14 Oktober 2021

Erholung der Wirtschaft beschert US-Banken GewinnsprĂŒnge

Die Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise treibt grosse US-Banken zu GewinnsprĂŒngen. Unter anderem die Bank of America und Wells Fargo profitierten im dritten Quartal von der Auflösung von RĂŒckstellungen, die sie im Pandemie-Jahr 2020 fĂŒr mögliche KreditausfĂ€lle gebildet hatten.

Denn mit dem Anziehen der Konjunktur fallen absehbar doch nicht so viele Kredite aus wie zwischenzeitlich befĂŒrchtet. Die GeldhĂ€user Morgan Stanley und Citigroup steigerten ihre Profite ebenfalls deutlich. Bereits am Vortag meldete auch die grösste US-Bank JPMorgan einen Gewinnsprung.

Die Bank of America löste im Sommer RĂŒckstellungen fĂŒr KreditausfĂ€lle in Höhe von 624 Millionen US-Dollar (539 Mio. Euro) auf, wie sie am Donnerstag in Charlotte mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 1,4 Milliarden Dollar in die Risikovorsorge gesteckt. Weil jetzt auch die Einnahmen stĂ€rker sprudelten, sprang der Überschuss nun um 58 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar nach oben. Die ErtrĂ€ge – also die gesamten Einnahmen der Bank – legten um 12 Prozent auf 22,8 Milliarden Dollar zu. Das lag nicht zuletzt am Investmentbanking: Hier stiegen die GebĂŒhreneinnahmen um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar und erreichten damit fast ein Rekordniveau.

Auch Morgan Stanley profitierte in den Monaten Juli bis September vom Investmentbanking und der Vermögensverwaltung. Der Gewinn stieg im Jahresvergleich um gut 36 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Die ErtrĂ€ge legten um ein Viertel auf gut 14,7 Milliarden Dollar zu. Dem Finanzkonzern spielte zuletzt der Boom bei BörsengĂ€ngen, Fusionen und Übernahmen in die Karten, an dem Banken durch GebĂŒhren gut verdienen. Allein im Investmentbanking schossen die Einnahmen um gut zwei Drittel auf 2,85 Milliarden Dollar hoch.

Die Citigroup steigerte ihren Gewinn um fast die HĂ€lfte auf 4,6 Milliarden US-Dollar. Die gesamten ErtrĂ€ge blieben zwar mit 17,2 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau, wie Citigroup in New York mitteilte. Die Erlöse im HandelsgeschĂ€ft mit festverzinslichen Wertpapieren und Aktien legten aber zu. Auch die Citigroup konnte RĂŒckstellungen fĂŒr drohende KreditausfĂ€lle auflösen, was den Gewinn nach oben trieb.

Beim Konkurrenten Wells Fargo war die Auflösung der Risikovorsorge sogar der Hauptgrund fĂŒr den Gewinnsprung. Denn die ErtrĂ€ge der Bank gingen im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar zurĂŒck. Allerdings löste das Institut RĂŒckstellungen fĂŒr gefĂ€hrdete Kredite im Umfang von 1,4 Milliarden Dollar auf. Ein Jahr zuvor hatte Wells Fargo noch fast 770 Millionen Dollar fĂŒr KreditausfĂ€lle zurĂŒckgelegt. Nun sprang der Gewinn des Instituts im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar hoch.

Derweil schlug Wells Fargos Skandal um fingierte Kontoeröffnungen ein weiteres Mal negativ zu Buche – diesmal mit 250 Millionen Dollar. Das Geldhaus hatte 2016 zugegeben, dass Mitarbeiter jahrelang in grossem Stil Bank- und Kreditkartenkonten eröffnet hatten, die nicht von Kunden autorisiert waren. Die AffĂ€re hat die Bank bereits mehr als 5 Milliarden Dollar gekostet.

Bereits am Mittwoch hatte die grösste US-Bank JPMorgan Chase einen Gewinnsprung um fast ein Viertel auf 11,7 Milliarden Dollar gemeldet.

(text:sda/bild:unsplash)