25 Juni 2021

22,5 Jahre Haft f√ľr Ex-Polizisten im George-Floyd-Prozess

Im Prozess um die T√∂tung des Afroamerikaners George Floyd vor gut einem Jahr hat das zust√§ndige US-Gericht eine Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten gegen den verurteilten weissen Ex-Polizisten Derek Chauvin verh√§ngt. Das verk√ľndete das Gericht am Freitag in Minneapolis. Chauvin war Ende April von den Geschworenen in dem Prozess unter anderem wegen Mordes zweiten Grades schuldig befunden worden. Nach deutschem Recht entspr√§che dies eher Totschlag. Die Verteidigung hatte eine Bew√§hrungsstrafe f√ľr den 45-J√§hrigen gefordert, die Staatsanwaltschaft dagegen 30 Jahre Haft.

Der 46 Jahre alte Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden dr√ľckten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, w√§hrend dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb wenig sp√§ter. Die Beamten hatten ihn wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.

Die Geschworenen in dem Prozess hatten Chauvin in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen – auch wegen Mordes dritten Grades und Totschlags zweiten Grades. Letzteres entspr√§che nach deutschem Recht eher fahrl√§ssiger T√∂tung. Chauvin hatte auf nicht schuldig pl√§diert. Das Strafmass wurde nach geltendem Recht im Bundesstaat Minnesota nur f√ľr den schwerwiegendsten Anklagepunkt verh√§ngt. Richter Peter Cahill hatte die besondere Schwere der Tat anerkannt.

Floyds gewaltsamer Tod hatte die USA aufgew√ľhlt und die gr√∂sste Welle an Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt seit Jahrzehnten ausgel√∂st.

(text:sda/bild:beo)