26 Dezember 2021

Ein Wortf├╝hrer gegen die Apartheid: Desmond Tutu ist tot

Der weltbekannte s├╝dafrikanische Menschenrechtler und Anti-Apartheid-K├Ąmpfer Desmond Tutu ist tot. Der Friedensnobelpreistr├Ąger und fr├╝here Erzbischof starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren, wie S├╝dafrikas Pr├Ąsident Cyril Ramaphosa in einer Erkl├Ąrung mitteilte. Als prominentester Geistlicher war er jahrzehntelang das moralische Gewissen des Landes, f├╝r das er nach der ├ťberwindung der Apartheid einst den Begriff der “Regenbogennation” pr├Ągte.

Ob Rassendiskriminierung oder andere Ungerechtigkeit: Tutu fand stets klare Worte. Als streitbarer anglikanischer Gottesmann wurde er zur Stimme des Widerstands und erhielt 1984 f├╝r seinen gewaltlosen Einsatz gegen das Apartheidregime den Friedensnobelpreis. Er sei ein pragmatischer und prinzipienfester Mensch gewesen, schrieb Ramaphosa.

Der am 7. Oktober 1931 in der Bergbaustadt Klerksdorp bei Johannesburg geborene Tutu war nach dem Ende der Apartheid einer der Verfechter der Auss├Âhnung zwischen Schwarz und Weiss. Er ├╝bernahm 1996 den Vorsitz der Wahrheits- und Vers├Âhnungskommission, die Verbrechen der Apartheidzeit aufarbeitete. Obwohl er sich dem heute regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) seines Freundes Nelson Mandela im Anti-Apartheid-Kampf verbunden f├╝hlte, kritisierte er den ANC sp├Ąter f├╝r Missst├Ąnde oder Fehlentwicklungen.

Aus der ├ľffentlichkeit zog er sich nach der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in S├╝dafrika immer mehr zur├╝ck. Obwohl er zunehmend zur Behandlung ins Krankenhaus musste, meldete er sich aber bei ihm ungerecht erscheinenden Ereignissen noch immer stets lautstark zu Wort. Er hinterl├Ąsst seine Frau Leah und vier Kinder.

Einen seiner letzten ├Âffentlichen Auftritte hatte er Mitte September 2019, als ihm der britische Prinz Harry bei einer Afrikareise seine kleine Familie vorstellte und der bereits sehr gebrechlich wirkende Tutu dem kleinen Archie einen Kuss auf die Stirn hauchte.

(text:sda/bild:sda)