4 Januar 2022

Gr├╝nderin von Bluttest-Firma Theranos schuldig gesprochen

Die Unternehmerin Elizabeth Holmes ist von US-Geschworenen des Betrugs an mehreren ihrer Investoren schuldig gesprochen worden. Sie hatte das Bluttest-Start-up Theranos gegr├╝ndet und mehrere hundert Millionen Dollar bei Investoren eingenommen.

Der Schuldspruch betrifft allerdings nur vier von insgesamt elf Anklagepunkten, wie unter anderem das „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg am Montag (Ortszeit) aus dem Gerichtssaal im kalifornischen San Jose berichteten.

Das grosse Versprechen von Theranos war, Bluttests zu revolutionieren: Nur wenige Tropfen aus dem Finger sollten reichen, um auch umfangreiche Analysen durchzuf├╝hren. Die Gesamtbewertung von Theranos erreichte in den Finanzierungsrunden bis zu neun Milliarden Dollar, auch das Verm├Âgen von Holmes betrug damit zumindest auf dem Papier mehrere Milliarden Dollar.

Die heute 37-J├Ąhrige wurde als Vision├Ąrin gefeiert und in Presseartikeln mit Apple-Gr├╝nder Steve Jobs verglichen – was von ihrer Vorliebe f├╝r schwarze Rollkragenpullover noch unterst├╝tzt wurde.

Unter anderem die Drogerie-Kette Walgreens stieg ein und gew├Ąhrte Platz f├╝r Theranos-Bluttests in ihren L├Ąden. Wie sich jedoch herausstellte, funktionierte die Theranos-Technologie nie ausreichend verl├Ąsslich. So wurden die Tests nicht mit eigenen Maschinen der Firma, sondern mit Labortechnik anderer Hersteller durchgef├╝hrt.

Die Anklage warf Holmes vor, Geldgeber bewusst hinters Licht gef├╝hrt zu haben, um an die Investitionen zu kommen. Die Geschworenen sahen das den US-Medienberichten zufolge im Falle von drei Geldspritzen best├Ątigt – und sprachen Holmes in einem weiteren Anklagepunkt auch der Verschw├Ârung zum Betrug schuldig.

Holmes wies den Betrugsvorwurf stets zur├╝ck. Im Prozess sagte sie aus, sie habe aufrichtig an die Technologie geglaubt, sei als Chefin aber nicht ├╝ber alle Probleme informiert worden. F├╝r eine Verurteilung mussten die Ankl├Ąger die Geschworenen ├╝berzeugen, dass Holmes gezielt falsche Angaben gemacht habe. Bei drei Anklagepunkten konnten sich die Geschworenen nicht auf das n├Âtige einstimmige Votum einigen, wie sie wenige Stunden vor dem Urteil mitteilten.

(text:sda/bild:sda)