4 Mai 2021

Kanton: Regierungsrat will wieder eigene Polizeischule

Der Kanton Bern will aus der Tr├Ągerschaft der interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch LU aussteigen und ab 2036 wieder eine eigene Polizeischule f├╝hren. Die Berner Regierung verspricht sich davon mehr Praxisn├Ąhe und Einsparungen von j├Ąhrlich rund 2,3 Millionen Franken. Der Regierungsrat empfiehlt dem Kantonsparlament eine vorsorgliche K├╝ndigung des entsprechenden Konkordates auf Ende 2035, wie er am Dienstag mitteilte. Im luzernischen Hitzkirch werden seit 2004 die deutschsprachigen Polizeikorps der elf beteiligten Kantone (AG, BE, BL, BS, LU, NW, OW, SO, SZ, UR, ZG) ausgebildet.

Die Erwartungen des Kantons Bern an die gemeinsame Polizeischule – etwa die verst├Ąrkte Nutzung von Synergien – seien nicht voll erf├╝llt worden. Auch seien Mitspracherecht und Einflussm├Âglichkeiten gering, w├Ąhrend insbesondere der Kanton Bern hohe Beitr├Ąge zu tragen habe. Mit rund einem Drittel der Kosten ist Bern der gr├Âsste Zahler. Die Berner Regierung sieht in der F├╝hrung einer kantonseigenen Schule nicht nur finanzielle Vorteile. Sie erhofft sie sich auch praxisbezogenere Ausbildung und mehr Ausbildungseffizienz. Die kantonsspezifischen Besonderheiten mussten die Berner Polizistinnen und Polizisten bisher im Praktikumsjahr nachholen. Die eigene Polizeischule k├Ânnte im bereits bestehenden Ausbildungszentrum in Ittigen BE aufgebaut werden. Die geografische N├Ąhe w├╝rde die Schule auch f├╝r Aspirantinnen und Aspiranten mit famili├Ąren Pflichten attraktiver machen. Sie m├╝ssten nicht mehr f├╝r die Dauer der Ausbildung auf dem Gel├Ąnde „kaserniert“ werden.

├ťber die K├╝ndigung des Konkordates zum Betrieb der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (IPH) entscheidet das Berner Kantonsparlament fr├╝hestens in der Herbstsession 2021. Der Grosse Rat hatte die Regierung 2018 zur ├ťberpr├╝fung des Engagements aufgefordert. Der Regierungsrat gab in der Folge eine externe Analyse in Auftrag.

(text:sda/bild:Kapo Bern)