es fast zweieinhalb Stunden Luftalarm gegeben. Die Bewohner werden immer wieder aufgefordert, sich fĂŒr diesen Fall in Schutzbunker zu begeben. Es handelte sich um den schwersten Angriff auf die Hauptstadtregion seit Wochen.

Der ukrainische Atomenergiekonzern teilte mit, dass eine russische Rakete gefĂ€hrlich nah am SĂŒdukrainischen Kernkraftwerk geflogen sei. Russland erzeuge damit weiterhin die Gefahr einer nuklearen Katastrophe. Die russische Angreifer begriffen “immer noch nicht, dass schon ein kleines RaketenstĂŒck, das in einen funktionierenden Energieblock einschlagen kann, zu einer atomaren Katastrophe und Austreten von Strahlung fĂŒhren kann”, teilte die Behörde mit. Sie warf Russland “atomaren Terrorismus” vor.

(text:sda/bild:archiv)