26 Juni 2021

Italien schafft es mit azurblauem Auge in die Viertelfinals

Mit viel M├╝he h├Ąlt sich EM-Mitfavorit Italien im Turnier. Gegen ├ľsterreich siegt die Squadra Azzurra dank den eingewechselten Federico Chiesa und Matteo Pessina 2:1 nach Verl├Ąngerung.

Dass mit Federico Chiesa und Matteo Pessina in der Verl├Ąngerung Italiens Joker stachen, ├╝berraschte bei dem Spielverlauf des zweiten Achtelfinals der „Euro 2020“ nicht. Roberto Mancini verf├╝gt bei Italien ├╝ber eine hochkar├Ątig besetzte Ersatzbank, die Franco Foda bei ├ľsterreich so nicht vorfindet. Und w├Ąhrend bei der ├ľFB-Mannschaft die Kr├Ąfte nach den regul├Ąren 90 Minuten aufgebraucht waren, sprangen f├╝r Italien zwei Edeltr├╝mpfe in die Bresche. Dass Sasa Kalajdzic (114.) – auch ein Einwechselspieler – Italien das erste Gegentor nach 1168 Minuten (Rekord!) zuf├╝gte, blieb letztlich ein Muster ohne Wert.

Chiesa entledigte sich f├╝nf Minuten nach Aufnahme der Verl├Ąngerung erst dem heranst├╝rmenden Konrad Laimer mit stupender Technik und traf schliesslich von der Kante des F├╝nfmeterraums mit links in die entfernte Torecke. Der 23-j├Ąhrige Angreifer wendete einen beschwerlichen Abend f├╝r Italien zum Happy End, das Pessina zehn Minuten sp├Ąter mit dem 2:0 veredelte. Italien taumelte, es fiel aber nicht und geht nach dem H├Ąrtetest mit neuem Bewusstsein in die Viertelfinal-Aufgabe gegen Titelverteidiger Portugal oder Belgien. Von den ├╝berzeugenden Auftritten aus der Gruppenphase, wo unter anderem die Schweiz mit 3:0 abgefertigt wurde, war das Team von Mancini am Samstagabend aber weit entfernt. Das lag vor allem auch an den tapferen ├ľsterreichern.

Franco Foda hatte im Vorfeld des Achtelfinals gesagt, dass sein Team im Wembley nicht auf den Gegner schauen wolle. Es klang sehr nach Trainerfloskel. Die Partie lieferte schliesslich auch rasch Beweise daf├╝r, dass Foda den Gegner durchaus in seine taktischen ├ťberlegungen eingeschlossen hatte; dessen Qualit├Ąten am Ball und insbesondere im Umschaltspiel. Die ├Âsterreichische Viererkette in der Abwehr stand bei gegnerischem Ballbesitz tief, womit sie Italien dem Spiel in die Tiefe raubte. Bei zunehmendem Druck r├╝ckte Spielmacher Grillitsch zudem zwischen die Innenverteidiger Hinteregger und Dragovic, so st├╝rmte Italien pl├Âtzlich gegen f├╝nf Verteidiger.

Entgegen kam den ├ľsterreichern dabei, dass ihnen anders als etwa den Schweizern, ein vorsichtiges Spiel nicht fremd ist. Foda war in anderen Situationen immer wieder f├╝r seinen als langweilig verschrieenen Fussball kritisiert worden. „Foda begreift Fussball als ein Spiel der Fehlervermeidung“, schrieb etwa der „Ballesterer“. Die Italiener stellte das ├Âsterreichische Konzept jedenfalls in der Offensive lange vor Probleme. Das offensiv an diesem Turnier bisher ├Ąusserst schlagkr├Ąftige Mancini-Team hatte seine beste Chance vor der Pause in einem Weitschuss von Ciro Immobile, aus 22 Metern traf der Angreifer nur den Pfosten.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wagte sich schliesslich auch der Aussenseiter aus ├ľsterreich in die Offensive. F├╝nf Minuten nach der Pause flog ein Freistoss von David Alaba aus 17 Metern knapp ├╝ber das Tor von Gianluigi Donnarumma, weitere zehn Minuten sp├Ąter lag der Ball tats├Ąchlich im Tor. Marco Arnautovic bejubelte in der 65. Minute den vermeintlichen ├Âsterreichischen Coup zum 1:0. Seinen Kopfball hatte der 32-j├Ąhrige St├╝rmer jedoch aus Abseitsposition abgegeben, weshalb die Einflussnahme des Video-Schiedsrichters wiederum bei den italienischen Fans im Wembley f├╝r Jubelst├╝rme sorgte. Die Italiener zeigten sich geduldig, liessen die Druckphase des Gegners ├╝ber sich ergehen und schlugen dann durch frische Kr├Ąfte zur├╝ck, als ├ľsterreich die Kr├Ąfte schliesslich verlassen hatten.

(text:sda/bild:unsplash)