17 November 2021

Frankreich: Debatte um geschlechtsneutrales Pronomen in W├Ârterbuch

Das traditionsreiche franz├Âsische W├Ârterbuch „Le Robert“ hat in seiner Online-Version ein geschlechtsneutrales Personalpronomen f├╝r die dritte Person aufgenommen und damit eine Diskussion ausgel├Âst. Lee Ferrero vom Verein Transat f├╝r transgeschlechtliche Menschen in Marseille nannte den Schritt im Sender France Inter am Mittwoch „beinahe historisch“. Transmenschen sind Menschen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugeh├Ârig f├╝hlen.

Kritik kam hingegen von Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer. „Die inklusive Schreibweise ist nicht die Zukunft der franz├Âsischen Sprache“, schrieb er auf Twitter. Er unterst├╝tze den Protest des Abgeordneten Fran├žois Jolivet gegen das W├Ârterbuch. Jolivet hatte die Autorinnen und Autoren des „Robert“ als militant bezeichnet und sich an die ehrw├╝rdige Acad├ęmie Fran├žaise gewandt, die ├╝ber die Vereinheitlichung und Pflege der franz├Âsischen Sprache wacht.

Konkret geht es um den Eintrag „iel“, der vor einigen Wochen in das Online-W├Ârterbuch des „Robert“ aufgenommen wurde. „Iel“ stehe f├╝r eine Person gleich welchen Geschlechts, heisst es in der Definition. Auch die Schreibweise „ielle“ sei m├Âglich. Das Wort setzt sich aus dem m├Ąnnlichen Personalpronomen „il“ und dem weiblichen Pendant „elle“ zusammen. In der Mehrzahl tr├Ągt es am Ende ein Plural-S.

Der Generaldirektor der ├ëditions Le Robert, Charles Bimbenet, begr├╝ndete die Aufnahme des seltenen Worts damit, dass es zuletzt h├Ąufiger verwendet werde. Er stellte in einer Mitteilung zudem klar, dass sich in allen W├Ârterb├╝chern Begriffe bef├Ąnden, die gewisse Ideen transportierten. Dies sei nat├╝rlich kein Zeichen der Zustimmung f├╝r besagte Vorstellungen. „Die Aufgabe des Robert ist es, die Entwicklung der sich in Bewegung befindenden, diversen franz├Âsischen Sprache zu beobachten und diese abzubilden.“

(text:sda/bild:unsplash)