31 März 2021

Frankreich schliesst alle Schulen f√ľr drei Wochen

Frankreich verh√§ngt im Kampf gegen Corona landesweit harte Beschr√§nkungen f√ľr vier Wochen und schliesst vor√ľbergehend auch die Schulen. Dies k√ľndigte Pr√§sident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an. Macron sprach von einem „Wettlauf gegen die Zeit“. Von Ostersamstag an m√ľssen im ganzen Land nicht lebensnotwendige L√§den geschlossen bleiben. Ausserdem gibt es strenge Bewegungseinschr√§nkungen. Erstmals im laufenden Schuljahr bleiben auch die Schulen zu. Der Pr√§sident hatte immer wieder betont, dies solange wie m√∂glich verhindern zu wollen.

Im ganzen Land sollen nach den Osterwochenende nun die Schulen einheitlich f√ľr drei Wochen geschlossen sein. Zun√§chst gibt es eine Woche lang Distanzunterricht, gefolgt von zwei Wochen Fr√ľhlingsferien f√ľr alle. Bislang waren in den Regionen unterschiedliche Regelungen geplant. Im gesamten Land gelten vom Wochenende an auch Bewegungseinschr√§nkungen – so d√ľrfen sich die Menschen etwa f√ľr Spazierg√§nge oder Sport nicht weiter als zehn Kilometer von ihrer Wohnung fortbewegen.

Diese Regelungen galten bereits in weiten Teilen des Landes. Im Vergleich zu den Restriktionen im vergangenen Fr√ľhjahr oder Herbst sind sie deutlich weniger strikt. Damals gab es einen Bewegungsradius von lediglich einem Kilometer. Weiterhin soll auch die abendliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr gelten. Sp√§ter d√ľrfen die Menschen nur noch mit triftigem Grund vor die T√ľr – einkaufen oder Spazierg√§nge geh√∂ren nicht dazu.

Macron sagte, man k√∂nne bei jeder Etappe der Epidemie sagen, dass Fehler begangen worden seien. „All das ist wahr. Aber ich weiss eine Sache: Wir haben durchgehalten, wir haben gelernt, und wir haben uns jedes Mal verbessert.“ Unternehmen sollen k√ľnftig nun noch mehr auf Home Office setzen. Macron machte ausserdem Hoffnung auf vorsichtige √Ėffnungen. Mitte Mai sollen die Aussenbereiche der Gastronomie und einige Kulturst√§tten nach und nach wieder √∂ffnen. Ausserdem sollen die Intensivbetten in den Krankenh√§usern von 7000 auf 10 000 aufgestockt werden.

In Frankreich war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden, dass sich Macron wegen der angespannten Lage noch einmal an seine Landsleute wendet. Zuletzt hatte Premierminister Jean Castex mehrfach weitere Beschr√§nkungen verk√ľndet. Die Schulen waren in Frankreich bisher nur w√§hrend des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Fr√ľhjahr geschlossen.

Die Corona-Situation im Land hatte sich in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich versch√§rft. Vor allem Krankenh√§user im Grossraum Paris schlagen massiv Alarm, weil die Intensivstationen √ľberf√ľllt sind. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwoher binnen einer Woche lag landesweit zuletzt bei gut 375. Deutschland hatte Frankreich vergangene Woche als Hochinzidenzgebiet eingestuft und die Einreisebestimmungen versch√§rft. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben bisher √ľber 95 000 erkrankte Menschen.

In Frankreich gab es bisher zwei Lockdowns, sogenannte Confinements – einen im vergangenen Fr√ľhjahr und einen im Herbst. Nach dem Confinement Ende des letzten Jahres blieben Theater, Museen, Restaurants oder Bars aber weiterhin geschlossen. Teilweise gab es auch sogenannte Wochenend-Lockdowns in besonders betroffenen Regionen. Wer nun in eine Region wechseln und sich dort isolieren wolle, k√∂nne das am Osterwochenende machen, sagte Macron.

(text:sda/bild:getty images)