21 Januar 2021

Einige EU-Staaten dr├Ąngen auf Corona-Impfzertifikat

Die EU-Chefs diskutieren am Sondergipfel am Donnerstag ├╝ber die Corona-Krise. Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis brachte vorg├Ąngig die Einf├╝hrung eines Impfzertifikats f├╝r Reisende ins Spiel. Das muss auch die Schweiz als Schengen-Land interessieren.

In der EU hat die Diskussion um ein Zertifikat f├╝r Corona-Geimpfte an Fahrt aufgenommen. Dabei geht es in erster Linie um die Einf├╝hrung eines EU-Impfzertifikats – also eines elektronischen Impfpasses – als allgemein g├╝ltiges medizinisches Dokument.

Diese Idee gibt es schon lange, mit der Corona-Pandemie erh├Ąlt sie nun Schub. Dereinst eingef├╝hrt, sollen darin alle Impfungen registriert sein. Dazu hat die EU-Kommission am Dienstag ein Diskussionspapier zuhanden der EU-Staats- und Regierungschefs vorgelegt.

Mehrere EU-L├Ąnder wie etwa Spanien, Portugal oder Kroatien wollen einen Schritt weiter gehen und unterst├╝tzten die Idee von Mitsotakis, Coronavirus-Geimpften dank einem Impfzertifikat Reiseerleichterungen zu gew├Ąhren, um so den Tourismus zu f├Ârdern.

Die Schweiz begr├╝sse grunds├Ątzlich „international koordinierte und konsolidierte Massnahmen und Initiativen“, schreibt das Bundesamt f├╝r Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Beim EU-Impfzertifikat best├╝nden aber „noch zu viele Unklarheiten“, um sich konkret dazu ├Ąussern zu k├Ânnen. Als ein Beispiel nennt das BAG die m├Âglichen „Konsequenzen bei Nicht-Vorliegen eines solchen Impfpasses“.

Gem├Ąss BAG laufen derzeit bei der Weltgesundheitsorganisation WHO Abkl├Ąrungen, wie eine Covid-19-Impfung in Zukunft ausgewiesen werden kann. „Die Schweiz beteiligt sich an den entsprechenden multilateralen Gespr├Ąchen“, hiess es.

W├╝rde jedoch die EU dereinst das Reisen innerhalb des EU/Schengen-Raumes mit einem Impfzertifikat erleichtern, k├Ânnte das auch die Schweiz betreffen. Ob sie diese europ├Ąischen Vorgaben dann ├╝bernehmen m├╝sste, h├Ąnge von der Form der Vorgaben ab, schreibt das Staatssekretariat f├╝r Migration (SEM).

Sei es lediglich eine Empfehlung, m├╝ssten Schengen-Staaten wie die Schweiz dies zwar zur Kenntnis nehmen, sie w├Ąren aber nicht zur ├ťbernahme der Regelung verpflichtet.

„Falls die Vorgaben verpflichtend eingef├╝hrt w├╝rden, muss die Schweiz diese als Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands ├╝bernehmen“, schreibt das SEM weiter.

Doch die Diskussion um privilegiertes Reisen f├╝r Coronavirus-Geimpfte ist heikel und d├╝rfte verf├╝hrt sein. Verfr├╝ht, weil noch immer unklar ist, ob Geimpfte das Coronavirus weitergeben k├Ânnen. Heikel, weil zurzeit ein Grossteil der Bev├Âlkerung, selbst wenn er wollte, keine M├Âglichkeit hat, sich impfen zu lassen.

Entsprechend vorsichtig ├Ąusserte sich auch EU-Ratspr├Ąsident Charles Michel in seinem Einladungsschreiben an die EU-Chefs. Man werde die Einf├╝hrung eines Impfzertifikates diskutieren und „gegebenenfalls auch die Frage, unter welchen Umst├Ąnden solche Zertifikate genutzt werden k├Ânnten“, schrieb er.

(SDA/Foto: Pixabay)

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