25 Mai 2021

Felchen werden kleiner und schlanker

Die Felchen in den drei grossen Berner Seen sind in den letzten 35 Jahren immer kleiner und schlanker geworden. Das zeigt eine Auswertung von 30’000 Datens├Ątzen des kantonalen Fischereiinspektorats. Besonders betroffen ist der Brienzersee.

W├Ąhrend dort in den Jahren 1986 bis 1988 noch ├╝ber 30 Tonnen Felchen pro Jahr aus dem See gezogen wurden, waren es im Jahr 2018 weniger als zwei Tonnen. Das geht aus einem am Dienstag ver├Âffentlichten Bericht des kantonalen Fischereiinspektorats hervor.

Fr├╝her waren die gefangenen Felchen durchschnittlich 30 Zentimeter lang und wogen 250 Gramm. Heute messen sie im Durchschnitt weniger als 20 Zentimeter und wiegen 50 Gramm. In einer Medienmitteilung spricht die kantonale Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion (WEA) von einem R├╝ckgang der Felchenf├Ąnge um 90 Prozent.

Der N├Ąhrstoffr├╝ckgang im Brienzersee ist der Grund f├╝r die Abnahme der F├Ąnge. So fehlten ab 1999 den Felchen die Wasserfl├Âhe als Nahrung. Seit 2016 wird allerdings diese Fischart im Brienzersee wieder etwas gr├Âsser.

Stabiler als am Brienzersee verlief die Felchen-Netzfischerei in den letzten 35 Jahren am Thunersee: Dort schwankten die F├Ąnge zwischen 20 und 40 Tonnen pro Jahr. Die gefangenen Felchen sind etwas leichter und kleiner. Gleichzeitig ist das Fangalter h├Âher.

Stabiler ist die Lage auch am Bielersee, obwohl dort die Maschenweiten mehrmals angepasst wurden. Die Ursachen f├╝r den auch an diesem See festzustellenden R├╝ckgang der F├Ąnge sind der deutliche N├Ąhrstoffr├╝ckgang und m├Âglicherweise die Klimaerw├Ąrmung.

Das Fischereiinspektorat pr├╝ft nun aufgrund der Daten, ob es die Schonbestimmungen f├╝r Felchen in Bieler- und Thunersee anpasst. Es geht um Maschenweiten und Fangmindestmasse.

Eine Erkenntnis aus den Datens├Ątzen ist im Weiteren, dass die Felchenfischerei nachhaltig ist, also dass die Berufsfischerinnen und -fischer auf den drei grossen Berner Seen nicht zu viele Fische aus dem Wasser ziehen.

(text:sda/bild:unsplash)