8 September 2021

Hotellerie findet nur schwer neue Mitarbeiter

Die Schweizer Hoteliers haben ein Rekrutierungsproblem. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Personalsorgen noch verschĂ€rft. Dies zeigte sich an Branchentreffen ‚Hospitality Summit‘ am Mittwoch in ZĂŒrich.

„Der ArbeitskrĂ€ftemangel ist fĂŒr die Schweizer Hoteliers katastrophal“, sagte etwa Alain Becker, Direktor des westschweizer Hotelverbands ‚Association Romande des HĂŽteliers‘, der Nachrichtenagentur AWP. Alle Betriebe stĂŒnden vor den gleichen Problemen: Im laufenden Jahr gebe es zwischen 20 und 30 Prozent weniger Auszubildende als in den Vorjahren.

ArbeitskrĂ€fte seien zwar vorhaben, aber es sei sehr schwierig, sie zu rekrutieren, erklĂ€rte Becker. Viele Hotelfachleute hĂ€tten wĂ€hrend der Pandemie neue Gewohnheiten entwickelt und wollten nicht in die Branche zurĂŒck. Geringere Sicherheit, unregelmĂ€ssige Arbeitszeiten und verschiedenste EinschrĂ€nkungen seien die GrĂŒnde dafĂŒr.

Viele BeschĂ€ftigte hĂ€tten beschlossen, die Branche zu wechseln, stellte auch Philippe Attia, MitbegrĂŒnder und PrĂ€sident von ‚Vertu Hotels & Resorts‘, fest: „Wir haben die HĂ€lfte unserer Mitarbeiter an Branchen verloren, die von der Krise profitiert haben.“ So etwa an den Detailhandel oder das Gesundheitswesen.

Zudem habe die mehrfache Verschiebung der Wiedereröffnung nach den obligatorischen Schliessungen zu „grossen“ Unsicherheiten gefĂŒhrt, was Bewerber abgeschreckt habe. Und am Ende hĂ€tten einige Hotels ihre KapazitĂ€ten nicht ausschöpfen könne, weil nicht rechtzeitig neues Personal gefunden worden sei, so Attia weiter.

Es fehle derzeit einfach an Möglichkeiten, den Mangel an ArbeitskrĂ€ften zu beheben, fasste wiederum Becker die Situation zusammen. „Wir mĂŒssen alle Partner zusammenbringen, um pragmatische Lösungen zu finden“, meinte er aber. Gehaltserhöhungen seien allerdings wegen der ohnehin geringen Gewinnspannen in der Branche keine bevorzugte Option.

(text:sda/bild:pixabay)