1 August 2021

Gluthitze und Brände am Mittelmeer, schwere Unwetter im Alpenraum

Gluthitze und Dutzende Br√§nde in den Urlaubsl√§ndern am √∂stlichen Mittelmeer, schwere Unwetter weiter n√∂rdlich im Alpenraum: In Griechenland, der T√ľrkei und S√ľditalien haben am Wochenende Tausende Einsatzkr√§fte bei Temperaturen um 40 Grad Celsius Wald- und Buschbr√§nde bek√§mpft. Auch Touristenanlagen waren betroffen. In Norditalien und √Ėsterreich verursachten heftige Unwetter dagegen Sch√§den und √úberschwemmungen – zwei Belgier mussten in K√§rnten aus einer Klamm gerettet werden.

Auf Sizilien k√§mpften am Sonntag mehr als 800 Feuerwehrleute weiter gegen die verheerenden Waldbr√§nde. Bis zum Nachmittag seien die Helfer mehr als 650 Mal zu Waldbr√§nden ausger√ľckt, teilte die Feuerwehr mit. L√∂schflugzeuge flogen Eins√§tze nicht nur in Sizilien, sondern auch in Kalabrien und der Adria-Region Apulien.

Auf Sizilien brannte es besonders um die Grossstadt Catania – dort waren auch Ferienanlagen betroffen. B√ľrgermeister Salvatore Pogliese schrieb von „komplett zerst√∂rten“ Bereichen im S√ľden der Stadt. Am Samstag brach zudem der Vulkan √Ątna aus, an dessen Fuss die Stadt liegt. Die Eruption begann am Abend und zog sich bis in die Nacht zu Sonntag.

Auch in Griechenland brachen wegen der Trockenheit viele Brände aus. Mindestens 16 Menschen wurden wegen Atemwegsbeschwerden in Krankenhäusern der Halbinsel Peloponnes behandelt, wie das Staatsfernsehen berichtete. Mehrere Häuser nahe der Kleinstadt Egion wurden zerstört. Die Brände wurden am Sonntagmorgen eingedämmt.

Unterdessen dauert die „historische Hitzewelle“ – von der viele Meteorologen sprechen – an. Nachdem die Hitze in den vorigen Tagen bis 43 Grad erreichte, wurden am Sonntag in Griechenland Temperaturen um 45 Grad erwartet. Nachts lagen die Werte vor allem in den Ballungszentren √ľber 30 Grad. St√§dte √∂ffneten klimatisierte Hallen f√ľr die Einwohner, die zu Hause keine Klimaanlage haben.

In der T√ľrkei k√§mpften Tausende Einsatzkr√§fte den f√ľnften Tag in Folge gegen Waldbr√§nde. In der Nacht zu Sonntag wurden in der Ferienregion Bodrum mehrere D√∂rfer evakuiert, wie der B√ľrgermeister sagte. Die Menschen seien unter anderem mit Booten √ľber das Meer in Sicherheit gebracht worden. Aus einem Vorort Bodrums seien am Samstagabend 100 russische Touristen in Sicherheit gebracht worden, teilte das russische Generalkonsulat in Antalya mit. In der Provinz Antalya wurde am Sonntag ein weiteres Dorf evakuiert, wie der Sender NTV berichtete.

Von urspr√ľnglich mehr als 100 Br√§nden waren am Sonntagnachmittag noch sechs aktiv, wie Forstminister Bekir Pakdemirli mitteilte. Es gebe Brandherde in den s√ľd- und westt√ľrkischen Provinzen Antalya und Mugla. Zudem sei ein neues Feuer in der ostt√ľrkischen Provinz Tunceli ausgebrochen, teilte er mit. Starke Winde fachten das Feuer immer wieder an und erschwerten die L√∂scharbeiten.

Die Br√§nde forderten nach offiziellen Angaben bislang mindestens acht Todesopfer – sieben in Antalya, eines in Marmaris. Hunderte wurden verletzt. Der t√ľrkische Pr√§sident Recep Tayyip Erdogan besuchte die betroffenen Regionen und sicherte den Gesch√§digten am Samstag schnelle Hilfe zu.

Ganz anders war die Lage im Alpenraum: Im Norden Italiens sorgten heftige Regenf√§lle etwa in S√ľdtirol f√ľr √úberschwemmungen und umgest√ľrzte B√§ume. Die Zivilschutzbeh√∂rde Italiens hatte zuvor eine Unwetterwarnung verschickt. Besonders gef√§hrdet waren demnach auch die Voralpenregionen im Norden der Lombardei und um den Comer See.

Auch in √Ėsterreich richteten Unwetter Sch√§den an. Wie die Beh√∂rden berichteten, wurden in der Steiermark nach Murenabg√§ngen Strassen gesperrt. In Nieder√∂sterreich f√ľhrten Regen, Hagel und orkanartige Windb√∂en zu √úberflutungen. In K√§rnten wurden am Samstagabend ein 47-j√§hriger Belgier und seine 16-j√§hrige Tochter in der Pirkachklamm von schnell ansteigenden Wassermassen √ľberrascht. Nach einem Notruf fand die Bergrettung die mit kurzer Hose und T-Shirt bekleideten Urlauber gegen Mitternacht stark unterk√ľhlt und v√∂llig durchn√§sst.

W√§hrend der √∂stliche Mittelmeerraum von Hitze geplagt wird, bleibt es in Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes unbest√§ndig und k√ľhl. Ursache ist Tief „Ferdinand“, das von der Nordsee zum Baltikum zieht und k√ľhle Meeresluft nach Deutschland bringt. Dem √∂stlichen Mittelmeer hingegen bescheren seine Ausl√§ufer hohe Temperaturen, denn sie lassen heisse Luft direkt aus Afrika nach Italien, Griechenland und in die T√ľrkei str√∂men.

(text:sda/bild:unsplash)