9 Oktober 2023

Israel setzt Kampf gegen Hamas-Angreifer fort – Mehr als 1000 Tote

Auch zwei Tage nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die K√§mpfe weiter. Die israelische Luftwaffe bombardierte weitere Ziele der Hamas im Gazastreifen. Man habe unter anderem ein Geb√§ude angegriffen, in dem Angeh√∂rige der Hamas untergebracht waren, teilten Israels Verteidigungskr√§fte (IDF) am fr√ľhen Montagmorgen in ihrem Kanal im Nachrichtendienst Telegram mit. Zugleich seien mehrere Kommandozentralen der Hamas attackiert worden, darunter eine von Mahmad Kaschta, einem hochrangigen Mitglied der Marine. Die IDF habe ferner eine operative Einrichtung der Hamas ins Visier genommen, die sich in einer Moschee in der Stadt Dschabalia befunden habe, hiess es.

Israel habe im S√ľden rund 100 000 Reservisten zusammengezogen, erkl√§rte ein Sprecher der israelischen Streitkr√§fte in der Nacht zum Montag. Die Aufgabe sei, dass die Hamas am Ende des Krieges milit√§risch nicht mehr in der Lage sein werde, Israelis zu bedrohen. Zugleich werde man daf√ľr sorgen, dass die Hamas den Gazastreifen nicht mehr regieren k√∂nne. Die Hamas hatte am Samstagmorgen von Gaza aus √ľberraschend Raketenangriffe gegen Israel begonnen. Gleichzeitig drangen bewaffnete Pal√§stinenser √ľber Land, See und Luft nach Israel vor und griffen Menschen in mehreren Orten in Grenzn√§he an.

Die Hamas benutze Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“, erkl√§rten Israels Verteidigungskr√§fte am Montagmorgen in einem Beitrag auf der Plattform x (vormals Twitter). Zudem verstecke sie im Gazastreifen „terroristische Infrastruktur in zivilen Gebieten“, „sch√§ndet und verst√ľmmelt“ Leichen, t√∂te „absichtlich Zivilisten“, entf√ľhre Zivilisten und halte sie als Geiseln, hiess es in einer mit Fotos versehenen Auflistung von „Kriegsverbrechen der Hamas“.

Ein israelischer Milit√§rsprecher bezifferte die Zahl der nach Israel eingedrungenen bewaffneten Pal√§stinenser in der Nacht zum Montag auf etwa 1000. Sie waren am j√ľdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) in Orte eingedrungen und gingen auf der Suche nach Opfern von Haus zu Haus. Auf einem Festival-Gel√§nde in der Negev-W√ľste fanden Einsatzkr√§fte mindestens 260 Leichen, wie die Nachrichten-Website Ynet unter Berufung auf den Rettungsdienst Zaka am Sonntagabend berichtete. Die Pal√§stinenser t√∂teten nicht nur Hunderte Israelis, sondern verschleppten nach israelischen Angaben auch mehr als 100 Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, in den Gazastreifen.

Ungefähr 700 israelische Zivilisten und Soldaten seien getötet worden, mehr als 2100 weitere Menschen erlitten Verletzungen, teilte der Militärsprecher mit. Viele befänden sich in einem kritischen Zustand, weswegen die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Bei den Gegenangriffen des israelischen Militärs kamen im Gazastreifen mindestens 413 Menschen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am Sonntagabend mitteilte. Die islamistische Hamas feuerte unterdessen am Sonntagabend weitere Raketen Richtung Israel ab. Im Grossraum Tel Aviv und anderen Städten des Landes gab es Raketenalarm.

Die K√§mpfe im S√ľden Israels dauerten weiter an, erkl√§rte der Sprecher der israelischen Streitkr√§fte. „Unsere Soldaten k√§mpfen und jagen weiter die letzten Terroristen, die sich noch innerhalb von Israels Territorium befinden“, sagte er. Bei den israelischen Vergeltungsangriffen im Gazastreifen wurde nach Angaben der Vereinten Nationen auch eine Schule des UN-Hilfswerks f√ľr Pal√§stinensische Fl√ľchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) getroffen und schwer besch√§digt. Darin h√§tten sich mehr als 225 Menschen vor Angriffen in Sicherheit gebracht, teilte das Hilfswerk am Sonntag mit. Es seien aber keine Opfer gemeldet worden, hiess es weiter.

Die USA verlegen als Reaktion auf den Konflikt den Flugzeugtr√§ger „USS Gerald R. Ford“ und weitere Kriegsschiffe ins √∂stliche Mittelmeer. Ausserdem seien Vorbereitungen getroffen worden, um Luftwaffengeschwader der Air Force mit ihren Kampfjets in die Region zu verlegen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Israels Streitkr√§ften werde zus√§tzliche Ausr√ľstung und Munition zur Verf√ľgung gestellt, erkl√§rte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

(text:sda/bild:keystone)