20 September 2021

Hongkonger Börse wegen Evergrande-Sorgen tief im Minus

Die sich zuspitzende Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat am Montag zu schweren Verlusten an der Hongkonger Börse gefĂŒhrt. Nach der anhaltenden Talfahrt in den vergangenen Tagen und Wochen brach die Evergrande-Aktie nach dem Handelsstart um weitere 14 Prozent ein.

Auch andere chinesische Immobilien- und Finanztitel lagen tief im Minus, da es Ängste gab, dass sich die Krise auch auf andere Unternehmen ausweiten könnte. Der Hongkonger Leitindex verlor bis zum Mittag knapp vier Prozent. Die MĂ€rkte auf dem chinesischen Festland blieben wegen Feiertagen am Montag und Dienstag geschlossen.

Evergrande hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar (256 Mrd Euro) angehÀuft. Experten sehen einen Zahlungsausfall als immer wahrscheinlicher an. In dieser Woche sind mehrere Zinszahlungen fÀllig.

Über das Wochenende bot der angeschlagene chinesische Immobilienriese Anlegern an, sie mit Immobilien zu entschĂ€digen. Das Angebot richtet sich demnach an KĂ€ufer von Vermögensverwaltungsprodukten des Unternehmens. Auch rĂ€umte Evergrande ein Fehlverhalten mehrerer hochrangiger Manager ein. Sechs FĂŒhrungskrĂ€fte haben demnach mehrere Anlageprodukte des Unternehmens illegalerweise im Voraus eingelöst. Die Angelegenheit werde sehr ernst genommen, teilte das Unternehmen am Samstag mit.

Zuletzt hatten Ratingagenturen die BonitĂ€tsnote von Evergrande mehrfach herabgestuft. Seit Jahresbeginn ist der Aktienwert des Konzerns um ĂŒber 80 Prozent gefallen. „Eine ZahlungsunfĂ€higkeit irgendeiner Art erscheint wahrscheinlich“, fand die Agentur Fitch und stufte die KreditwĂŒrdigkeit von Evergrande herab. „Wir glauben, dass das Kreditrisiko hoch ist“, verwies die Agentur auf knappe LiquiditĂ€t, rĂŒcklĂ€ufige VerkĂ€ufe, verschobene Zahlungen an Zulieferer und Baufirmen.

(text:sda/bild:unsplash)