8 April 2021

Erstmaliger Verlust f√ľr Jungfraubahnen

Die Jungfraubahn-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2020 erstmals in der Geschichte des Unternehmens einen Verlust erlitten. Der Verlust in der Höhe von 9,7 Millionen Franken folgt auf den Rekordgewinn von 2019 von 53,3 Millionen Franken.

Der Verwaltungsrat schl√§gt aufgrund der aktuellen Situation vor, auf eine Dividende zu verzichten. Die Folgen der Corona-Krise seien bis zum jetzigen Zeitpunkt aus-gepr√§gter und l√§nger anhaltend als bisher angenommen und bleiben weiterhin schwer absch√§tzbar. Es m√ľsse davon ausgegangen werden, dass das Ergebnis 2021 nochmals stark durch die Corona-Krise beeinflusst sein wird.

Insgesamt erwirtschaftete die Jungfraubahn-Gruppe einen Betriebsertrag von 125,7 Millionen Franken, was einem R√ľckgang gegen√ľber dem Rekordjahr 2019 von 97,6 Millionen Franken entspricht. Die wichtigste Ertragsquelle, der Verkehrsertrag, betrug 75,6 Millionen Franken und lag damit 86,2 Millionen Franken tiefer als im 2019. Besonders stark gelitten hat mit einem R√ľckgang von 65,6% der Verkehrsertrag aus dem bedeutendsten Segment Jungfraujoch-Top of Europe aufgrund des Einbruchs des internationalen Reisegesch√§fts.

Um rund die H√§lfte eingebrochen ist der Verkehrsertrag bei den Erlebnisbergen, wobei erfreulicherweise die Tochterunternehmen Harderbahn mit 1,0 Millionen Franken und die Firstbahn mit 2,0 Millionen Franken trotzdem einen Gewinn erzielen konnten. Die Verkehrseinnahmen aus den Wintersportp√§ssen gingen lediglich um 5,2% zur√ľck.

Die Jungfraubahn-Gruppe leitete verschiedene Sparmassnahmen ein. Die Betriebskosten und Investitionen wurden laufend √ľberpr√ľft und reduziert. Dadurch und dank der Nutzung des Instruments der Kurzarbeit konnte der Betriebsaufwand um 14,1% auf 103,4 Millionen Franken reduziert werden.

Insgesamt betrug das Investitionsvolumen der Jungfraubahn-Gruppe im vergangenen Jahr 123,7 Millionen Franken. Davon entfielen 91,3 Millionen Franken auf das V-Bahn-Projekt. Mit der Er√∂ffnung des Terminals, des neuen Parkhauses und der modernen 3S-Bahn Eiger Express am 5.‚ÄĮDezember 2020 konnte das Generationenprojekt erfolgreich dem Betrieb √ľbergeben werden.

Die Jungfraubahn-Gruppe muss sich weiterhin mit der Corona-Krise auseinandersetzen. Diese dauert bereits √ľber ein Jahr an und deren Folgen sind immer noch schwer absch√§tz- und vorhersehbar. Die Auswirkungen sind ausgepr√§gter und dauern l√§nger als bisher angenommen. Die gr√∂ssten Risiken bleiben dabei die Reisebeschr√§nkungen, die fehlende Planungssicherheit sowie die weltweit unterschiedlichen Impfstrategien.

(text:pd&chl/bild:jungfrau.ch)