13 Januar 2022

Frankreichs Lehrkr├Ąfte streiken gegen Corona-Regeln an Schulen

Franz├Âsische Lehrkr├Ąfte haben aus Protest gegen die Corona-Politik der Regierung am Donnerstag in zahlreichen St├Ądten die Arbeit niedergelegt.

Etwa 62 Prozent des Lehrpersonals an den Sekundarstufen I und II (Coll├Ęge und Lyc├ęe) beteiligte sich nach Angaben der Gewerkschaft SNES-FSU an dem Streik. F├╝r die Vorschulen und Grundschulen war die Gewerkschaft SNUipp-FSU davon ausgegangen, dass drei von vier Lehrkr├Ąften an dem Streik teilnehmen w├╝rden. Das Bildungsministerium gab eine Streikbeteiligung von etwa 31 Prozent der Lehrkr├Ąfte an.

Die Gewerkschaften kritisierten st├Ąndig wechselnde Corona-Regeln, die teils enorm kurzfristig und ├╝ber die Medien bekanntgegeben w├╝rden. Das Personal sei schlecht gesch├╝tzt und nach 20 Monaten Krise ersch├Âpft. Sie forderten unter anderem simplere Corona-Vorschriften, die Anstellung von Hilfslehrkr├Ąften sowie die Verschiebung der Abiturpr├╝fungen von M├Ąrz auf Juni.

Die Regierung von Pr├Ąsident Emmanuel Macron hatte die strikten Vorgaben zum Schliessen ganzer Klassen bei einzelnen Infektionsf├Ąllen k├╝rzlich gelockert und ein abgestuftes Verfahren mit Selbsttests eingef├╝hrt. Damit sollen Eltern selber feststellen, ob und wann ihr Kind nach einer Infektion oder nach Kontakt mit Infizierten wieder in die Schule kann. Nun klagen Schulleiter ├╝ber einen enormen Organisationsaufwand. Einige Verb├Ąnde wollen auch aus Sicherheitsgr├╝nden wieder zu einem strengeren Regime zur├╝ck.

Regierungssprecher Gabriel Attal gab zu, dass in den vergangen Tagen mit den Corona-Regeln an Schulen nicht alles rund gelaufen sei. Er verteidigte aber die neuen Regeln. Derzeit seien nur zwei Prozent der Klassen geschlossen. Mit den vorherigen Regeln w├Ąren es angesichts der hohen Fallzahlen deutlich mehr. Schulschliessungen wolle man um jeden Preis verhindern.

(text:sda/bild:unsplash)