2 Juli 2021

Feuer nach Hitzewelle – Kanadische Ortschaft fast ganz abgebrannt

Tagelang machte die kanadische Ortschaft Lytton mit immer neuen Hitzerekorden Schlagzeilen – nun hat ein Flammeninferno die Gemeinde fast komplett zerstört: In kĂŒrzester Zeit wurde der kleine Ort von einer Feuerwalze ĂŒberrollt. 90 Prozent von Lytton seien abgebrannt, auch der ganze Ortskern, teilte der kanadische Parlaments-Abgeordnete Brad Vis am Donnerstag mit. Mehr als 1000 Menschen mussten in aller Eile flĂŒchten.

Er habe weissen Rauch am SĂŒdrand des Ortes gesehen und schon 15 bis 20 Minuten spĂ€ter hĂ€tten die Flammen die ganze Stadt ergriffen, sagte BĂŒrgermeister Jan Polderman laut kanadischen Medien. Fotos und Videos zeigten komplett verkohlte HĂ€userreihen und StrassenzĂŒge. Offizielle Zahlen ĂŒber mögliche Opfer gab es zunĂ€chst nicht. Vielerorts waren Strom- und Telefonverbindungen unterbrochen. Die Menschen seien in alle Richtungen in weiter entfernte Orte geflĂŒchtet, hiess es.

Vor der Brandkatastrophe am Mittwochabend (Ortszeit) hatte Lytton, das rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt, drei Tage in Folge Hitzerekorde verzeichnet. Das Thermometer zeigte nach Angaben der Wetterbehörde am Dienstag 49,6 Grad Celsius an, die höchste in Kanada gemessene Temperatur. Das Feuer auf einer FlĂ€che von 65 Quadratkilometern sei „ausser Kontrolle“, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Das Wetter sei weiterhin trocken, heiss und windig.

Auch in anderen Teilen der kanadischen Provinz British Columbia waren binnen 24 Stunden Dutzende WaldbrÀnde ausgebrochen, viele durch BlitzschlÀge.

Heisses und trockenes Wetter mit heftigen Winden verschĂ€rfte auch in Kalifornien die Feuerlage. Im Norden des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats kĂ€mpften am Donnerstag ĂŒber tausend Feuerwehrleute gegen drei grössere WaldbrĂ€nde an. Eines der Feuer nahe der Ortschaft Weed hat sich auf eine FlĂ€che von ĂŒber 80 Quadratkilometern ausgebreitet. Mehrere tausend Menschen waren aufgefordert worden, ihre HĂ€user in der Gefahrenzone zu verlassen. Trotz eines mehrtĂ€gigen Grosseinsatzes der Feuerwehr waren die Flammen am Donnerstag erst zu 25 Prozent eingedĂ€mmt.

2020 hatte Kalifornien die flĂ€chenmĂ€ssig verheerendste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Besonders schwer wĂŒteten die BrĂ€nde von Mitte August bis Ende Oktober. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben, ĂŒber 10 000 GebĂ€ude wurden beschĂ€digt oder zerstört.

(text:sda/bild:unsplash)