11 Juni 2021

Hotelplan erlebt dank neuer BAG-Risikoliste Buchungsboom

Herr und Frau Schweizer haben wieder Lust auf Ferien im Ausland. Insbesondere Destinationen am Mittelmeer stehen hoch im Kurs. Den „Buchungsboom“ bei Hotelplan Suisse verkn√ľpft der Reiseveranstalter mit den j√ľngst f√ľr viele L√§ndern gelockerten Einreisebestimmungen.

Die Buchungen f√ľr die kommenden Sommerferien im Ausland steigen deutlich an. Bei Hotelplan Suisse h√§tten seit Anfang Juni knapp 50 Prozent mehr Kundinnen und Kunden Ferien im Mittelmeerraum gebucht als zum gleichen Zeitraum 2019, teilte die Migros-Tochter am Freitag in einem Communiqu√© mit.

„Das h√§ngt sicher auch mit der letzten Aktualisierung der Risikol√§nderliste des BAG zusammen“, erkl√§rte Hotelplan-Sprecherin Bianca G√§hweiler auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Viele beliebte L√§nder seien jetzt von dieser Liste weg. Das wecke bei vielen die Hoffnung, wieder „relativ sorglos“ ins Ausland verreisen zu k√∂nnen.

Die aktuell beliebtesten Destinationen seien die griechischen Inseln, Zypern sowie Spanien mit Mallorca und den kanarischen Inseln, schrieb Hotelplan. Vergangene Woche wurde zudem die T√ľrkei von der Quarant√§neliste der Risikol√§nder gestrichen – seither w√ľrden auch die Buchungen in diese Region stark steigen. „Wir werden f√∂rmlich √ľberrannt“, sagte G√§hweiler.

Die Wasserstandsmeldung zu den im Juni erfolgten Buchungen kann nat√ľrlich noch nicht dar√ľber hinwegt√§uschen, dass Hotelplan noch nicht an fr√ľhere Zeiten ankn√ľpfen kann. Denn vor Corona hatten viele Kunden zu diesem Zeitpunkt ihre Sommerferien am Meer l√§ngst gebucht.

„Wir sind insgesamt noch nicht auf dem Niveau von 2019“, r√§umte G√§hweiler denn auch ein. Aktuell seien f√ľr die Monate Juni bis August rund 60 Prozent weniger Buchungen eingegangen als zur Zeit vor der Corona-Krise.

2019/20 war ein desastr√∂ses Gesch√§ftsjahr f√ľr die Hotelplan Group. Der verrechnete Umsatz sackte um 42 Prozent auf rund 809 Millionen Franken ab. Den positiven Einfluss der √úbernahme des Online-Reiseanbieters Vtours ausgerechnet, ergab sich gar ein Umsatzschwund von rund 58 Prozent. Hotelplan sprach vom „tr√ľbsten Gesch√§ftsergebnis aller Zeiten.“

Die Auswirkungen der Coronapandemie hatten auch Folgen f√ľr die Belegschaft. Vor gut einem Jahr k√ľndigte Hotelplan an, in der Schweiz rund 170 von knapp 1’200 Stellen abzubauen. Gruppenweit sollten bis zu 425 der gesamthaft 2’277 Jobs gestrichen werden.

(text:sda/bild:unsplash)